Emily Wardill Fulll Firearms - 27.01.-09.04.2012

Samstag, 17. März 2012, 15:30 Uhr
Badischer Kunstverein Waldstraße 3 76133 Karlsruhe http://www.badischer-kunstverein.de

Emily Wardill, Fulll Firearms (Filmstill), 2011

Der Film beginnt jeweils
Dienstag bis Freitag 11.30 / 13 / 14.30 / 16 / 17.30 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertag 11 / 12.30 / 14 / 15.30 Uhr

Der Badische Kunstverein freut sich, die britische Künstlerin Emily Wardill in einer umfangreichen Einzelausstellung zu präsentieren. Im Zentrum der Ausstellung steht Wardills neuer Film Fulll Firearms, der mit Unterstützung des Badischen Kunstvereins produziert wurde und mit dieser Ausstellung seine Deutschlandpremiere feiert. Im Badischen Kunstverein wird Fulll Firearms von neuen Skulpturen, Collagen und soundbasierten Arbeiten begleitet, die in engem Bezug zum Film entstanden sind.

Wardills Film Fulll Firearms orientiert sich am Genre des Melodrams, konfrontiert die Struktur der linearen Erzählung allerdings mit zahlreichen Brüchen, Verschiebungen und Auflösungen, die für die Filme Wardills kennzeichnend sind. Im Vordergrund stehen die Beziehungen der Protagonisten untereinander sowie ihr Verhalten in Konfliktsituationen. Nicht selten spannt die Künstlerin das zwischenmenschliche Drama bis an die Grenzen physischer und psychischer Belastbarkeit: Instabilität, Paranoia oder Realitätsverlust finden nicht am Rande der modernen Gesellschaft statt, sondern in ihrem Zentrum. Sie dienen als Motoren eines Plots, der die Normierung und Kontrolle sozialen Verhaltens in Frage stellt.

In Fulll Firearms ist es die Figur der Imelda, deren Wahnvorstellung die Erzählung antreibt und die Unterscheidung zwischen Imagination und Realität unterläuft. Imelda ist die Tochter eines Waffenfabrikanten und von der Vorstellung besessen, dass die Geister der Toten, die durch die Waffen ihres Vaters gestorben sind, sie heimsuchen werden. So nutzt sie ihr Erbe für den Bau eines großen Hauses, das die Geister aufnehmen und ihre Schuld mindern soll. Ihrem Wahn steht das zielgerichtete Vorhaben des Architekten gegenüber, der versucht, ihre Wünsche architektonisch umzusetzen, dessen Festhalten an der Realität aber zunehmend erschüttert wird. Denn das Gebäude ist von Hausbesetzern okkupiert, die Imelda für die von ihr erwarteten Geister hält und die von nun an einen festen Platz in ihrem Leben einnehmen.

Der Aufbau von Kommunikation und Sprache ist ein weiteres wichtiges Moment in den Arbeiten der Künstlerin ebenso wie das Verhältnis von Ton und Bild. Ähnlich wie sich die Bilder überlappen, entziehen oder aufbrechen, so verweben sich auch eine Vielzahl an stimmlichen oder musikalischen Elementen. Sie können die Erzählung mit ihrem Rhythmus intensivieren oder auch bewusst durchkreuzen. Der von Wardill produzierte Soundtrack von Fulll Firearms entstand in Anlehnung an die italienische Progressive Rock-Band Goblin, die in den 1970er Jahren für ihre Filmmusik bekannt wurde. Es erscheint eine Schallplatte in Kooperation mit Apparent Extent, Köln, unterstützt von LUX, London.


Emily Wardill (*1977 in Rugby) lebt in London. Ihre Filme wurden international gezeigt, u. a. bei den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen, Witte de With, Rotterdam, London Film Festival, New York Film Festival, in der Whitechapel Gallery und Tate Britain, London. Sie wurde 2010 mit dem Jarman Award ausgezeichnet. Einzelausstellungen (Auswahl): De Appel, Amsterdam; The Showroom, London; Nassauischer Kunstverein, Wiesbaden; Standard, Oslo; Institute of Contemporary Arts (ICA), London. Gruppenausstellungen (Auswahl): M HKA, Antwerpen; 54. Venedig-Biennale; Collective Gallery, Edinburgh; Hayward Gallery, London und MOCA, Miami.


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