Freitag, 21. Juli 2017, 19:00 Uhr
Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen Hauptstr. 60-64 74321 Bietigheim-Bissingen

Im Mittelpunkt der Ausstellung Jenseits des Dokumentarischen stehen je sechs chinesische und deutschen Fotografen, welche die Möglichkeiten der zeitgenössischen Fotografie ausloten und dabei herkömmliche Vorstellungen von der Rolle der Fotografie kritisch unter die Lupe nehmen. Was heißt Dokumentation? Muss ein Foto einen realen Ausgangspunkt haben oder kann es eine reine Bilderfindung sein? Wie wird ein fotografisches Bild hergestellt? Braucht man dafür eine Kamera oder kann man das Bild am Computer „zusammenbauen“ – oder gar von der Natur erstellen lassen? Muss ein Foto „lesbar“ sein, um seiner Funktion als Dokumentation gerecht zu werden? Und umgekehrt – wie gehen wir damit um, dass präzise aufgenommene Bilder von Objekten und Räumlichkeiten diese weder dokumentieren noch kommentieren, sondern „lediglich“ präsentieren?

Die Stadtbilder von Andreas Gefeller (*1970) bewegen sich zwischen Dokumentation und Konstruktion. Die Nachtaufnahmen sind extrem überbelichtet, so dass die beleuchteten Stellen sich auflösen, während die dunklen Partien als Linienkonstruktionen gerade noch sichtbar sind. Die Dunkelheit der Nacht spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle in den schwarzen Alpenlandschaften von Michael Schnabel (*1966), die er in stille Poesie verwandelt. Während es Shan Feiming (*1978) auch um einen meditativen Blick auf Naturphänomene geht, überlässt Jiang Pengyi (*1977) gar Glühwürmchen den kreativen Prozess: Das pulsierende Licht und die Flugbewegungen der Tiere hinterlassen Spuren, die im fotografischen Entwicklungsprozess sichtbar werden. Für die konkreten Kompositionen von Michael Reisch (*1964) hingegen gibt es keine real existierenden Vorlagen, denn die Kompositionen entstehen ausschließlich im Rechner. Xu Yong (*1954) konfrontiert die Betrachter mit weichen Farbwolken, die aber tatsächlich an biografisch bedeutsamen Orten aufgenommen wurden, auch wenn sie abstrakt erscheinen. Kris Scholz‘ (*1952) Fotografien von Böden und Arbeitsflächen muten wie abstrakt-expressive Gemälde an – eine Wirkung, die durch das große Format und die Verwendung von Leinen als Bildträger noch intensiviert wird.

Jiaxi Yang (*1989) und Samuel Henne (*1982) setzen sich konzeptuell mit der Wechselbeziehung zwischen Bild und Objekt auseinander. Durch ungewöhnliche Zusammenstellungen und Kontextverschiebungen werden banale Alltagsdinge bedeutsam und markant. Corina Gertz lenkt die Aufmerksamkeit auf traditionelle Kleidung und Kopfbedeckung als identitätsstiftendes Element nonverbaler Kommunikation. Um Kommunikation geht es ebenfalls bei Wang Ningde (*1972), der illegal gepostete „Kleinanzeigen“ in den Großstädten Chinas fotografiert, die von den Behörden patchworkartig übermalt werden. Diese kombiniert er dann mithilfe eines Bildbearbeitungsprogrammes zu malerischen Porträts. Genauso „komponiert“ sind auch die Bildnisse von Zhang Wei (*1977): Aus hunderten chinesischen Gesichtern montiert er täuschend echte Porträts berühmter Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Popkultur.


Begleitprogramm


Öffentliche Führungen
Sonntag, 23. Juli 2017, 11.30 Uhr
Sonntag, 6. August 2017, 11.30 Uhr
Donnerstag, 17. August, 18.30 Uhr
Sonntag, 27. August 2017, 16.30 Uhr
Sonntag, 10. September 2017, 11.30 Uhr
Sonntag, 24. September 2017, 11.30 Uhr

Führung für Lehrkräfte
Montag, 24. Juli, 17 Uhr

Fotografische Grenzen ausloten
Expertenführung mit dem teilnehmenden Künstler Michael Schnabel
Donnerstag, 14. September, 18.30 Uhr


Workshops für Kinder und Jugendliche

Was ist das? Ist das ein Quiz oder ist das Kunst?
Donnerstag und Freitag, 27. und 28. Juli, 14.30–17.30 Uhr
für Kinder von 8–14 Jahren

Klick klick, Dein Bild lernt laufen...
Mittwoch und Donnerstag, 2. und 3. August
10.30–13.30 Uhr für Kinder von 6–10 Jahren
14.30–17.30 Uhr für Kinder von 8–12 Jahren

Anmeldung für alle Workshops unter: 07142 74-483

Wir laden Sie herzlich ein zur Eröffnung am Donnerstag, 20. Juli, 19 Uhr

Studioausstellung

Einblick in die Sammlung:
Malerbücher und Mappenwerke des 20. und 21. Jahrhunderts
bis 24. September
Aus dem eigenen Bestand zeigt die Städtische Galerie eine Auswahl an Malerbüchern und Mappenwerken von den 1960er Jahren bis zur Gegenwart: vom klassisch gebundenen Buch über üppig gestaltete Mappen bis hin zum aufwändig gefalteten Leporello.

Öffnungszeiten
Dienstag, Mittwoch, Freitag 14–18 Uhr
Donnerstag 14–20 Uhr
Samstag, Sonntag 11–18 Uhr
Feiertag 3. Oktober 11–18 Uhr


Eintritt frei
Öffentliche Führungen 3 €
Expertenführung 5 €
Private Gruppenführungen 55 € / 65 €
Führungen für Gruppen und Schulklassen nach telefonischer Vereinbarung

Katalog 29 €

Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen
Hauptstraße 60–64
74321 Bietigheim-Bissingen
Telefon 07142 74-483
Telefax 07142 74-446
http://galerie.bietigheim-bissingen.de

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