Von Karin Hinterleitner am 23. August 2004 um 20:30

urban drift presents:


DEUTSCHLANDSCAPE - Epicentres at the Periphery

the German contribution to the Venice Biennale
"Metamorph” 9th International Architecture Exhibition 2004

12. September bis 7. November 2004

Francesca Ferguson / Commissioner


Unter der diesjährigen überschrift »Metamorph« thematisiert der deutsche
Beitrag zur 9. Architekturausstellung der Biennale in Venedig die
Verwandlung (sub-) urbaner Landschaften, Vorstädte und Nischen durch
architektonische Eingriffe. Die Deutschlandschaft ist eine Assemblage. Als
hybrides Gebilde bietet sie den Rahmen für eine Auswahl unterschiedlicher
Architekturprojekte, die zur Reaktivierung brachliegender Räume in den
städtischen Randzonen, Vorstädten und deindustrialisierten Gebieten
beitragen. Es handelt sich dabei um jene oft übersehenen, amorphen
Zwischenräume, die sich einer genauen Kategorisierung entziehen, oder deren
Gebrauchswert sich häufig überlebt hat.

Die zweifelhafte ästhetik dieser undefinierbaren Räume mit ihren
Lagerhallen, Einkaufszentren und Industrieansiedlungen bietet Architekten
selten die Gelegenheit, Spuren zu hinterlassen; doch vermittelt gerade die
Banalität dieser gebauten Umwelt die Grundlage und Voraussetzung für
architektonische Interventionen und Transformationen.

Zusammengenommen stehen die in der Deutschlandschaft präsentierten Projekte
für den Versuch, einen erweiterten Diskurs zu eröffnen – einen Diskurs über
die Eigenschaftslosigkeit von städtischen Randzonen und der Provinz. In
diesem Sinne ist die Deutschlandschaft Ausdruck einer offenen Frage, die
sich überall in Europa stellt: Wie lässt sich dieses ständig wachsende,
undifferenzierbare Territorium gestalten, und welche Rolle können
Architekten bei dieser Aufgabe übernehmen?

Die Peripherie ist nicht nur Ort, sondern auch Zustand – dem Bewusstsein
entzogen, und in der Architekturdebatte vernachlässigt. Aber es gibt eine
Avantgarde von Architekten, die sich der Herausforderung stellt und die
Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit dem »Restraum« mitbringt.

In den Epizentren der Peripherie wirken architektonische Akupunkturen, die
paradigmatische Verschiebungen auslösen. Sie zeigen auch, in welchem Umfang
die randstädtischen Gebiete zu einem Ernst zu nehmenden Experimentierfeld
der Architektur geworden sind. Neue Funktionen werden in bestehenden
Strukturen implementiert und lassen surreal anmutende überlagerungen
entstehen. Die Projekte üben einen Einfluss auf ihre Umwelt aus, trotz ihrer
meist bescheidenen Größe. Gerade die architektonischen Strategien mit
mikropolitischem Ansatz sind am wirkungsvollsten: Was da ist, wird
aufgenommen und verändert.

Mit Witz und Ironie werden hier überkommene Typologien auseinander genommen
und neu zusammengefügt. Die Gebäude einer jungen Generation von kritischen
deutschen Architekten zeichnen sich durch eine innovative Verwendung neuer
Materialien aus, sie verändern allgemein Bekanntes und bieten Lösungen an,
die auf provokante Weise wirksam sind. Grundlage hierfür ist die Ablehnung
elitärer ästhetikauffassungen in Verbindung mit Erfindungsgeist und Mut zum
Risiko.


urban drift is looking forward to seeing you at the Venice Biennale.
http://www.deutschlandschaft.de

Weitere Informationen in englischer Sprache: http://www.labiennale.org/en/

urban drift
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