Von Karin Hinterleitner am 01. Juni 2004 um 20:24

Mehr als das Auge sieht -
Die (un)heimliche Lesbe im Gespensterfilm

Die Filme, die als die besten Gespensterfilme Hollywoods bezeichnet wurden -
wie The Uninvited/Ein unheimlicher Gast (Lewis Allen, 1944) oder The
Haunting/Bis das Blut gefriert (Robert Wise, 1963) - haben durch einen
unheimlichen Zufall zugleich gruselige lesbische Untertöne.

Dieser Aspekt steht im Mittelpunkt des Ringvorlesungsvortrags, den die
Berliner Filmwissenschaftlerin Michaela Wünsch am kommenden Dienstag, 8.
Juni, um 19 Uhr in der Aula der Merz Akademie, Teckstr.58, 70190 Stuttgart,
halten wird.

Wie die Filmwissenschaftlerin Patricia White herausgestellt hat, sind solche
Filme oft als Familientragödien maskiert, entfesseln aber einen Exzess
weiblichen Begehrens, der nicht gebändigt werden kann, ohne Zuflucht zum
übernatürlichen oder besser, zum Widernatürlichen zu nehmen. Lesbisches
Begehren im visuellen Raum des Kinos manifestiert sich entweder versteckt
und/oder in einer geisterhaften Erscheinung, wie an verschiedenen
Filmbeispielen aus dem Gothic-Genre demonstriert werden soll.

Die Referentin
Michaela Wünsch promoviert im Fach Kulturwissenschaft zur Inszenierung
weißer Männlichkeit im Horrorgenre. Sie ist Stipendiatin des
Graduiertenkollegs "Codierung von Gewalt im medialen Wandel" an der
Humboldt-Universität zu Berlin



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