Von Betacity am 31. Dezember 2003 um 00:21

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TITEL: oberwelt 9. 1. & Vorschau bis April

AUTHOR: Peter Haury -


BEITRAG:

Zum Neuen Jahr gleich was für den Terminkalender!
Oberwelt e.V. Reinsburgstraße 93 70197 Stuttgart, http://www.oberwelt.de

Programm Januar – April 2004 öffnungszeiten: Mo. 21.30 – 24h u. n. V.
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Eröffnung Freitag, 9. 1. 2004, 19.00 Uhr

Lenka Clayton “Qaeda Quality Question Quickly”

Ausstellung vom 09.01.2004 bis zum 18.01.2003

Besichtigung 24 Stunden - Alle Arbeiten werden nach dem Eröffnungsabend vom Schaufenster aus einzusehen sein. Kontakt: 0179 – 68 51 963

Im Zentrum der Ausstellung von Lenka Clayton steht ihr Dokumentarfilm „Qaeda Quality Question Quickly Quickly Quiet“, in dem die britische Künstlerin alle 4100 Wörter der Video-Aufzeichnung von Goerge W. Bush's berühmter „Achse des Bösen“-Rede minutiös neu zusammenfügt: alphabetisch geordnet. Diese spröde formal-statistische überarbeitung dokumentiert auf faszinierende Weise die obsessive US-Rhetorik nach dem 11. September 2001.

Lenka Clayton zeigt erstmalig Print- und Video-Dokumente, die sie mit semantischen Analysemethoden überarbeitet. So befördert sie überraschende historische Verschiebungen des deutsch-deutschen Wortschatz zu Tage, wenn sie die Startseite zweier Ausgaben der ehemals ostdeutschen Berliner Zeitung - von vor dem Mauerfall und genau 10 Jahre später - Wort für Wort ebenfalls alphabetisch sortiert.
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Eröffnung am Mittwoch, 28. 1. 2004, 19.00 Uhr

Uli Schwinge: Die Propaganda des Großen Nichts oder Lars Vegas: Präsentation seiner ersten CD______________

Ausstellung vom 29. 1. 2004 bis zum 5. 2. 2004

Besichtigung Montag, 21. 30 bis 24h u. n. V. Kontakt: (0711) 3417628

Die erste CD von Lars Vegas wird während der Vernissage von dem Stuttgarter Dj Alex Deluxe präsentiert, danach VEGAS-DELUXE Alltime Favourites. Was ist ein Star? Ein Mythos? Was sind die Voraussetzungen, die ihn zur Identifikationsfigur erheben? In welchen Dimensionen von Subjektivität bzw. Intersubjektivität ist das Begehren, die Identifikation mit dem Star angesiedelt? Wie hat sich die Identifikation verändert? Was sagt Andy Warhol? Welche Rolle übernehmen die Massenmedien?
Die Installation DIE PROPAGANDA DES GROSSEN NICHTS bedient zwei Ebenen: Die Ebene des Begehrens (Superstar zu werden) oder auch Uli-Ebene und die Superstar-LarsVegas-Ebene. Die Installation/Performance zeigt den Weg zum Pop-Superstar und den Superstar als Superstar, das Begehren dies zu werden, Interviews, Autogrammstunden, die Lars Vegas Biographie «Rock`n`Roll is never too loud», die üblichen Devotionalien eines Superstars wie Autogrammkarten, Flyern etc. und mündet schließlich in eine Performance, die eine Casting-Situation ist.
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Eröffnung am Freitag, 13. 2. 2004, 20.00 Uhr

Robert Steng: Mit dem Rücken zur Rückwand___________

Ausstellung vom 14. 2. 2004 bis zum 27. 2. 2004

Besichtigung Montag, 21.30 bis 24 h u. n. V. Kontakt: (0711) 814 90 90 9

Wir leben in unseren Wohnungen mit Tischen und Regalen, auf Betten und Stühlen. Die Formen, die diese Gegenstände für uns annehmen müssen, spiegeln unsere begrenzte Perspektive auf das allgemein tosende Leben. Das Material arbeitet für uns für eine begrenzte Zeit und sucht danach den Weg zurück in seine Freiheit (zumindest wechselt es den Arbeitgeber). Während die Maler mit öl auf Leinwand malen, ist der Keilrahmen darunter schon auf dem Weg zurück in den Wald. Die Euro-Palette will nicht unbedingt in Europa bleiben. Mit minimalem Aufwand öffnet sich ein Bauteil, und plötzlich stehen wir mit dem Rücken zur Rückwand!
b.w.
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Eröffnung und Dauerperformance am Samstag, 20. 3. 2004, 19.00 – 02.00 Uhr

Pastinake Nogenfudt: Delphinfreundlich________________

Ausstellung vom 21. 3. 2004 bis zum 28. 3. 2004

Besichtigung Montag, 21.30 bis 24h u. n. V. Kontakt (0711) 65 71 187 und 65 00 67

Nach einem langen erfüllten internationalen Künstlerleben will Frau Nogenfudt nun doch noch mal nach Stuttgart kommen. Und nicht etwa wie sonst in renommierte Ausstellungshäuser, sondern extra für die Museumsnacht begibt sie sich in die Oberwelten. Ihr Gesundheitszustand gibt uns zwar Anlass zur Sorge, aber wir hoffen sehr, dass sie trotz ihres Alters noch diese letzte Ausstellungs- und Performance-Tournee durchstehen wird.
Als gebürtige Amerikanerin erinnert sie sich: „New York was my favourite Kindergarden. There I learned to respect tales.“*
Als Wahl-Hamburgerin strahlt sie uns an: “Since my first footstep into its toilets I was deeply impressed by Hamburg´s wealthy charme, the feelable freedom and mental openess of this authentic metropole.”**
Nach ihren Erinnerungen an ihre Exilheimat Stuttgart befragt, tritt ihr wahres Alter unter der perfekten Maske zutage, ihr Gesicht umflort sich mit einem Ausdruck der Empathie: “Mistaken and unloved children, lonesome and ignored – mournfull eyes reflecting the mercedes-star – I embrace them all!”***
Wir freuen uns auf eine exzentrische Ausstellung, reich an Phantasie, Kitsch und Ausdruckskraft, tief verwurzelt in einer gewachsenen ethischen Basis. Pastinake Nogenfudt ist bekannt dafür, schonungslos zu sein, auch sich selbst gegenüber.
Highlight der Museumsnacht. (Eintritt frei)

*New York war mein liebster Kindergarten. Dort lernte ich Märchen respektieren.
** Seit ich das erste Mal eine seiner Toiletten betrat, war ich tief beeindruckt von Hamburgs wohlhabendem Charme, der spürbaren Freiheit und geistigen Offenheit dieser authentischen Metropole.
*** Verkannte und ungeliebte Kinder, einsam und unbeachtet – traurige Augen reflektieren den Mercedesstern – ich umarme sie alle!
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Eröffnung und Buchvorstellung am Samstag, 3. 4. 2004, 19.00 Uhr
In Kooperation mit dem Schocken
Nevin Aladag: spin - freeze
Hannes Loh & Murat Güngör: FEAR OF A KANAKPLANET

Ausstellung vom 4. 4. 2004 bis zum 16. 4. 2004

Besichtigung nach Vereinbarung unter 0173 / 3050383

Für ihre "Freeze“ – Serie hat Nevin Aladag Breakdancer fotografiert, die ihre Moves in
erstarrter Pose beenden - „einfrieren“. Der Freeze ist ein gängiges Inventar des Breakdance. Aladag hat verschiedene Freezes im öffentlichen Raum rekonstruiert. Die B-Boys, jugendliche Migranten, stehen an öffentlichen Plätzen vor verkehrsreichen Straßen oder vor vorbeigehenden Passanten. Durch Langzeitbelichtung zeigt sich dieser Hintergrund verwischt. Die energiereichen Schnittpunkte (spin) stehen im Gegensatz zu den erstarrten Posen der zur Skulptur gewordenen Tänzer (freeze).
Nevin Aladag, 1972 im türkischen Van geboren, zeigt in ihren Arbeiten Situationen, in denen Brechungen ethnischer Festschreibungen sichtbar werden. So auch in ihrem ebenfalls gezeigten Video „Familie Tezcan“, das Portrait einer türkischstämmigen Familie, in der Vater und Mutter den Kindern HipHop-Schritte beibringen, für die sie Elemente aus arabischen Folkloretänzen kombinieren.
Hannes Loh und Murat Güngör stellen ihr Buch zu “Hip Hop - zwischen Weltkultur und Nazi-Rap“ vor. Damit hatte niemand gerechnet, aber das Tabu ist gebrochen: Seit dem Jahr 2001 gibt es in der deutschsprachigen Rapszene erstmals nationalistische Statements. Deutscher HipHop hat sein Gesicht verändert; die Aufbruchsstimmung der Achtziger- und frühen Neunzigerjahre ist verloren gegangen. Damals bauten viele Türken, Afrodeutsche, Jugoslawen, Griechen, Italiener und Deutsche eine Szene auf, in der Herkunft, Hautfarbe und sozialer Stand keine Rolle spielten. Vor allem die Kinder so genannter Gastarbeiter machten mit HipHop nachdrücklich auf sich aufmerksam.
Murat Güngör (selbst ehemaliger Rapper und Mitglied von Kanak Attak) und Hannes Loh (Ko-autor des Buchs 20 Jahre HipHop in Deutschland) gehen der beunruhigenden aktuellen Dynamik nach und beschreiben die Entwicklung und Polarisierung der Szene aus einer kritischen Perspektive. Außerdem lassen sie all jene zu Wort kommen, die in der Erfolgsstory des "Deutschrap“ bisher nicht gehört wurden. Am späten Abend legen Loh und Güngör im Schocken Hip-Hop auf. http://www.kanakplanet.de/

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