Von Peter Haury am 17. September 2005 um 13:50

Liebe Freunde und Interessierte, anbei unser Programm im Herbst 2005
(Oberwelt e.V. Reinsburgstr. 93, 70197 Stuttgart, Bilder unter
http://www.oberwelt.de, öffnungszeiten: siehe jeweils untenstehend)

Freitag, 23. September 2005, 19.00 Uhr Eröffnung:

Lucy Harvey

Arbeiten aus dem Lebensführer

Besichtigung der Ausstellung bis 10. 10. 2005 Mo 21.30 – 24h sowie
zusätzlich Di, Fr, Sa, 16 – 19h und nach Vereinbarung unter Tel: 0711
– 2238189 oder 2200637

Den unendlichen Möglichkeiten des menschlichen Lebens und den
zwangsläufig notwendigen Entscheidungen des Individuums begegnet Lucy
Harvey mit beispielhafter Pragmatik. In den einzelnen Kapiteln Ihres
stetig wach-senden Nachschlagewerkes sammelt sie alles, was für ein
erfolgreiches Leben notwendig ist.
Prototypische Situationen aus der Autobiografie, Fiktion und
alltäglichen Gegenwart bilden den Raum, den die Künstlerin souverän besetzt.
Ihre Ausstellungen führen Möglichkeiten der Distanzierung vor Augen, die
für eine humorvolle Lebensführung notwendig sind oder eine solche erlauben.
Der Lebensführer wächst nun seit 8 Jahren. Mit thematischen
Ausstellungstiteln wie : „Lethargieentfernung“ , „Gewöhnung an fremde
Räume“, „Leben auf den äußeren Hebriden“, „Unterhaltungsstrategien für
Alleinlebende“ schafft Lucy Harvey ein unverzichtbares Kompendium.
In der Oberwelt zeigt Lucy Harvey verschiedene Aspekte der Arbeiten der
letzten Jahre.

Kapitel des Lebensführers :
I Philosophische Grundlagen II Notwendiges Wissen III Produktives Leben
IV Autobiographie V Schönheit VI Kunstmachen



Freitag, 14. Oktober 2005, 19.00 Uhr: Eröffnung:

Hussam Naggar Chaosmos

20.00 Uhr: Lesung / Erklärung der Objekte

Besichtigung bis 31. Oktober 2005 Mo 21.30 – 24 h u.n.V. unter
Tel. 07141 - 76585 oder 0711 - 650067

Die Objekte: ein Regenschirm mit Löchern, Schuhe aus einem Reifen, ein
schwarzer Holzkopf trägt einen Schubkarren-schlauch, Teilabguss eines
Reifens, Foto eines Pinguins, eine Gummikrone, ein schwarzes Quadrat mit
16 Messingwirbeln
Die Gedanken:
Gedankenlesen, LOSE auflesen. Impulse, singuläre Momente, Stochastik.
Unabweisbar monoton, der Klang von Regen, Mono-logie, wattierte Andacht,
Ruhekissen.
Folge Planelemente..Kontinuierlich, analoges Signal, gemäß...
Erweckung von Vorstellungen ohne äußere Einflüsse
Lineares Denken: ohne Rück Sicht auf Wiederholungen. Auf Vereinzelung
setzen, Verästelung, Individuation bis zur Nadelspit-ze, nicht Acht
geben auf Schnörkel oder Selbstähnliches. Feine Verflechtung, Treffer
Folge. Nur, Glucose für das Neuron, Verkettung ist das Wahre, die
Aufsicht ein Netz. Immer wieder sofort zur Sache und keine Ziererei oder
Getue gar Gehabe, neuronales Geweih, das Wort und der Gedanke fallen
zusammen, einstimmig, in Anbetracht der Kongruenz, sogar Fäden, gar
vielleicht Schleifen, ob doch nicht, alles nur Vernebelung, Zerstreuung.
Verstaubung, Fokussierungen sogleich ablenken. Sogleich, weil sonst das
Tik mit dem Tak der Zeit einen Zusammenhang bildet, dem Fluss Steine in
den Lauf legen. Widerstand zerrieben, es rinnt dahin, Fließen, viel Zeit
bleibt nicht. Ein Glas zerspringt. Einmal gedacht viel Zeit zu haben und
schon krab-belt eine Fliege, auf der Haut kribbelt es sechsfach hastig.
Oder Muße haben, die Augen geschlossen, ein Flow erleben, be-wusst Sein,
ein Splitter, ein Gedanke über das Ende dessen kommt in die Quere. Zeit
ist Frist. Zeit kann ich nicht haben. Um den Denkschmuck wird zuviel
Aufwand getrieben. Die Folge ist Verlustreibung.
Es geht viel einfacher. Alles von Allem entkoppeln. Partikel lösen sich.
Ein Vesikel mit Neurotransmitter. Ich ein Spiel im synap-tischen Spalt.
Das Kind in mir. Immer wieder abnabeln. Losschälung. Moment Mal.
Frisiert oder wuschelig, Guten Morgen, ob die Assoziation verbindlich
ist, oder rückwirkend verdächtig, kausal, lauwarm. Reflexion:
willkürlich gesetzt, einfach weiter, auf jedem Fall Random, ziellos,
wahllos, zufällig, aufs gerate wohl. Der nächste Gedanke ist nicht
absehbar, deswegen Zufall. Nein, doch, voll und da, hier und jetzt,
faktisch, das nackte Dass; gleich wieder vergessen. Sogleich, weil sonst
die Zeit dauert, ver-staubt, und dem Und, sogleich ein Und folgte.
Buchstabensuppe. Schafkopf und Schlachthof, Kanaster. Dem Raster, der
Kate-gorie verfallen. Oder die Willkür zur Regel erheben. Rochade. Eine
Stichprobe ins Grau der Substanz, ein Schuss ins Blaue, auf gut Glück.
Ausgeschlossen bequem, geruhsam sein. Sein. Verwunschen. Ein Sog bindet,
verzaubert, könnte bestimmend werden. Verfluchter Fluchtpunkt. Selig,
glücklich, wozu? Ist doch zwecklos. Ich will doch was sagen, laut
Vereinba-rung, Laut Vereinbarung. Will sagen: die Zufallstreffer
erhöhen, immer wieder momentane Konzentration auf Einzelereignisse.
Prägnant, und sogleich abschweifend. Blindlings faseln. Die
Aufmerksamkeit auf das Einzelne ist begleitet von Verbindungsfol-gen;
diese Folgegedanken können reflexiv zurückverfolgt werden und in ihrer
Determiniertheit gebannt werden. Drauflos reden, Blindfaden,
aufgehaspeltes Kabelgarn, ranzig, widerlich, erbittert weiter, ohne
Plan, flach, flacher, ein dimensional, Elemente, von Punkt zu Punkt.
Ausdehnungslos. LOSE Aneinanderreihung ungebundener Etwasse, nichts
ausschließen. Ich habe Hun-ger. Eine Emulsion verbindet. Schlafen zögert
hinaus. Differenzen sind auch Schablonen. Baum oder Myzel. Scheuklappen,
Starrsinn ist lächerlich; ob Verflechtung in der Ebene oder, keine
Argumente, kein wenn dann, Kausalität ist auch Wiederholung, nur die
Vereinzelung zählt, hastig aufgehaspeltes Kabelgarn, Fächer von
Singularitäten, dem Sternenhimmel gleich, ein kom-poniertes Chaos,
Chaosmos, und auch so... . Ständig unbeständig. Unbestimmt,
unberechenbar für sich sein, ichlos, probabi-listisch, es sprechen
stichhaltige Gründe dafür.

4. November 2005, 19.00 Uhr Eröffnung:

Jörg Umrath

Vom Fliegen

Besichtigung bis 21. November 2005 Mo 21.30 – 24 h u.n.V. unter
Tel. 0711 – 65 00 67

Jörg Umrath ist Künstler und leidenschaftlicher Gleitschirmflieger.
Unter anderem hat er zeitweise als Testflieger für die Entwicklung von
Gleitschirmen extreme Flugsituationen und Abstürze in der Luft simuliert
und ist damit bis an die Grenzen der fliegerischen Möglichkeiten mit
diesem noch sehr jun-gen Fluggerät gegangen. Auf vielfältige Weise lebt
er also Erfahrungen, sich in schwindelnden Höhen zu exponieren.
Im Sommer 2004 hat er im Rahmen eines Stipendiums im Engadin begonnen,
seine bildnerischen und fliegerischen Aktivitäten auf faszinierende
Weise zu verknüpfen und wird in der Oberwelt drei wichtige Stränge des
Projektes präsentieren.
Zum einen hat er Menschen unterschiedlichster Alters- und Berufsgruppen
über ihre Vorstellungen vom Fliegen befragt, sei es in Träumen, Wunsch-
oder Angstvorstellungen. Anschließend hat er die-sen Personen, die von
sich aus keinen direkten Zugang zu einem Extremsport wie dem Fliegen
ge-habt hätten, im Schutzraum des Tandemfluges (vor dem Bauch des
erfahrenen Piloten) zu dem be-wegenden Erlebnis verholfen und sie danach
wiederum interviewt. Ein vollkommen unwahrscheinli-ches, reales Erlebnis
dringt in die elementare Vorstellungswelt ein.
Zum zweiten hat er mit satellitengestützten Orientierungssystemen
dreidimensionale Kartierungen von Lufträumen unternommen, in denen die
Flugbahnen grafisch die großen unsichtbaren Volumen land-schaftlich
beschreiben und auch thermische Bewegungsqualitäten verorten.
Schließlich beschäftigt er sich mit dem Blick des Fliegenden unter sich,
in die Tiefe und in die Weite, dessen Eigenarten und Wesen eine Auswahl
von Fotografien dokumentieren wird.

2. Dezember 2005, 20.00 Uhr Eröffnung:

Annett Zinsmeister, Berlin

OUTSIDE_IN

Besichtigung bis 16. Dezember 2005 Mo 21.30 – 24 h u.n.V.
unter Tel. 0178 - 4405023

Ein zentraler Aspekt im Werk von Annett Zinsmeister ist die
Auseinandersetzung mit dem Prinzip der Serie.
Gekoppelt an architektonisch - räumliche Fragestellungen lotet sie in
ihrer Arbeit dieses Thema in unterschiedlichen Facetten aus.
Dabei treten serielle Produkte ebenso in den Fokus der Künstlerin, wie
deren utopische, historische und technische Bedingungen.
Bei der künstlerischen Umsetzung arbeitet sie mit räumlichen
Installationen und seriellen Bildwerken.

Oberwelt wird gefördert vom Kulturamt der Landeshauptstadt Stuttgart,
dem Land Baden-Württemberg und der Hoppe-Ritter Kunstförderung


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