Von N0name  am 02. Dezember 2013 um 17:43

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#) n0name newsletter 160 So., 01.12.2013 06:01 CET Umlaute!/Umlauts!








de-hasht






*Inhalt*

0. Vor dem Spaetkauf ...
1. Versuch einer Jam-Rezension
von _Materialitaet der Diagramme. Kunst und Theorie_. Susanne Leeb
(Hg.)
Quasi-Bildschirmfoto des sog. Textfilms
2. Flächen für die Kreativwirtschaft
3. Kurzbeschreibung einer Fernsehreportage
4. Blick, Zusammensetzung, der Topos am Platz
Ikonische Trigger der A-Revolte in Istanbul bilde[te]n eine
gutgeheißene Protest-Kreativität
5. deutsches Internetz

116 KB, ca. 22 DIN A4-Seiten

Unicode

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0.

Vor dem Spaetkauf gibt sie ihm die Gitarre und geht in den Laden
Gib ihm die Gitarre und geh in den Laden
Nimm die Gitarre
Geh in den Laden und gib ihm vorher die Gitarre

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1.

Der folgende Text -- urspruenglich zur Publikation im nn #159 geplant
-- ist bei der connex i/o 4 n0name Jam-Rezension _Materialitaet der
Diagramme_ am 21.12.2012, 22:00 und folgende entstanden. Bis auf
nachtraegliche Ergaenzungen in [ ] handelt es sich um ein
Quasi-Bildschirmfoto des sog. Textfilms auf der Webseite
blackboxproduction.de/connex/ ereichbar ueber "TextFilm Player", hier
formatiert fuer den n0name. Redundanzen wurden dem Samplingcharakter
des Textfilms folgend weitgehend beibehalten und wenig gekuerzt, hier
und da wurden rechtschreiberische Korrekturen vorgenommen.
Der URL wurde oftmals mit "blackboxproduction.de/connex/#"
inkl. Raute angegeben, das war falsch. Die richtige Adresse ist:
http://www.blackboxproduction.de/connex/ (Stand 27.11.2013 15:11)

Matze Schmidt




Screenshot

TextFilm 24.12.12 15:47:02

Nietzsches Schreibmaschine, Italo Calvinos Diagramme neben den Texten,
von denen er nicht mehr weisz, was sie zu bedeuten hatten, du ziehst
die Kapuze deiner Kapuzenjacke ueber den Kopf wie ein Boxer vor dem
(Schreib)Kampf, das Spielzeug, das als Objekt und Medium ohne Kanal
Kinder zu Handlungen bringt, die Kinder-Kasse mit Scanner inkl.
Kreditkarte, Muenzen, Geldscheinen, zu Einuebungen, die
rezeptionistische Konsumententheorie, die zur mannigfaltigen
Produktion moechte und die Produktivitaetsbedingungen praktisch
verstehen will, ihre Praxis der Schreibung aber semiotisch
bleiben laesst oder das zeichenhafte Potential fuers Produzieren am
Denken, das koerperlich ist misst und alles in der Kette um das
kosmopolitische International Council der Kultur legt. Der Kritiker
einer Metonymisierung, Rauch fuer Feuer, Medium fuer Technik, Technik
muss technisch bleiben, die direkte Kopplung der technischen Maschine
mit der psychsichen .

[Der einguebten Kinderkasse zu entkommen, ist nicht der Plan der
paedagogischen "Konsum-Striptease"-Experimente zum "nachhaltigem
Konsum". Hier wird ethisches Verhalten vorfuehrend eingeuebt, den
Konsum nicht zu hintergehen, ihn subjektiv zu steuern.]

Henry A. Kissinger sitzt immer in der Mitte des Netzes, die
diagrammische statistische Einteilung des Koerpers 'der' Frau in
Quadranten ihrer Brust fuer Krebsbehandlungen, Maja Sacher von Andy
Warhol





Die Begriffssortierung geht von einer material-materialistischen
Materialitaet aus und zitiert Deleuze und Guattari nach Schmidgen wo
das Diagramm maschinisch so verstanden wird:

Konjunktion von Materie und Semiotik

Im Uebersetzungsversuch:

Die Konjunktion von Materie und Geist

Cramer 'verkennt' also die Prodiktivitaet der Maschine
Produktivitaet, den Eigensinn, der Maschine 'im Kopf', wenn er
schreibt:

"Fällt die Maschine weg und vollzieht sich die Berechnung im Kopf
von Schreibern und Lesern, wie in den meisten algorithmischen
Dichtungen seit Optatianus Porfyrius, wird die Frage des
vermeintlichen „Mediums“, das die Instruktionen vollzieht, endgültig
prekär, und eine Geschichte dieser Literatur als „Mediengeschichte“
nicht schreibbar."
http://www.netzliteratur.net/cramer/poetische_kalkuele_und_phantasmen
.pdf

Der Schreibprozess mit/in/an connex i/o hat die Problematik, Text zur
fragmentieren, wenn man von Text als Suppe oder Summe ausgeht. Suppe
als Einerlei, Summe als Kohaerenz. Fragmentierung kann sortieren
helfen, kann zerteilend wirken. Summe herzustellen waere moeglich
ueber eine[n] Slot, den man ausschlieszlich fuellt. Kopieren +
Einfuegen kann dann die 100 Slots wie 100 x Schreiboberflaeche
(Editor) behandeln.

Diagramme haben aehnliche Bedingungen, da ihre Semiotik mit den Topics
des Funktionellen, des Sichtbaren und damit des Aufzeichbaren zu tun
hat. Nochmal zur Ontologie <Frage nach dem Seinsunterschied der
Gegenstaende> in Bezug zur behaupteten Materialitaet der Diagramme.
Wenn Graphen mit Holert nach Peirce (S. 161) veweisen, auf Existenzen,
steht eine kategoriale <in Kategorien unterscheidende> Frage an.
Naemlich die, welche die Konjunktion <Zusammenfuegung,
Aneinanderlegung, Anbindung> des Materiellen mit dem Semiotischen
<Zeichemaeszigen> nicht so einfach existieren <entstehen> laesst.

Der Graph, der verweist, ist auch der Erklaerungsversuch fuer den
graphisch Arbeitenden, dass das Zeichen nicht das Ding ist. Der Graph,
der verweist, verweist auf etwas, das (ontologisch) nicht er ist.
Daran schlieszt sich die Frage an / daran kann die Frage
angeschlossen werden, was mit Materialitaet genau (kategorial) gemeint
ist, oder was mit dem materiellen Charakter der Zeichenkonglomerate
(Diagramme) hindurch (dia) gemeint ist. Es gibt also eine
unhintergehbare Metaphorik 'in' der Theorie des Diagramms selber, die,
auch wenn sie Verweis und Bedeutung (etwas meint etwas, be-deutet
etwas) nicht in der Rede/Schreibe fuehrt, wirksam ist, oder gerade
dann wirksam ist. Ist die Materialiaet des Diagramme ihre spezifische
Materialiaet (Zeichenoberflaeche, Beschaffenheit der Materialien,
physisches Objekt Zeichentraeger, medialer Aufbau) oder die
Materialiaet der Objekte (Existenzen), auf die das Zeichen im Kontext
der Zeichen auf dem Graph verweist, gemeint? Ist das erstere so, dann
laesst sich sagen, dass in der vermeintlichen dynastischen
(grossbuergerlichen) pietaetischen Kette des Graphen _reiche Mutter -
erbende To(e)chter - tote Soehne_ (Roche, Oeri, Leeb, Laurenz) eine
Umreissung einer Re-Disziplinierung (im Deleuzschen Jargon
"Reterritorialsierung") stattfindet, die eine Aesthetik (Lehre des
Schoenen) in Verbindung mit einer Aisthesis (Lehre der Wahrnehmung)
dort wieder instandsetzt, wo ihre Bedrohung am virulentesten wurde,
am Graphen, der 'Denken macht'. Als Regel aufgestellt: Immer dann,
wenn Disziplinen bedroht sind, stellen sie sich ihrer Entgrenzung an
einem Gegenstand, der sie nicht selbst sind, der aber ihr
repraesentierender Topos ist, um neue Grenzen der Disziplin mit Linien
zu (um)ziehen (diagráphein). Meinte die die Materialiaet der Diagramme
aber die der Objekte im Ausserhalb des Zeichenkontexts, dann gilt das
ebenso und wiederholt blosz die Domaene der Kunst-Aesthetik, deren
Gegenstand nun das semiotisch geschulte Denken ist. Entgrenzung ist
hiernach Eingrenzung einer Haftigkeit (das Diagrammhaftigte).

Oder ist eine Materialiaet gemeint, die beide Kategorien
ueberschreitet und in die Operationabilitaet der Zeichen-Maschinen
(Schrift, Computer, Software/Hardware) faellt? Die Zeichenoperation
(S. 166), die neuen Verfuegungen (S. 161). Jeder Architekt wird den
unterscheidenden Unterschied <Kategorie> kennen von Zeichnung und
Ausfuehrung. Gustave Eiffel musste die leichtere Eisenkonstruktion im
Gegensatz zu einer 300 Meter hohen Steinkonstruktion auch semiotisch
rechtfertigen. Giovanni Battista Piranesi musste sich ohne
auszufuhrende Konstruktion auf das Semiotische zurueckziehen. Zieht
sich die Disziplin der semiotischen Wissenschaft der Kuenste aufs
Semiotische zurueck, das Feld des Visuellen, folgt sie mit einer
radikalen Materialiaet von Graph im Verweis auf das Ding nur scheinbar

den notwendig gewordenen De-Disziplinierungen (S. 173), die noch in
den 1970er Jahren im Anschluss an die Moderne vor der Katastrophe
"WKII" verfolgt wurden. Ihr Seitentext zur Kreativitaet der
Diagrammisten und Diagrammistinnen verfolgt das Visuelle geradezu
(latent paranoid, wie Cramer ueber die Medientheorie sagte). Warum?
Phantasmen sind nicht rein aufklaererische Begriffsprojektionen. Wo
Cramer mit der syntaktischen Maschine beginnt (symbolische Maschine
Rechner, Turingmaschine, die alle anderen Maschinen universell
simulieren kann), hoert er mit ihr nicht auf. Erst am Ende seiner
syntaktischen Zeichenkombination. Die Paranoia gilt fuer ihn ebenso,
nur umgekehrt, und hat hier in dieser Rueckschau das Resultat, dass
man der Paranoia folgt, die diagnostiziert wurde.
Wenn Phantasmen produktiv sind, und Graphen produktiv wirken, ist
nicht einzusehen, warum der Bauarbeiter der Risszeichnung nicht
paranoid folgend, 1889 einen Eisentraeger nach dem anderen (im
Goldenen Zeitalter der lange stattgefundenen Restauration und
Niederschlagung der Revolten) aneinander fuegt. Das Materielle dieser
Performanz ist im Visuellen weder aufgehoben noch nur vorgeplant, wie
der Mythos des Architekten besingt (vegleiche ntv 24.12.2012, 03:45,
"Giganten der Moderne: Türme"). Der Unterschied von Zeichen und Riss
zum Ding muss dem Architekten klar sein, dem Arbeiter ist der
Unterschied von Objekt zum Zeichen, Riss klar. Mit dem visualistisch
Disziplinaeren geht die bekannte Trennung der Arbeitswelten einher.
Eine Diagrammatologie, die sich bildet, veranschlagt fuer sich das
Visuelle erotisch (S. 235, S. 241) neu, und bleibt unter sich, wenn
sie nicht einmal soziologische Beobachtungen macht.



Konsument, Rezipient

verschiedene Texte zueinander in Slots

Eine Rezeptionstheorie kommt in der Besprechung des diagrammatisch
attackierten Warenfetisch einer empoerenden Konsumententheorie gleich,
die gekoppelt wird mit der Produktivitaet, aber einer der Psyche, der
Diagramme, der Zeichnung, deren Produkt fuer diese Aesthetik
diagrammtische Produkte sind, Modelle, Designs. Eine
Produktivitaetstheorie, die poetische Objekte und Aktionen ansteuert,
fuer die "Woerter operative Instrumente" (S. 203) oder Medien sind.
Diagranmmtisch also Praktiken am Graphen in die Welt hinein. Der Riss
macht den Eisentraeger. Jede Geschichte der Hardware (die Hardware
heisst, weil es auch Software gibt) wuerde am Medium Rechner, das Text
oder Girokonten oder eine Herz-Lungen-Pumpe darstellen kann, wuerde
hier eine metonymische Verschiebung sehen, wie Cramer (_Exe.cut[up]able
statements_) fuer Medium und Technik diskutiert. Waere -- im
Analogisieren -- das Metonymische <das notwenige, nichtarbitraere
Zeichen (Rauch fuer Feuer)> des Diagramms aber soetwas wie auf dem
Display verschiebbare Apps, deren Optionabilitaet Architekten zu
optionablen, dynamisch veraenderbaren Bauten inspiriert? Oder das Glas
in der Klappe des Ofens, durch welches das Fuer sichtbar aber nicht
fassbar ist? Der 'falsche' Kamin im Wellnessbad, wo vor fest
angeschraubten Holzscheiten Gasflammen echte Waerme erzeugen. Visuelle
Programmierung, deren Oberflaeche den codierenden Code codiert.

[Das Visuelle 'Selbst' laesst sich auch eigenauegig programmieren.
Auch ohne Fernbedienung kann das fokussierendne Auge mit seinem
beschraenkten Schaerfebereich die Spots am Bild des Monitors im
laufenden Programm (den laufenden, konkurrierenden Programmen) fuer
eine Auf-Loesung partieller Bildelemente untereinander. Teile werden
nicht mehr fuer ein Ganzes gesehen, dafuer herausgeloest ohne sofort
in zusammenpassende neue Gebilde transferiert zu werden.]

pause pausen markieren wie im gespeicherten ab-gespeicherten,
weggespeichertenbchat d. schreibprozess

einer praxis semiotischer handlungen muss glaube ich nicht das wort
geredet werden, die betonung des praktischen, des agierens im
aesthetischen ist vermutlich eine weiterhin vorhandene aber darum
verspaetete reaktion auf die aura der ware als bild, skulptur, geraet.
oder ist es darum gegangen, den anschluss zu suchen an subversive
symbolische praxis generell -- vom standpunkt einer privilegierten,
maezenierten praxis der wissenschaft aus?

Ich glaube unstrittig ist, dass semiotische Systeme Prozesse in Gang
setzen koennen. Zumal wenn es sich um 'geladene' Systeme handelt --
solche, die eine Potenz geladen haben, auf ein Intial etwas
programmisches folgen zu lassen. Programmierer nennen gerne
(zentralperspektivisch?) das Ereignis, was sich im Anschluss an eine
Interaktion (wie sie es nennen) mit dem Rechner ergibt. Semiotische
Verfahren, semiotische Umfelder sind z.B. auch Karten. Die Karte der
Terminals des Frankfurter Flughafens loest aber nur unter Umstaenden
ein Ereignis aus, z.B. das zum Gate sowieso zu gehen; nur wenn das
einen der Karte aeusseren Sinn macht, einem Zweck verbunden ist, dem
die Karte vorbeugt, diesen aber nicht enthaelt. Dieser Zweck -- gehe
zu Gate sowieso -- ist der Karte nicht eingeschrieben. Sie kann so
gelesen werden, dass der Zweck mit ihr gekoppelt wird, aber die Karte
loest ihn nicht aus. Es sei denn, die Karte als Diagramm wird
programmatisch interpretiert, als Handlungsanweisung. Klar ist aber,
dass die Karte die Moeglichkeit, das Gate zu finden in Kombination
mit raeumlicher Vorstellung anschreibt, sie schreibt sogar den Ort
und jeweils den den Weg vor. Sie ist -- und das ist wichtig fuer die
Stellung des Leser/Autors/Nutzers (ein Diagramm kann kein UI sein)
zum Diagramm und fuer den Status des Diagramms -- jedoch kein
Programm, das seine eigene Ausfuehrung mit sich bringt. Dass das Lesen
der Karte schon ein Ereignis darstellt (von aussen betrachtet), oder
sogar eine Praxis ist banal. Zu klaeren waere aber, was mit "Praxis"
ausgesagt werden soll, eine politische, eine gesellschaftliche ...,
wenn ja inwiefern? Blosz eine Praxis gegen den Warenfetisch oder das
Regime der Schrift-Gelehrtheit? [Buch ganz durcharbeiten!] Das Wort
scheint diese Richtungen zu denotieren, wenn Praxis abgesetzt werden
soll zum Kontemplativen, Reflektiven.

In jedem dritten Netz-Ratgeber wird Deleuze heranzitiert, um die
technische Vielfalt, die Diversitaet von verschiedensten Netzen auch
philosophisch abzusichern. Ob diese mit der DARPA-Historie, CERN, dem
gigantischen App-Markt so je gegen war, ist fraglich. Jedenfalls deckt
sich das Interesse an Diagrammen mit dem bildwissenschaftlichen, ueber
Kunstgeschichte hinausgehenden, Anspruch und Posten, alle visuellen
Phaenomene und Systeme abzuforschen. Wenn dies ebenfalls als Praxis
postuliert werden muss, scheint ein Legitimationsproblem anderen
Bild-Disziplinen gegenueber vorzuliegen oder eine gewollte Oeffnung
in die gesellschaftliche Diversitaet hinein, auf dem Gebiet des
Visuellen, in dem nun auch subvisuelles und Linguistisch-Informatisch-
Technisches beabeitet werden muss.

Wenn die gesellschaftliche Diversitaet der Praxen mit der Aussage
Diagramme = Praxis angesprochen wird, dann muesste ein Statement wie
das von dem Kunsthistoriker Frank Zoellner in dem
populaerwissenschaftlichen Feature _Der Leonardo-Code_ (2007), nur der
professionelle Blick koenne ein Bild entziffern, eine andere
dagegenstehende, diesen Standpunkt kritisierende diagrammatische
Praxis hervorrufen. Die Frage ist, ob die maezenierte
Bild-Wissenschaft am Diagrammatische dieses tut (praktisch macht),
oder die Palette der geschulten Hinseher nur vervollstaendigt. Wenn es
eine Materialitaet des Diagramms gibt, dann ist -- neben der
ausgemachten epsitemischen, denkerischen Produktivitaet der Graphen,
die sich unwillkuerlich koerperlich abspielt -- dieses ein Politikum.
Um im Rezipienten/Kosumenten-Fokus zu bleiben: Die Diversitaet und
anarchivische (nicht-zentrale, anarchische netzbasierte Archivierung)
Zusammensetzung beispielsweise der Verteilung von Gold in der BRD
liegt bei etwa dem Verhaeltnis von 3400 bei der Staatsbank zu 25000
Tonnen in Privatbesitz, etwa bei 1,5 (oder so) : 10. Wo aber ist da
der Unterschied?

nimmt man Frank Stellas "Ein Diagramm ist kein Bild" und schiebt
"Bild" in Richtung Image (welches Image hat XY?), liesze sich Image
auf das Buch _Materialitaet der Diagramme_ anwenden.

sollte das buch etwa ein image haben?

Wenn das Buch (nimmt man ..") kein Image hat, kaeme ihm eines zu.
Es ist eine relativ leicht nachvollziehbare Kette im (im Buch oft
erwaehnten offenen) Netz re-cherchierbar, die etwa so im Modus eines
Diagramms aussieht:

(weiter Slot 87)

buchproduzentin |<-------------------------------------------->| clique
connnjamin
der Diagramme_, S. 111.)


Versuch einer Jam-Rezension
von
_Materialitaet der Diagramme. Kunst und Theorie_. Susanne Leeb (Hg.)
Offene Schreibsession + TextFilm Extrakt fuer den n0name newsletter #159
21.12.2012, 22:00 - open end (in German)

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kein text ein engel geht durchs zimmer

ein text, sondern kein engel geht durchs zimmer

textuelle nebenschauplaetze

der textfilm linearisiert die verteilten slots film film wandert in
der netzigen verfahrensweise nicht etwas ohne schluss-folge?

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die Kette, die zum Image fuehrt, ist ggf. ein Zusammenrechnen
(syllogismos)

Maja Sacher --- Roche --- Pharma --- "Enkelin Maja Oeri (...)gründete"
die "Laurenz-Stiftung" [Inskription eines Gedenkens] --- die
Professorin wird von der Laurenz-Stiftung bezahlt. Notiz: Der Anwurf
der Bezahlbarkeit ist gar keiner, die Bezahlbarkeit wird hier blosz in
der Kette bis zur Materialheit, von der in _Materialitaet der
Diagramme. Kunst und Theorie_. Susanne Leeb (Hg.) die Schreibe ist
gelistet.

Zwischenfrage: Welches Image produziert welches?
zwischenkettenglieder
Maja Sacher --- Roche --- Pharma --- Enkelin Maja Oeri ---
Laurenz-Stiftung --- Die F. Hoffmann-La Roche AG[1] ist ein weltweit
tätiges --- die episteme Diagramm

Die Pole in Slot 11 (siehe SLot 11, das Schreibfeld ist in
beschreibbare Slots aufgeteilt): Autorin hier, Ketten-Kontext dort ...
"Netze, an denen" viele "Subjekt[e] beteiligt" sind" unter Ausschluss.
Auch Roche nutzt das Diagrammatische:

"Gastsprecher Vorsitzender der Konzernleitung F. Hoffmann-La Roche,
Dr. Severin Schwan, anlässlich der Herbstvortragsveranstaltung 2009"
haelt ein imaginaeres Diagramm in den Haenden.
http://www.handelskammer-d-ch.ch/website/uploads/images/02/400x300/
2009-dr-serverin-schwan--ceo-hoffmann-la-roche.jpg?v=1

oder die Schweiz:
http://www.roche.ch/map_switzerland_dots.gif

Diagramme, deren Potential im Diskursraum der Zeichenregime, produktiv
zu Produktivmitteln gedeutet wird, bilden weniger ab -- so wie die
Lektuere fast aller Autorinnen des Samplers sich auf Deleuze/Guattari
und ihre diagrammatikalische Produktivitaets- und Widerstandstheorie
tuttisono bezieht -- als vor-zuschreiben.

"Computersoftware, die zum Beispiel
Kontostand und Ãœberziehungskredit eines Girokontos berechnet oder
medizinische Apparate in der Intensivstation eines Krankenhauses
steuert, kann nicht mehr sinnvoll ein „Medium“ genannt werden, es sei
denn, man faßt den Begriff radikal humanistisch auf und deutet alle
Maschinenprozesse als mittelbare Kommunikationen menschlicher
Individuen, die Software des Infusionsgeräts also als vorab
formalisierten Kommunikationsakt zwischen medizinischem
Programmierer und Patient."
http://www.netzliteratur.net/cramer/poetische_kalkuele_und_phantasmen
.pdf

Gastsprecher Vorsitzender der Konzernleitung F. Hoffmann-La Roche,
Dr. Severin Schwan, anlässlich der Herbstvortragsveranstaltung
2009 Bundespräsident a. D. Prof. Dr. Roman Herzog mit Ehefrau
Alexander, Freifrau von Berlichingen, und Vizepräsident Dr. Dr.
Manfred Gentz (v. r. n. l.) Bundespräsident a. D. Prof. Dr. Roman
Herzog mit Ehefrau Alexander, Freifrau von Berlichingen, und
Vizepräsident Dr. Dr. Manfred Gentz (v. r. n. l.)
Bundeswirtschaftsminister Dr. Rainer Brüderle und Präsident der
Handelskammer Eric G. Sarasin bei der Jahreshauptversammlung 2010
(v. l. n. r.) Bundeswirtschaftsminister Dr. Rainer Brüderle und
Präsident der Handelskammer Eric G. Sarasin bei der
Jahreshauptversammlung 2010 (v. l. n. r.) Dr. Thomas Enders, CEO
von Airbus, anlässlich der Jahreshauptversammlung 2011 Dr. Thomas
Enders, CEO von Airbus, anlässlich der Jahreshauptversammlung
2011 Werbeanzeige der Handelskammer aus dem Jahr 1953 Werbeanzeige
der Handelskammer aus dem Jahr 1953

Ist in der behaupteten Kette, vom Pharmakonzern zur hochkonzentrierten
"Kulturbrauerei" der universitaeren Ebene, also im alten
Ueberschneidungsfeld des Kapitals oder des Rentierwesens zur
neo-buergerlichen Epistemologie, etwas zu finden, welches die
politische und oekonomische Kritik in einem Gegensatz zur
Produktionabilitaetstheorie von Semiotikerinnen rechtfertigen
koennte? Wenn Erbe und Honoratiorentum die Wissensproduktion
anspringen laesst.

Ist die "Laurenz-Assistenzprofessur für zeitgenössische Kunst", die
als "ausgezeichnetes Sprungbrett für Nachwuchsforschende" gilt, wenn
sie diagrammatisiert waere, Effekt oder im Diagrammmodus Verhaeltnis,
das Verhaeltnisse schafft? Vermutlich wird, neben dem obligatorisch
neu zu setzenden Forschungsgebiet, das sich an Saetzen wie "in
juengerer Zeit" 'verraet', die Sichtbarmachungs-Technologie Diagramm
gerne als materielle Praxis beschrieben, weil die Domaene des
Bildlichen als Wissenschaftsgenre der Toechter (Sacher-Oeri-Leeb)
weiterlaufen muss (sowohl Oeri als auch Leeb waren an der FU Berlin in
der Kunstgeschichte), vor allem vielleicht aber, weil Bildlichkeit mit
Deleuze buergerlichem Theorem der A-Siginifikanz (Zeichen die keine
Bedeutung tragen) eines Interesselosen tradiert werden muss.



Siehe Slot 15:

Der A-Signifikant wird mit einer Diversitaetsgeste begruesst, denn die
Offenheit des A-Signifikanten soll "moeglichst viele Ebenen der sowohl
geistigen wie koerperlichen Adressierbarkeit" aufrechterhalten. Die
prinzipiell unendliche Vielfalt der Kopplungen der Maschine der
Wuensche (Thewewleit, Maennerphantasien) gewaehrleistet weiterhin
objektiv zu reden, weil diese Theorie "einer Vielzahl von semiotischen
Prozessen" sich attraktiv fuer die Kunst erklaere, die Kunst ueber die
und mit der man spricht.

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connex i/o 4 n0name newsletter #159


"Ein Diagramm ist kein Bild; so einfach ist das."
(Frank Stella nach Benjamin
H.D. Buchloh in _Materialitaet
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15:44 und weiter

Leer? Niemals!

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connex i/o 4 n0name newsletter #159


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Die Produktionsketten von Machstrukturen des Bureau d’études sind zu
Recht als pure Wiederholungen der Institutionsgefuege, als
Verkettungen kritisiert worden. Auch Mark Lombardi konnte lediglich
zeigen, wo korrupte Politiker krakig agieren. Ihr Pragmatismus
zwischen Mindmapping und Concept Mapping erklaert sich als
regulativistischer Ansatz. Die verdrehte Kette Oerie-Roche-Leeb klaert
nur die ohnehin bekannten Machtverhaeltnisse. Die kritische Praxis,
die auf vielen Seiten der 272 steht, soll die der Kunst sein. Zurueck
zur Aesthetik, wo mit Duchamp diese in eine Frage verwandelt worden
war. Der (die?) Schmetterling, der die prae-natale Feministin als Kind
war, wird vom Materiellen, vom Intellektuellen des Lohns als Aesthetik
nicht verstanden, oder?

welche polit.-oekonomische Theorie des Diagrammatischen ist hier
angeschrieben?

Keine

Auch Pierce-Nachvollzieher schreiben ueber den "Diagrammbegriff",
(Zitat) der andere als Lacansche, sprachlich verfasste Zugaenge zur
Welt zu finden verspricht. Bei Leeb u.a. ein altes Desiderat
gegenueber dem linguturn und dem picturn fuer irgendetwas dazwischen.

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du hast die kapuze deiner kapuzenjacke über den kopf gezogen, wie ein
boxer vor dem (scheib)kampf
du gehts aber nochmal raus und rauchst eine
die nachbarn saunen oder sitzen vorm kamin/fernseher
eine nicht-blog-schreibweise und anti-akkumulative schreibe (beta)
spielt folglich ein performatives schreiben durch, deren subtext (die
vor-programmierung des datenbank- und interface/schreiboberflaeche-
systems) auf dieser flaeche so nicht erreichbar wird

du gehst

Eine Frage waere, ob mit der Konjunktion von Materie und Semiotik oder
besser den hier aufgeschriebenen Konzepten von Materialitaet und
Semiosie, eine Trennung vollzogen wird in Ontologiker und Operateure.
Eine materialistische Medientheorie konnte vielleicht fragen, welche
operativen Schriften das Interface 'machen' und so eine Unterscheidung
in beide vornehmen. Das (kalkulierte) Gedicht im Kopf mag nicht medial
sein, es wird aber alsdann mediumbezogen, sobald es einer dem Kopf
aeusseren Gestaltungsoperative angegeben ist oder die
Medium(moeglichkeits)bedingungen die Textierung in der Form(atierung)
determinieren.

Theweleit warf, bei seiner AUF-Arbeitung der vergessenen oder
fehlenden Kategorie der Wunschproduktion, Konsorten vor, blosz
polit.-oekonomisch zu argumentieren. Die Oekonomie der Wirklichkeit
erstellenden Phantasien war bei ihm vom maschinellen Begriff einer
psychischen Produtkivitaet Deleuze/Guattaris angetrieben, die dieses
psychische Produtkivitaet des Wunsches als gesellschaftlich
tendenziell vorgaengig vor ausserpsychischen Vorgaengen und
Determinanten hielt.

Wenn Verhaeltnisse dess Diagramms als materielle verstanden werden,
Verhaeltnisse, "die konkrete Effekte zeitigen und eine Eigendynamik
entfalten" geht eine Diagrammatologie ueber Lesbarkeit und
Schreibbarkeit (Literarizitaet) hinaus und es kommt auf "Ebenen einer
(koerperlichen) Adressierbarkeit" hinaus, die es "gibt".
Geschlussfolgert kann hieraus werden, dass die ontologische Frage
nicht verabschiedet werden soll, diese aber wieder beim Denken
(episteme) und bei einem "technischen Gebrauchsmittel" fuer ein neues
Denken ankommt. (Leeb, im Buch S. 8)

Oder soll beim im Buch ubiquitaeren Deleuzschen Diagramm, das von dem
Unbewussten her kommt, die Kluft zwischen Zeichen und Psyche,
zwischen Darstellen, vor 20 Jahren sagte man noch oft Vorstellen, und
dem was ist uebersprungen werden?

.

22:48 und weiter

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"Ein Diagramm ist kein Bild; so einfach ist das."
(Frank Stella nach Benjamin
H.D. Buchloh in _Materialitaet
der Diagramme_, S. 111.)


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"Ein Diagramm ist kein Bild; so einfach ist das."
(Frank Stella nach Benjamin
H.D. Buchloh in _Materialitaet
der Diagramme_, S. 111.)


Versuch einer Jam-Rezension
von
_Materialitaet der Diagramme. Kunst und Theorie_. Susanne Leeb (Hg.)
Offene Schreibsession + TextFilm Extrakt fuer den n0name newsletter #159
21.12.2012, 22:00 - open end (in German)

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diagramme als produktionsapparat. das ist ingenieuren altbekannt. das
aufzeichnen des eisentraegers ist zwangslaeufig aber nur dann an einen
eisentraeger und dessen koerperlichkeit gebunden, wenn dieser verbaut
wird. zeichen steht fuer objekt, steht das objekt auch fuer das zeichen?



Steht das Objekt auch fuer das Zeichen, wenn das Zeichen fuer das
Objekt steht? Die Frage geht in die Richtung, ob eine Wechselwirkung
vorhanden ist vom Objekt zum Zeichen. Wenn das Objekt selbst
zeichnhaft ist, aber Dinge bewirkt...
Wenn es die Materialisierfaehigkeit der Diagramme ist, die Kunst und
Kunsttheorie so fasziniert, dann ja. Wenn diese Faszination der
A-Siginifikanz (Deleuze), die ja nicht meint, dass keine Zeichen mehr
verwendet wuerden, sondern dass ihre Verwendung offen sei, also ein
Zeichen nicht mehr gesetzsmaeszig notwendig eine Be-Dingun hat, wenn
dieser Topos reflektiert wuerde und im Disziplinaeren Verfahren der
Interdisziplinierung und applied arts der (losen!) Kopplung Plan und
Ausfuehrung, wie sie Ingenieuren bekannt ist, denen die
Konventionalitaet usw. bekannt macht, dann ja. Jeder App-Graph (Icon)
hat aber festgelegte Funktionen und ist eben im Produkt nicht offen.
Er kann wieder geoeffnet werden, was die aktivistische Programmierung
(Hacker etc.) motiviert. Aber der Umriss, die Grenze des Bezeichnens,
ist hier fuer die Funktion fix (das geklickte Icon A 'macht' Funktion
a, das geklickte Icon B 'macht' Funktion b).
Wenn die Faszination auf die Zeichen als eigene Operationablitaet in
sich zurueckfaellt, also die Handlung mit dem Graphen verwechselt
wird, dann eher nein. Die Unterscheidung waere ein in
Wirklichkeitsebenen: Handlung der Graphen, ihre Prozesse und
Eigendynamik, und Handlung am Graphen, und die Handlung am Objekt,
das nicht Graph ist. Bei der poetischen Einordnung der Diagramme soll
der Graph aber operativ sein und etwas be-dingen, auf das Ding
wirken. Das kann er aber nur vermittels (medial!) einer techne, die
das Zeichen -- hier treffen sich Graph und Schrift -- und das
Operieren in der Maschine und ihre Zusammehaenge umfasst -- dispositif.



struere, instruere, das instructif, instruktiv

bauen, errichten, einrichten, unterrichten

Cramer, der zu Schrift und instruktiver Schrift arbeitete "daß in
diesen Texten nicht nur prozessierte Daten gespeichert werden, sondern
auch die Instruktionen der Prozessierung, kann ihre Schrift
technischsymbolische Operationen vollziehen, wird ausführbar (...).
Dies beschränkt sich nicht auf moderne Computer, sondern ist eine
Grundeigenschaft von Sprache (...)."

Weniger das dispositif, das instructif

Graphen, welche die Instruktionen ihrer eigenen Prozessierung
beinhalten?

in alle Slots kann geschreiben werden, alles dort Geschriebene kann
umgeschrieben/geloescht werden

im TextFilm koennen alle Slots gesammelt werden

der "Film" wird als Endprodukt (hier Zwischenstand, Screenshot,
Kompilat) fuer den n0name newsletter #159 verwendet



neuer Termin: connex i/o 4 n0name Jam-Rezension
_Materialitaet der Diagramme_

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connex i/o 4 n0name newsletter #159


JETZT *22.12.2012*, 22:00 - open end (in German)


"Ein Diagramm ist kein Bild; so einfach ist das."
(Frank Stella nach Benjamin
H.D. Buchloh in _Materialitaet
der Diagramme_, S. 111.)


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Die Produktionsketten von Machstrukturen des Bureau d’études sind zu
Recht als pure Wiederholungen der Institutionsgefuege, als
Verkettungen kritisiert worden. Auch Mark Lombardi konnte lediglich
zeigen, wo korrupte Politiker krakig agieren. Ihr Pragmatismus
zwischen Mindmapping und Concept Mapping erklaert sich als
regulativistischer Ansatz. Die verdrehte Kette Oerie-Roche-Leeb klaert
nur die ohnehin bekannten Machtverhaeltnisse. Die kritische Praxis,
die auf vielen Seiten der 272 steht, soll die der Kunst sein. Zurueck
zur Aesthetik, wo mit Duchamp diese in eine Frage verwandelt worden
war. Der (die?) Schmetterling, der die prae-natale Feministin als Kind
war, wird vom Materiellen, vom Intellektuellen des Lohns als Aesthetik
nicht verstanden, oder? Oder war der Wunsch, das bisherige Imaginaere,
der klugen Intelligenz vorbehalten, die sich nun erklaert, die mit
einem Rest von Kulturindustrie aesthetisch-ethisch gegen den
Warenfetisch angeht, statt gegen Produktionsverhaeltnisse, die sie im
Psychischen Apparat der Zeichenbarkeit (das Diagrammtische)
rueck-verortet, dorthin schiebt.


Diagramme sind operativ:

"Die Intention des Qualifikationsvorhabens ist die Visualisierung und
die Kartierung von urbanen Phänomenen anhand von diagrammhaften und
schematischen Darstellungen
http://cms.uni-kassel.de/asl/fb/fgs/fgss/srp/promotionen/diagramme-als-
werkzeug-zur-visualisierung-komplexer-urbaner-phaenomene.html

und Mehrwert.



Sie machen:

"Deren Ziele ist es, aktuelle zeitgenössische soziale, wirtschaftliche
und politische Systeme, Macht- und Kontrollverhältnisse, Netzwerke
usw. sichtbar zu machen." Zu viele Linien und Flaechen zeigen ein
rationalisiertes Regelkreisen an.



n0name-erstellte einen TextFilm !



Semiotische und Physische Beweglichkeit (S. 57), der semiotische
Angriff auf den Warenfetisch (S. 58) -- Diagrammatischem wird offenbar
nicht mehr zugetraut, oder mich korrigierend: das ist das Grammatische
des Dia, durch das Zeichen wird die Form dem Beduerfnis einer Zeit
angemessen (Mercedes-Benz Werbung fuer den neuen CLS, Dezember 2012),
aber als Zeichen im Verweis. A-Signifikanz ist auch eine, die den
Bezeichner zum Effektor hat. Das Bild vom neuen Mercedes-Benz ist
nicht der neue Mercedes-Benz, oder er IST der neue Mercedes-Benz, aber
nur graduell, hier als Bild. Er macht den neuen Mercedes-Benz.
Ontologisch: Da Bild ist nicht Bild vom Objekt, es ist Bild fuers
Objekt. Genauso 'denkt' Werbung.
Bureau d’études fallen dagegen in die Symbolisierung. Ihre Strategie
ist die Resymbolisierung, wo an ihrem ablesbaren Sinn die
Produktionsverhaeltnisse sichtbar werden muessen. Die Werbeanzeige,
der Supermarkt-Katalog zeigt sich selbst schon als Werbung und wird
umgedeutet zur "Maschine zur politischen Neuordnung". Denn Bureau
d’études gehen vom politischen Gegenstand der Produktionskette aus,
der Gegenstand ("die Ware" sagen sie nicht), der zum Symbol geworen
ist, das umsymbolisiert werden kann und dann Diagramm des Plans wird.
Das Bureau agiert wie Eva and Franco Mattes aka 0100101110101101.org
auf dem Nikeplatz in Wien, wo die Politisierung der Aesthetik bei der
Konsumkritik stehen geblieben ist, das das semiotische Feld fuer das
gesellschaftliche als Ganzes genommen wird. Das Diagramm diese
radikalischen Endkonsumenten-Habitus hat moeglicherweise, auf nur eine
Zirkulation blickend, vereengend zur Spektive womit eine Ansicht der
Produktionsverhaeltnisse anfaengt, die Warenwelt.

auch meine nutzeroberflaeche ist graphisch. . eine uebertragung von
gedanken ins tippen?

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die Herausgeberin ist "Laurenz-Assistenzprofessorin für
zeitgenössische Kunst an der Universität Basel"
(http://3landinfo.blogspot.de/2012/09/susanne-leeb-neue-laurenz-
professorin.html)

-> die Stiftung
wurde "1999 von
Maja Oeri
gegründet und
nach ihrem früh
verstorbenen
Sohn benannt"

kettengliederDie Kette im offenen Netz kann auch als Linie gelesen
werden, aber Ketten sind fester und flexibler, Linien sind zu schnell
Metaphern (Metapher, immer noch ein Begriff) fuer Vektoren und
Richtungen, waehrend die Kette Bindungen meint/von Verbindungen
spricht.
Die Kette Maja Oeri-Susanne Leeb ist aber vielleicht erstmal
aufzuzeichnen, bis zu den Namens-Ketten, bis zu einer matriarchischen
(?) Linie. Ketten-Linien, Verlaufslinien ...

Maja Oeris Grossmutter ist Maja Sacher -()-()-()- "Maja Sacher war die
Witwe" von "Emanuel Hoffmann, eines Sohnes von Fritz Hoffmann-La
Roche, dem Begründer des gleichnamigen Baseler Pharma-Unternehmens."

Von Ketten spricht anti-aristotelische Logik nicht gern.
Die Kette wird verkuerzt und gerafft:

Maja Oeri --- Maja Sacher --- La Roche



(weiter Slot 11)

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Sind Texte das was unser Bewusstsein, unser denken, fühlen und handeln
ausmacht? In eben einer anderen Form, als wir uns üblicherweise
vorstellen?

Mensch, Bewußtsein wird mit ß geschrieben oder wenigstens mit ss.

rezension ohne blosz beurteilend zu besprechen zu bewerben

Das Buch, den Text, die Textsammlung fuer einen andere Text verwenden.
Nicht nur schaetzen, (diskursisch) um-schreiben.

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Die Un-Reihenfolge der Slots beim Schreiben (Slot 43 neben Slot 2,
Slot 84 in der untersten Reihe neben Slot 12) de-linearisiert, macht
Gedanken-Gaenge nicht immer aufschlieszbar.

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2.

http://www.38317.tk- Flächen für die Kreativwirtschaft








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1 Liegenschaften der hohen Schule

2 Flächen für die Kreativwirtschaft

3 Sandkasten

4 Flächen für die Wirtschaftskreativen

5 Filetstück vom Kater


6 grundeigentümlich


7 Betongold ist nur die halbe Miete

8 Der Herr der Lande : Die Rückkehr des Kapitals

9 Nestschmutz

10 Zusammensetzung eines Strassenreinigungsimpuls


11 keine Fläche


12 ehemaliges Volkseigentum


13 Stop Being Creative


14 Ansprache

15 Der Sponsor stellt den Strom ab

16 Leif's disabiler Ton

17 Fabrikhalle, Bahnhof , Ladengeschäft, Keller ...

18 Alm

&copy; n0name 2013

Ein Mann geht eine Baumallee entlang, links Schafe auf der Weide, der
Mann geht seinen Weg, die Sonne scheint. Die "Culture Industries
Research, Koeln Berlin" kolportiert im Oktober 2013, laut Institut
für Handelsforschung liege der Markt für Musikinstrumente mit einem
Wachstum von 8,4% auf dem zweiten Platz, hinter Uhren aber weit weit
vor Büchern. Das größte Musikaliengeschäft Europas steht am
Moritzplatz in Berlin, nebenan kann alles für die erfolgreiche
grafische Selbstdarstellung gekauft werden. Dort wird "auf
einzigartige Weise Kultur mit Kreativindustrie" verbunden. Geh doch
heute mal zum Stammtisch und triff den Tresorgründer. Die Erweiterung
des Hauses ist in vollem Gang, man kann sie Ableton live mitverfolgen.

Viele möchten eine attacische Umverteilung von etwas weiter oben nach
etwas weiter unten und halten sich an Bauräte egal welcher Farbe,
100 Mio.-Zuschüsse und letzte Strohhalme diverser Urbanistiker, die
über Nacht in Theorien höherer Löhne und tieferer Preise kampagnieren.
Was kann man schon machen mit den paar Euro? Mobilien kaufen. Flächen
bauen, die nie ganz den Anschluss finden. Weiter den Zins bezahlen oder
es grundeigentümlich angehen. Aufklärungen, das sei alles (aus)
Betongold, verunklären nur die Situation der kleinen Bürgerin, die
bisher so niedrig und so fair gezahlt hatte, nun verdrängt wird und
bisher ihren wirklichen Besitz verdrängt hatte, der ihr nur die
Nutzung dieser speziellen Ware aus vorgeschossenem Kapital erlaubte.
Trotz und wegen der schöpferischen Plastizität ihres Gehirns, die sie
meistbietend verkauft.
Ihr wollt Boden? Hier hättet Ihr Ambient.

"Bei Waren von langer Verschleißdauer tritt also die Möglichkeit ein,
den Gebrauchswert stückweise, jedesmal auf bestimmte Zeit, zu
verkaufen, d.h. ihn zu vermieten. Der stückweise Verkauf realisiert
also den Tauschwert nur nach und nach; für diesen Verzicht auf
sofortige Rückzahlung des vorgeschossenen Kapitals und des darauf
erworbenen Profits wird der Verkäufer entschädigt durch einen
Preisaufschlag, eine Verzinsung, deren Höhe durch die Gesetze der
politischen Ökonomie, durchaus nicht willkürlich, bestimmt wird."

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3.

Kurzbeschreibung einer Fernsehreportage

In der Wuerstchenfabrik lagert ein geheimes Rezept fuer Wuerstchen
Arbeiterinnen schaffen 2000 Wuerstchen pro Stunde
Im Zeitraffer sind die Arbeiterinnen an der Maschine, an
der die Wurstmasse in die Daerme gefuellt wird, nur als
am Platz hin und her springende, verzerrte Schemen zu erkennen

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4.

Blick, Zusammensetzung, der Topos am Platz

Ikonische Trigger der A-Revolte in Istanbul bilden eine gutgeheißene
Protest-Kreativität

(letztlich erweiterte und korrigierte Version)

Matze Schmidt, 15. Juni 2013

Die aktuellen Aufstände in der Türkei, allen voran in Istanbul,
zeitigten schnell ikonische Idolviralien, Verbreitungen von Bildern,
denen mehr als symbolische Wirkung zugeschrieben wird, die über das
Mem hinaus wie Impulse für Weiteres gesehen werden, weil sie putativ
und geglaubt das Ganze beinhalten. Pedram Shahyar erwähnt in ihrem
Artikel in der Jungle World über die Proteste, die sie als Teil
globaler Krisenproteste identifiziert, als erstes #occupygezi und vor
allem "die Fotos", die dann weitergeleitet werden. Fragbar wäre, was
hier neben dem Nimbus der bekannten twitter-Democracy an Typen
hervortritt beziehungsweise in der Logik der "technischen
Reproduzierbarkeit der Sozialbeziehungen" mit-reproduziert wird.
Besonders die Frau im roten Kleid, die angeblich am Anfang steht,
formuliert eine seltsam a-revolutionäre Haltung oder einen
Antirealismus, indem sie als Nicht-Opfer das Pfefferspray wie annimmt
und somit die Repression vorführt und mit ihrem Körper markiert.
Dieses Bild wird unter anderem von der nationalpost.com aber auch
auf dem Visual Culture Blog (visualcultureblog.com) ikonisiert und in
seiner Wirkung und seinem Aufbau im Detail beschrieben, das aber
positiviert und ohne seine offensichtliche Herkunft zu befragen, denn
die liegt ja bekannterweise nie nur im Bild. Mit Herkunft ist nicht
allein sein Zustandekommen am Ort oder sein andauerndes Herstellen
in den sozialen Medien gemeint, sondern das Differenzfeld seiner
interpretatorischen Elemente.

Das Signalrot und die Mischung aus Nonchalance und Chuzpe scheint
auszuzeichnen, was die urbane, gebildete aber zukunfts-, weil joblose
Generation ausmacht: Die fast suizidale Konfidenz, das Selbstvertrauen
einer geupdateten "Liberté guidant le peuple", die dabei nicht
selbstinszeniert auftritt, sondern mit dem Anspruch der rellen,
anfassbaren Citoyen. Die junge Frau, fotografisch solitär vor die
Phalanx der Polizisten gerückt, duckt nicht und weicht nicht sofort
zurück, als sie in ihrer signalartigen Provokation mehr oder weniger
gewollt und gezwungen wirkend von einem vielleicht ebenso alten und
unterbezahlten Uniformierten wie überrascht, misstrauenslos angriffen
wird. Ihre Präsenz wird Inbild des naiven Widerstands im Sommerkleid,
im Lernprozess. Dieses visuelle Material wird mit dieser Tendenz
präzise von Akteuren lesbar, als Trigger aufgefasst, der sich
fortsetzt, also eine Ãœber-Mechanik besitzt; ein Ding das man nutzend
multiplizieren und weiter einschreiben kann. Ein Topos auf dem Platz
in Repro. Aber was 'sagt' der Topos an den Grenzen des medien- und
kulturwissenschaftlich Soziologischen und Bildwissenschaftlichen? Und
warum sollte er in seiner 1:1-Funktion des Widerstands, also Teil und
Image des Widerstands zu sein, naiv sein?

Wenn es stimmte, dass die Zusammensetzung der Protestierenden im Kern
trainierter Intellekt ist, laut Murat Çakir‎s kürzlicher Darstellung
der Proteste für die Rosa Luxemburg Stiftung in Kassel zu 70 Prozent
parteifern, überwiegend Neu-Demonstrantin ist, unter 30 Jahren ist und
mehrheitlich die Autorität zum Angriffsziel hat, dann wäre das
Schreiben um ihre Praxis, die im Sog der Ãœberproduktions- oder
Profitkrise rennt, jenseits ihrer Forderungen für den staatsseitig zu
duldenen, moderaten Protest, eine Teilnahme des Nicht-Bewussten ihrer
Praxis? Unerwähnt blieben dann Mittelklassen und Arbeiter, die
zwischen 7 und 21 Uhr keine Zeit finden, den Taksim zu besetzen. Oder
kann man auch sagen sie seien organisiert unorganisiert, wenn es
heißt, sie seien ohne dominante Stimme? Die ausgemachte "Naivität"
könnte, weder als Vorwurf noch als Belehrung, lauten: Weder das
Ungeschütze der Frau in Rot, weder ihr revolutionäres Kleid als
Verkleidung wären töricht aber effektiv, es ist das "Wesen machen" im
Vergleich, die Identifikation, den Ur-Peffersprayangriff im Gezi Park
weiter zu tragen, als gelte er allen, die bisher in Erwartung trister
und basal prekärer Lohnabhängigkeit auf der Straße Staatsbürger
waren. Dem Bild muss neben dem Auslösermoment für die Revolte die
Ebene des Abgesangs auf die im gleichen Moment des Fotoschusses
durchgezogene Veraltung des Bürger-Phantasmas zugeschrieben werden.
Wir sehen eine Frau, die (in der grammatikalisch falschen Form, aber
geschichtlich wohl richtig) entschieden wird, sich vom Status der
Staatsangehörigen zu verabschieden. Mittelstand endet hier.

Eine A-Revolte, wäre dann eine, deren Artikulationen sich lediglich
gegen Bevormundung und Gentrifizierung, also gegen die konkreten
Oberflächenphänomene der Akkumulation richtet und ökonomische
Zusammenhänge nicht besagt, deren polyphoner Ton aber bereits hier und
da von Faschismus spricht, also einerseits zu kurz, anderseits schon
weiter geht. Alle Ironie und parodistischen Aneignungs- und
Drehungsformen der Demonstrationen, wenn zu Beispiel Beschimpfungen
seitens des Regimes im auf die Bewegung orientierten Soziolekt
plakativ Umgedeutet werden, und die konnotativen Anschlüsse an
Revolutionsbilder sind zudem im Westen gern gesehene und gutgeheißene
Protest-Kreativität in sauber angelesener Spektakeltheorie, mit denen
die Kulissen demokratischen Rechts in einem Staat wie Deutschland
gepimpt werden können. Bei aller nötigen Solidarität und dem Faktum
von Getöteten ist der Kampfplatz inmitten der Stadt Istanbul die
Performance, vor der sich die hiesigen Herrschenden 1.700 Kilometer
weiter im Westen fürchten oder zur Zeit eher ekeln, siehe den Versuch
anlässlich Blockupy in Frankfurt/Main das Demonstrationsrecht zu
attackieren, die sie aber andernstandorts gut aufgehoben haben
wollen. Der beklatschte Esprit, der Erfindungsreichtum der
Protestierenden und die damit verbundene Entdeckung ihrer friedlichen
Literarizität outet geradezu die bürgerlichen Kriterien, wie sie an
den Aufstand angelegt werden.

Çakir‎s Vortrag trug den Titel "Aufstand gegen Erdogan" und zeigte
Bilder aus der Geschichte und Verletzte und Solidarität im
Strassenkampf, und neben dem Kemal Atatürk Fahnenschwenker auf der
Barrikade, mit den Assoziationen "Pariser Kommune" und "'68",
ebenfalls die Frau im roten Kleid und es wurde deutlich, dass der zum
produktiven gewordene Blick der einer Generation ist, die das von
Murat Çakir‎ als Junge persönlich erlebte Massaker vom 1. Mai 1977 auf
dem Taksim-Platz nicht bulletproof übergehen kann. Der Angriff auf
die Klasse der Arbeiter damals suchte hier vielleicht einen
historischen link ins Heute, der in der jetzigen Bewegung ohne festen
Namen und fixen Repräsentanten, aber mit paradoxerweise um so
diverseren Repräsentations-Signifikanten, ihre Entsprechung nicht
findet. Ob diese Diversität ihr Vorteil ist, wenn Zeichen denn etwas
wiedergeben von der Zusammensetzung der Diversen, ist mit dem Zweifel
an ihnen durch die belegt, die antikapitalistische Ansätze sehen
wollen und für die überbetonte Symbolik, welche die Revolution von der
Strasse auf die Strasse holt, politische Falle bedeutet.

Der Begriffsversuch eines Topos am Platz ist keine Schrulle. Ist es
so, dass der auf die Figur der Regierung verengte Klassenkonflikt gut
14 Tage nach den ersten Demonstrationen gegen die Restauration im
Stadtbild ‒ dem architekturplanerischen Ausdruck des Neo im Liberalen
‒ mit der Taksim solidarity group nun droht, per annonciertem
Kompromiss für den Erhalt des Gezi-Parks als Park und den städtischen
Plätzen als öffentliche, die soziale Frage zur Frage des Environments
und dem Erreichen eines Sozialstaatstandards nach
marktwirtschaftlichem Vorbild zu machen? Der verlangte Stop des
Abbaus bürgerlicher Recht


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