Von Karin Hinterleitner am 06. Januar 2004 um 13:15

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Städtische Galerie Nordhorn
Vechteaue 2, D-48529 Nordhorn
Tel: +49-5921-97 11 00, Fax: +49-5921-97 11 05
e-Mail: rn.de
http://www.kunstwegen.org
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Pressemitteilung

»Kunst und Politik« - eine legendäre Ausstellung und ihre Folgen:
Prof. Dr. Georg Bussmann erzählt in der Städtischen Galerie Nordhorn
Freitag, 9.1.2004, 20 Uhr, kunstwegen-Pavillon in der Alten Weberei

Gleich zu Beginn des neuen Jahres beginnt die Städtische Galerie Nordhorn
ihre Aktivitäten für das Programm 2004 mit einem echten Highlight: Im Rahmen
der Ausstellung »Plastik, Plüsch und Politik« wird Prof. Dr. Georg Bussmann
am kommenden Freitag um 20 Uhr im kunstwegen-Pavillon in der Alten Weberei
zu einem kurzweiligen Vortrag mit anschließendem Gespräch erwartet.

Bussmann wurde in den 70er Jahren als einer der Aufsehen erregendsten
Ausstellungsmacher in Deutschland bekannt: Der Leiter des Badischen
Kunstvereins eröffnete 1970 in Karlsruhe die Ausstellung »Kunst und
Politik«, die heute als historischer Meilenstein gilt. Nachdem er kurz
darauf die Leitung des Frankfurter Kunstvereins übernommen hatte, folgten u.
a. eine spektakuläre Käthe Kollwitz-Ausstellung (1972), die frühe
Präsentation der sowjetischen Avantgarde (»Kunst und Revolution«, 1973) oder
ein erster umfassender Blick auf die Arbeiten von Joseph Beuys und seinen
Schülern (»mit, neben, gegen«, 1976). Für die deutsche
Ausstellungsgeschichte war auch seine mutige wie akribische
Zusammenstellung »Kunst im Dritten Reich - Dokumente der Unterwerfung«
(1974) von nachhaltiger Bedeutung.

Der 1933 geborene Kunsthistoriker studierte an den Universitäten Heidelberg
und Bonn und promovierte 1965 über den Renaissance-Maler Hans Baldung Grien.
Bis 1969 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent an der Kunsthalle
Mannheim, leitete dann für ein Jahr den Badischen Kunstverein in Karlsruhe,
bevor er schließlich die Direktion des Kunstvereins Frankfurt übernahm. Nach
mehr als zehnjähriger Ausstellungstätigkeit wechselte er dann zum
Wintersemester 1980 an die Universität GH Kassel, wo er bald auch zu einem
einflussreichen Lehrer wurde und vor allem die Aufbruchsstimmung der »Neuen
Wilden« zu vermitteln wusste.

Als freier Ausstellungsmacher entwickelte er auch in den 80er Jahren noch
mehrere thematische Präsentationen und scharte vor allem eine junge, an den
aktuellen zeitgenössischen Strömungen interessierte Studentenschaft um sich.
Bis heute ist Prof. Dr. Georg Bussmann ein engagierter, diskussionsfreudiger
und faszinierender Begleiter durch die Gegenwartskunst geblieben. Seine
ungewöhnlichen Perspektiven, seine Begeisterungsfähigkeit und sein
erzählerisches Talent ließen und lassen seine bildreichen Vorträge immer
wieder zu einem Hochgenuss werden. In Nordhorn wird er mit zahlreichen Dias
seine Ausstellung »Kunst und Politik« noch einmal in Erinnerung bringen, die
Diskussionen und Auseinandersetzungen, aber auch die Aufbruchsstimmung, die
diese Schau repräsentierte. Erstaunlicherweise erwacht gerade in diesen
Tagen ein neues Interesse an einer Diskussion, die von Bussmann seinerzeit
öffentlichkeitswirksam inszeniert wurde und auch heute noch (z. B. mit Blick
auf die jüngsten Diskussionen um die Berliner RAF-Ausstellung) von nicht
geringer Brisanz und Bedeutung ist. Man darf gespannt sein ...

Der Einritt ist an diesem Abend frei, und auch die begleitende
Ausstellung »Plastik, Plüsch und Politik« kann ab 19.30 Uhr noch einmal
kostenfrei besucht werden.

Allgemeine Informationen:
»Plastik, Plüsch und Politik - Reflexe der 70er Jahre in der
Gegenwartskunst«
Eine Ausstellung der Städtischen Galerie Nordhorn mit Carol Bove, Gerdine
Frenck, Johannes Kahrs, Korpys/Löffler, Surasi Kusolwong, Ulrike Lienbacher,
SUSI POP, Tobias Rehberger, Børre Sæthre und Jürgen Stollhans
In Zusammenarbeit mit der Ausstellung »Nordhorn und die 70er -
Demonstranten, Stadtplaner und Textiler« des Stadtmuseums Povelturm und des
Kulturzentrums Alte Weberei.

22. November 2003 bis 25. Januar 2004
öffnungszeiten: Di bis Sa 14 bis 18 Uhr, Do 14 bis 21 Uhr, So 11 bis 18 Uhr
Eintritt: 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro

Für den Ausstellungsrundgang liegt ein reich bebilderter Kurzführer vor, ein
Katalog erscheint Ende Januar.


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