Von Karin Hinterleitner am 02. Juni 2003 um 14:35

Merz Akademie, Teckstr.58, 70190 Stuttgart


Seit ihren Anfängen ist die angewandte Kunst in ihrer grundlegenden
Programmatik eng mit den reformerischen Ideen und den entsprechenden
sozialen Bewegungen verknüpft. Das Projekt "Design und Demokratie", das
unter der Leitung der Merz Akademie Dozenten Helmut Draxler und Michael
Dreyer von Studierenden im Laufe der kommenden zwei Semester ausgearbeitet
wird, untersucht die Programmatiken und Diskurse des Design und seiner
Akademien im Zusammenhang mit gesellschaftlichen und kulturellen Konflikten.
Zum Thema finden im laufenden Semester sechs Ringvorlesungen statt.
Den Auftakt machen in dieser Woche:

Jesko Fezer und Axel J. Wieder von der Berliner Buchhandlung "pro qm",
die am Dienstag, 3.Juni,
19 Uhr, in der Aula,
über das Prinzip der Partizipation sprechen und

die niederländische Designerin
Mieke Gerritzen,
die am Mittwoch, 4.Juni,
unter dem Titel "Beautiful world"
das Phänomen der "visual culture and globalization" thematisiert.




Zu den Referenten
Jesko Fezer (geb. 1970) und Axel J. Wieder (geb. 1971) haben gemeinsam mit
Katja Reichard in denletzten Jahren an Ausstellungsbeiträgen zum Thema
Partizipation gearbeitet, u.a. für die Galerie für Zeitgenössische Kunst
Leipzig, das Museum fürAngewandte Kunst Köln und das Museum für Gestaltung
Zürich. Sie betreiben gemeinsam die thematische Buchhandlung Pro qm in
Berlin zu den Themenkomplexen Stadt, Politik, Pop, ökonomiekritik,
Architektur, Design, Kunst und Theorie arbeitet.

Als Partizipation wird im Allgemeinen die organisierte Einbeziehung von
Nutzer/innen in Planungsprozesse bezeichnet, wie sie seit den 1920er und
wieder verstärkt seit den 1970er Jahren in Europa und den USA zur
Optimierung dieser Prozesse in Architektur, Stadtplanung und Stadtverwaltung
vorgeschlagen wird. Der Vortrag untersucht solche partizipative Projekte
unter dem Aspekt, wo und wie sich in diese Modelle in einer sehr
pragmatischen Weise Macht - im Sinne einer dezentralisierten
Verhältnismässigkeit - verteilt. Partizipation dient so dazu, eine
spezifischen und historischen Ebene zu bezeichnen, auf der sich die
Thematisierungen, Verhandlungen und Theoretisierungen von hierarchischen
Machtstrukturen um die Teilhabe am gesellschaftlichen Alltag abspielt.

Mieke Gerritzen, geb. 1962, gehört zu den einflussreichsten und
innovativsten Grafik- und Webdesignern der Niederlande und realisiert ihre
Arbeit in unterschiedlichen interdisziplinären Kontexten. Ihre Firma
NL-Design zeichnet auch für Events wie den "International Browserday" in New
York, Berlin and Amsterdam verantwortlich. Mieke Gerritzen ist Direktor der
All Media Foundation und Leiter des Design Departments am Sandberg Institut
in Amsterdam, einer freien Kunsthochschule, die auf freier Projektbasis
arbeitet und Kunst und Kunstpraxis verbinden möchte. Gerritzen spricht über
das Thema "Beautiful world - visual culture", in dem sie Auszüge aus drei
ihrer Publikationen vorstellt, die im kommenden September erscheinen.
Anschließend wird ihr dreiteilige experimentelle Kurzfilm "Beautiful World
XYZ" gezeigt

Merz Akademie, Teckstr.58, 70190 Stuttgart


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