Von Akwoerwag T Online (KaThrin Wörwag) am 29. März 2004 um 12:37

spin - freeze
FEAR OF A KANAK PLANET

Nevin Aladag, Berlin
Hannes Loh & Murat Güngör, Köln

03. 04. 2004, 19.00 Uhr
Eröffnung der Ausstellung und Buchvorstellung
am späten Abend legen Loh und Güngör im Schocken HipHop auf

Oberwelt e.V.
Reinsburgstrasse 93, D-70197 Stuttgart
Phone/Fax: +49 711 6150013, http://www.oberwelt.de/

Ausstellung vom 04. bis 16. 04. 2004


eine Kooperation mit dem Schocken
Hirschstr. 36, 70173 Stuttgart, http://www.club-schocken.de

mit freundlicher Unterstützung der Hoppe-Ritter Kunststiftung, dem Kulturamt
der Stadt Stuttgart und dem Land Baden-Württemberg


Für ihre "Freeze³ ­ Serie hat Nevin Aladag Breakdancer fotografiert, die
ihre Moves in erstarrter Pose beenden - “einfrieren³. Der Freeze ist ein
gängiges Inventar des Breakdance. Aladag hat verschiedene Freezes im
öffentlichen Raum rekonstruiert. Die B-Boys, jugendliche Migranten, stehen
an öffentlichen Plätzen vor verkehrsreichen Straßen oder vor vorbeigehenden
Passanten. Durch Langzeitbelichtung zeigt sich dieser Hintergrund verwischt.
Die energiereichen Schnittpunkte (spin) stehen im Gegensatz zu den
erstarrten Posen der zur Skulptur gewordenen Tänzer (freeze).
Nevin Aladag, 1972 im türkischen Van geboren, zeigt in ihren Arbeiten
Situationen, in denen Brechungen ethnischer Festschreibungen sichtbar
werden. So auch in ihrem ebenfalls gezeigten Video “Familie Tezcan³, das
Portrait einer türkischstämmigen Familie, in der Vater und Mutter den
Kindern HipHop-Schritte beibringen, für die sie Elemente aus arabischen
Folkloretänzen kombinieren.
Hannes Loh und Murat Güngör stellen ihr Buch zu ³Hip Hop - zwischen
Weltkultur und Nazi-Rap³ vor. Damit hatte niemand gerechnet, aber das Tabu
ist gebrochen: Seit dem Jahr 2001 gibt es in der deutschsprachigen Rapszene
erstmals nationalistische Statements. Deutscher HipHop hat sein Gesicht
verändert; die Aufbruchsstimmung der Achtziger- und frühen Neunzigerjahre
ist verloren gegangen. Damals bauten viele Türken, Afrodeutsche, Jugoslawen,
Griechen, Italiener und Deutsche eine Szene auf, in der Herkunft, Hautfarbe
und sozialer Stand keine Rolle spielten. Vor allem die Kinder so genannter
Gastarbeiter machten mit HipHop nachdrücklich auf sich aufmerksam.
Murat Güngör (selbst ehemaliger Rapper und Mitglied von Kanak Attak) und
Hannes Loh (Ko-autor des Buchs 20 Jahre HipHop in Deutschland) gehen der
beunruhigenden aktuellen Dynamik nach und beschreiben die Entwicklung und
Polarisierung der Szene aus einer kritischen Perspektive. Außerdem lassen
sie all jene zu Wort kommen, die in der Erfolgsstory des "Deutschrap³ bisher
nicht gehört wurden. Am späten Abend legen Loh und Güngör im Schocken
Hip-Hop auf. http://www.kanakplanet.de/


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