Von Ulrich Wegenast am 02. Dezember 2004 um 21:29

Als kleine Erinnerung und Gedächtnisstütze
und für ein anderes Kino


William Raban (London) zu Gast in Stuttgart und Freiburg

Expanded Cinema 1973-1978
3. Dezember, 20 Uhr
Kommunales Kino Freiburg, Urachstr. 40, Freiburg
Eintritt 8,- €

Kurzfilme "London 1994-2004"
4. Dezember, 20 Uhr
Rocker 33 (ehemaliger Molu Music Shop), Kronprinzstr. 6, Stuttgart
Eintritt 4,- €

Workshop
5. Dezember, 14 Uhr
Oberwelt e.V., Reinsburgstr. 93, Stuttgart
Gebühr 5,- € (Für Wand 5- und Oberwelt-Mitglieder frei)

William Raban gehört zu den profiliertesten Filmemacher Englands. Seine
Arbeiten verbinden Expanded Cinema, Dokumentarfilm und Videoessay und
zeichnen ein eigenwilliges Szenario auf das Leben in der Metropole London.
Kaum ein anderer Filmemacher untersucht Architektur, Politik, urbane
Entwicklung, soziale Zusammenhänge und Medien in dieser Intensität.

Raban wurde 1948 in Fakenham, Norfolk geboren. Studium der Malerei an der
St. Martin’s School of Art, und der bildenden Kunst an der Reading
University. Von 1972-76 war er Manager des London Filmmakers‘ Coop
Workshops. von 1977-81 gab er die Zeitschrift Filmmakers‘ Europe heraus. Er
war Redaktionsmitglied von Vertigo (1994-2001) und Senior Lecturer für Film
an der St. Martin’s School of Art, 1976-89. Zur Zeit hat er einen
Lehrauftrag für Film und Video an der University of the Arts in London.
Seine Filme und Installationen wurden auf zahlreichen Festivals und
Ausstellungen gezeigt, u.a. auf der Dokumenta 6 (1977) oder Expanded Cinema
– Film als Spektakel, .... Wand 5 hatte bereits William Raban 1997 mit
seinem Film "Island Race" zu Gast beim Filmwinter und widmete ihm im selben
Jahr im Rahmen der Reihe LichtSpielDienst eine Retrospektive.

Kurzfilmprogramm Stuttgart

"London 1994-2004"

A13
1994, 16mm, Farbe, 12 Min.
"A13" untersucht wie der Bau der Limehouse Road Link das Leben in einem sehr
dicht bevölkerten Areal beeinflußt. Der Film wurde von Vertovs "Mann mit der
Kamera" beeinflußt – sowohl aufgrund des Themas (ein Tag in einer Stadt) als
auch in Bezug auf Filmpraxis und den Qualitäten von Filmmaterial.

Island Race
1996, 16mm, Farbe, 28 Min.
Film über einen Stadtteil von London, in dem William Raban für 20 Jahre
lebte. Ein Blick auf einen politischen und sozialen Mikrokosmos, der zum
damaligen Zeitpunkt durch den Wahlerfolg der Nationalisten (BNP) und die
Gegendemonstrationen geprägt war. Dadurch daß Raban seine damals zweijährige
Tochter häufig bei den Aufnahmen mitnahm, entwickelt sich der Film aus der
Perspektive eines Kindes. Teilweise wurden die Aufnahmen vom Kinderwagen aus
gemacht – eine perfekte Tarnung.

Firestation
2000, 16mm, Farbe, 26 Min.
"Firestation" dokumentiert die Umnutzung einer leerstehenden
Feuerwehrstation in einen Raum für Künstler. Gleichzeitig wird die Funktion
des Gebäudes anhand von Archivaufnahmen untersucht, z.B. während des Zweiten
Weltkriegs, als dort Frauen als Hilfsfeuerwehrleute arbeiteten.

MM
2002, 16mm, Farbe, 13 Min.
Im Zentrum von "MM" stehen zum einen der Millenium Dome in Greenwich und der
Canary Wharf Tower. Der Dome wird als visuelle Metapher für die Kritik an
New Labour genutzt, so wie der Canary Wharf Tower als Code und Zeichen für
den Thatcherismus steht. Das Filmpoem ist in acht Akte untergliedert.

Civil Disobedience
2004, 35mm, Farbe, 3 Min.
Ein Kurzfilm inspiriert vom Treueeid, der beim Erwerb der britischen
Staatsbürgerschaft verlangt wird.

Außerdem zeigt Raban am 3. Dezember in Zusammenarbeit mit Wand 5 seine
Expanded Cinema-Arbeiten und Mehrfachprojektionen aus Jahren 1973-78,
darunter "Take Measure" (1973), "Surface Tension" (1974-76), "Angles of
Incidence" (1973), "Wave Formations" (1978), "Diagonal" (1973).

Im Rahmen der Expanded Cinema-Festivals des Kommunalen Kino Freiburg.
Weitere Infos unter http://www.freiburger-medienforum.de/kino


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