Von Kunstverein Nürtingen am 16. Oktober 2007 um 08:24

Künstlerbund Tübingen e.V.
Adi Hoesle

„Der Künstler Adi Hoesle betreibt Forschung mit seinem und in seinem eigenen Gehirn“ (Zitat: Prof. A. Kuebler)

I´m surprised of Red, Yellow and Blue! ist eine interdisziplinäre und interaktive Ausstellung im Künstlerbund e.V. Tübingen: 20.10 - 24.11. 2007

Während der Ausstellung wird von Adi Hoesle der Versuch unternommen, durch gezielte mentale Steuerung der Hirnaktivitäten, ein Bild zu generieren. Auch dem Publikum wird es während den öffnungszeiten möglich sein, unter Anleitung von Fachkräften rein mental künstlerisch tätig zu werden. Immer Donnerstags wird dies vor Ort auch eine ALS-Patientin versuchen.

Die Arbeit von Adi Hösle ist ein künstlerisches Forschungsprojekt in Kooperation mit dem Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie der Universität Tübingen. Das Forschungsfeld und dessen Handlungsraum dehnt sich in einem Crossover zwischen ästhetik und Naturwissenschaft aus. Aus künstlerischem und kunsthistorischem Blickwinkel war und ist die Frage nach der Lokalisation und nach dem Entstehungsprozess des Kunstwerkes von elementarem Interesse. In der Konzeptkunst Mitte der 60ziger Jahre wurde diese Frage sehr elegant gelöst. - Gelöst, indem von Seiten der Künstler postuliert wurde, die Idee, der Gedanke selbst ist das Werk. Damit stellt sich aber die Frage, wie kann der Rezipient Zugang zu diesen Werken haben?

Die vom Institut für Medizinische Psychologie maßgeblich entwickelten Gehirn-Computer Schnittstellen (brain-computer interfaces = BCI) ermöglichen zum ersten Mal die Bearbeitung der oben skizzierten Fragestellungen: BCIs sind direkte Verbindungen zwischen dem Gehirn und einem Computer.

Von Adi Hoesle wurden ereits im Rahmen der Ars Elektronica in Linz 2003 und auf der SIGGRAPH 2004 in Los Angeles an Besuchern, während diese Kunstwerke betrachteten, Hirnstrommessungen (EEG) vorgenommen. Ziel war es, Wahrnehmungsstandards und deren Qualität im Kunstkontext dadurch zu hinterfragen, dass die Wahrnehmung jedes einzelnen Besuchers selbst zum Objekt der Beobachtung gemacht wurde. Daraus wiederum entwickelte Adi Hoesle verschiedene Softwares, um z. B. Hirnwellen in 3D Plastiken darzustellen. Den zwischenzeitlichen Höhepunkt der Entwicklungen stellt nun eine sog. BCI-Matrix dar, auf deren Basis „mental gemalt“ werden kann. (http://www.retrogradist.de)

Auf dem Jahresprogramm des Künstlerbund Tübingen ist dazu abgebildet: Eine EEG_Messung während der Betrachter das Bild von B. Newmann: „Who is affraid of red, yellow and blue II“ in der Staatsgalerie Stuttgart anschaut.

In Selbstversuchen hat der Künstler Adi Hoesle trainiert, die charakteristischen Hirnwellen, die für die Steuerung des BCI durch EEGs benötigt werden, auszulösen (evozierte Potenziale). Die Nutzung evozierter Potenziale zur Steuerung eines BCI sind etabliert und bei gesunden Menschen nahezu immer detektierbar, d. h. das zum Brain Painting benutzte BCI stünde bei Bedarf auch anderen Künstlern zur Verfügung. Der diskursive Kontext führt damit zu einer intensiven Auseinandersetzung mit Grundfragen und ? strukturen der Kunst / Malerei und seiner ästhetischen Wahrnehmung. Malerei ein reiner Akt des Willens?


Projektteam:
Prof. Dr. Andrea Kübler / Linguistin Liane Krauss
Dipl. Ing. Dirk Franz / Dipl. Ing. Adrian Furdea
Dipl. Informatiker Sebastian Halder / Dipl. Sportwissenschaftler
Seung Soo Lee

Zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag, 19. Oktober 20.00 Uhr
laden wir Sie und ihre Freunde herzlich ein.

Einführung: Michael Gompf

Kunst-Gespräch: Fr. 07.11. 19.00 Uhr - Adi Hösle im Gespräch mit
Prof. Andrea Kübler
über die Frage: Ist der „Wille, ein Bild malen zu wollen“ im
cortex cerebri zu suchen?

Metzgergasse 3

72070 Tübingen

öffnungszeiten Mi bis Fr 15 - 18 Uhr

Sa 11 - 14 Uhr



http://www.kuenstlerbund-tuebingen.de


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