Von Betacity am 10. Januar 2000 um 00:00

BETACITY im Gespräch mit Andreas Broeckmann () Das Gespräch wurde während des Stuttgarter Filmwinters, Januar 2000, (http://www.wand5.de) von Jens Gebhart () geführt. Andreas Broeckmann erzählt von seinen Erfahrungen mit Mailinglisten, die er als politisch orientierter Medienaktivist und Mitbegründer der legendären Mailingliste Syndicate gesammelt hat.

ANDREAS BROECKMANN (*1964) who currently lives in Berlin and Rotterdam, studied art history, sociology and media studies in Bochum/D, Berlin/D, and Norwich/UK. He received a PhD from the University of East Anglia, Norwich/UK, writing an extensive study http://www.culture.net/orfkunstradio/BIO S/broeckmannbio.html .... gefunden bei: ( Fast )

? Wie siehst du die Zukunft des Internets? Bleibt es eine "Spielwiese" für kleine und große Player, von der lokalen Homepage bis zum transnationalen Netzwerk?

AB: Zur Infrastruktur des Internets, leider kenne ich mich nicht sehr gut aus, um das wirklich kritisch beurteilen zu können, doch ich stelle mir vor, so wie alle großen medialen Infrastrukturen basiert auch das Internet auf Protokollen die geändert werden können. So wie das momentan eingerichtet ist mit dem TCP/IP Protokoll, ist es möglich, einen Content der im WWW liegt, zu bekommen. Die Auseinandersetzung von RealMedia versus MicrosoftWindows zeigt deutlich, daß bestimmte Contents nur noch über den Microsoft Browser zu empfangen sind, dann sind alle Leute die nicht diese Software benutzen wollen, ausgeschlossen von dem Content. An die Benutzung dieses Kanals kann ein Zwangssehen von Werbung mit verbunden sein, genauso wie das im Fernsehen auch ist. Du kannst nicht private Kanäle gucken, ohne die Werbung anschauen zu müssen. Ich glaube daß die Situation im Internet noch viel dramatischer ist, weil wir vom Fernsehen als "demokratischem" Medium sowieso nicht mehr so viel erwarten. Es ist irgendwie wichtig, daß im öffentlich-rechtlichen Rundfunk noch so ein paar Freiräume für eine kritisch-politische Debatte reserviert bleiben, was ja von den privaten Kanälen überhaupt nicht mehr erwartet wird. Dagegen ist das Internet ein neuer öffentlicher Raum, wo wirklich eine offene politische und kulturkritische Debatte geführt werden kann und in dem Maße wie das Potential nicht mehr ausgeschöpft werden kann, weil einfach die politischen Kräfte die auf die technische Infrastruktur zugreifen in Richtung auf eine Monopolisierung und eine pure Verwertung gehen, in dem Maße halt ich dies auch für eine große politische Gefahr gegen die man sich wenden muß Auf der anderen Seite gibt im Netz viele selbstorganisierte Gruppen und Netzwerke, die sich häufig über Mailinglisten verständigen, wo in einer ganz banalen Gesprächssituation eigentlich das realisiert wird, was an offenem Potential vorhanden ist, nämlich: Jeder hat Zugang, jeder kann posten, man kann sich entscheiden beim wem man zuhört und bei wem nicht. Es gibt manche die haben eine stärkere inhaltliche Definition und andere nicht, aber da entsteht ein öffentlicher Raum, in dem auch eine Verkoppelung von politischen Kräften (das können auch Künstlergruppen sein, oder auch bestimmte kulturellen Interessengruppen), die in der Form in anderen Medien so nicht möglich ist. Ich glaube, daß da auch die wirkliche Stärke von Mailinglisten liegt.

? Welche Rolle spielte die Mailingliste "Syndicate" während des Kosovo Konfliktes ?

AB: Ich glaube, was für die Vorgeschichte oder die Tatsache, daß der Krieg auf der Liste "Syndicate" nicht stattgefunden hat, was da sehr wichtig ist, ist daß die Liste schon seit langem besteht. Wir haben eine Geschichte ohne diesen Krieg. Die Leute kennen sich gut aus der Region und haben deshalb eine gewisse Vertrauensbasis, um auch in so einer Situation noch im Gespräch zu bleiben. Das sind von der sozialen Situation her Freunde und Bekannte. Du bist durch die äußere Situation dazu gezwungen, gegensätzliche Standpunkte einzunehmen, weil die einen die Bomben werfen und die anderen empfangen sie. Klar, daß die politische Bewertung, dessen was dort stattfand sehr unterschiedlich ausfiel.

?In welche Kanäle fließen eure Informationen?

AB: Das hängt von der Größe der Liste ab. Inzwischen sind 400-500 Leute bei Syndicate eingeschrieben. Es gibt Untersuchungen, daß bei 400 Teilnehmern eine Schwelle erreicht wird, wo so etwas wie eine eingeschworene Gemeinschaft, Leute die sich untereinander kennen, nicht mehr möglich ist. Der Aspekt des Anonymen und des …ffentlichen wird stärker gegenüber der Gruppenintimität, die es vorher gab. Ich glaube, daß eine Gruppenbildung als kollektiver Referenzpunkt sehr wichtig ist, d.h. die Leute wissen, da ist ein sozialer Cluster, auf den ich mich beziehen kann und der auch etwas produziert, was eine gesellschaftliche Wirklichkeit hat - das ist in kleinen Gruppen einfacher.

In dem Moment, wo die Gruppe größer wird, ist es wichtig, daß so etwas wie ein Mythos geschaffen wird, der sich ungefähr so anhört: da ist ein Netzwerk von Leuten, die sich regelmäßig treffen, und so leicht subversive Projekte machen. Das gelang zum Beispiel beim Balkania Projekt oder damals in Stockholm mit dem Partnership for Culture Plan Trademark 1998, eine Aktion die wir während einer Konferenz in Stockholm gemacht haben. Das brachte die Organisatoren damals richtig auf die Palme, weil sie eigentlich genau das erreichen wollten, was es mit Syndicate schon gab. Wir als Syndicate hatten dort nichts zu verlieren, wir existieren ja nicht als Institution. Wir gingen als einzelne frei Teilchen rein und wieder raus. Es ist wichtig, daß man diese mythischen Momente erzeugt und auch die Geschichte immer weiter erzählt: next5minutes2, diverse Treffen, Reader, Workshops hier und da, Spin offs. Da stellt sich bei den Leuten ein gewisses Gefühl ein - Momente von Community auf der Liste. Essenziell für die Leute ist es, punktuell so ein Gefühl der Macht im positiven Sinne zu erzeugen, daß Leute, die auf der Syndicate's Liste sind, das Gefühl haben, sie gehören zu einer internationalen Künstler- und Kulturgemeinschaft, die ihnen Zugang gibt zu etwas, die etwas möglich macht. Macht im Sinne von Handlungspotentiale schaffen.

Bei Listen, über die nur Ankündigungen laufen, entsteht das nicht, weil die Leute nicht das Gefühl haben, daß da ein sozialer Resonanzraum existiert, auf dem man sich beziehen kann. Ich glaube, daß die Listen, die wirklich so einen Communityaspekt produzieren in realweltlichen Ereignissen - die eben auch reine Mediensimulationen sein können - besser handlungsfähig sind.

Mikro.org (http://www.mikro.org) entstand in Berlin aus einer Ansammlung von 15 Individuen, die alle für sich bastelten und sich irgendwann vor zwei Jahren gesagt haben, wir tun uns jetzt zusammen. Wir müssen irgendwie eine gemeinsame Plattform schaffen, eine Handlungsplattform, um die Dinge, die zwischen unseren individuellen Beschäftigungen bereits Querverweise schaffen, in eine stärkere Konsistenz zu bringen. Daraus entstand die mikro.lounge, die zu Vorträgen, Diskussionen und Gesprächen einlädt. Letzten Mittwoch waren ca. 200 Leute da. Es ging um Medienzentren in Berlin unter dem Titel: Medienzentrum/Labor/Netzwerk. Wir hatten drei Projekte eingeladen. Monika Fleischmann und Wolfgang Strauss [MARS - Media Arts & Research Studies, Institut fuer Medienkommunikation, GMD, St. Augustin, http://imk.gmd.de/mars/cat/] stellten die CAT Studie vor, eine deutschspezifische Internetplattform zur Vernetzung der ganzen Szene. Lutz Engelke [Triad, Berlin, http://www.triad.de] sprach über ein geplantes Kompetenzzentrum im Bereich Neue Medien. Marie Ringler [Public Netbase, Wien, http://www.t0.or.at] unterstrich vor allem den politischen Aspekt von Public Netbase. Viele Leute in Berlin warten darauf, daß öffentlich zugängliche Infrastrukturen dieser Art entstehen. Ich glaube, daß auch deshalb so viele gekommen sind.

? Wer oder was ist Rohrpost?

AB: Rohrpost ist eine neue Mailingliste, eine Initiative vom mikro e.V. Berlin(). Wir hoffen, daß es eine allgemein benutzte deutschsprachige Liste wird. Micro steht zwar im Domain-Namen mit drin, , aber für uns ging es einfach darum diesen Kanal zu öffnen, der 1997 bereits für kurze Zeit unter nettime.de existierte. Ich halte es für wichtig, daß Leute ernsthafte Diskussionskanäle in ihrer eigenen Sprachen nutzen können. Politische Bewußtseinsbildung, wie sie Magazine und Zeitungen produzieren, halte ich ebenfalls für eine Aufgabe von Mailinglisten. Eine Mailingliste stelle ich mir immer wie einen großen Raum vor, indem jeder zu jedem Zeitpunkt sprechen kann. Dieser Raum vermittelt ein Gefühl der Dynamik. Manchmal ist eine aufgeregte Stimmung, dann sprechen mehr Leute gleichzeitig und manchmal ist es auch ganz still, was kein Problem darstellt. An diesem Bild wird für mich auch immer deutlich, wie wichtig so etwas wie netiquette ist, daß die Leute ein Bewußtsein dafür entwickeln, wie sensibel die Situation ist. Denn wenn du zum Beispiel Attachments reinschickst, ist das als ob du sehr laut schreist oder Feed Back produzierst mit deinem Mikrophon. Alle halten sich die Ohren zu. Für eine andere Zumutung halte ich es, ausschließlich über seinen eigenen Quatsch zu schreiben. Mailinglisten sind fragile soziale Wesen mit denen man vorsichtig umgehen muß, um zu ermöglichen, sich über einen bestimmten spezifischen Problemkomplex direkt austauschen zu können.

Nettime (http://www.nettime.org) ist eine internationale Liste, die in den letzten zwei Jahren zunehmend amerikanisch geworden ist. Es ist fast unmöglich geworden aus der internationalen Liste Nettime für Deutschland politische Strategien abzuleiten. Deshalb ist es wichtig einen Kanal zu haben, in dem die Thematik und die Sprache den Leuten einen direkten Zugang zum besprochen bietet. Solche Bedingungen motivieren, eigene Mails rauszuschicken. Eine Liste, die spezifisch auf dieösterreichische Situation eingeht ist gettoattack. Diese Mailingliste entstand als Reaktion auf die Attacken von Haider, als international nur wenig reagiert wurde.

? Sind Mailinglisten private oder öffentliche Kanäle?

AB: Ich glaube erst mal sind es privat Medien, von einer mehr oder weniger großen Relevanz für die Leute die direkt daran teilnehmen. Den Listenteilnehmer von Syndicate beispielsweise wurde während des Kosovo-Konflikts durch die direkten Stimmen vom Balkan ein anderen Blick auf diese Krise vermittelt. Damit waren sie selber auch in der Lage, Fernsehberichterstattung anders zu lesen. Bis jedoch diese Informationen effektiv auf große Medieapparate zurückschlagen, das dauert sehr lange. Ich denke schon, daß zum Beispiel die Mailingliste Syndicate in der ganzen Flut alternativer Berichterstattung übers Netzt dabei eine Rolle spielte, spezifische Informationen anderen Stellen verfügbar zu machen, die dann in Nettime aber auch in stärker politisch orientieren Listen der NGO's, als ein breiteres Phänomen sichtbar geworden sind. Syndicate selber ist wahrscheinlich an keiner Stelle relevant aufgetaucht, war aber Teil des ganzen Fluss. Ich glaube, daß Zeitungen wie Period After oder Bastard Special Edition, eine Zeitschrift, die in Zagreb von Arkzin.org gemacht worden ist, viele von den Texten, die während des Krieges geposted und über Nettime weitergeleitet wurden, zusammenfassten.

Ich kann mir vorstellen, daß für den mentalen Wiederaufbau, der in Südosteuropa derzeit stattfindet, es unheimlich wichtig ist, daß die Leute Verstündigungsmöglichkeiten haben auf allen Ebenen. Es geht sowohl um einen intellektuellen Diskurs, als auch um konkrete Zusammenarbeit in diversen professionellen Gebieten bis hin zu gemeinsamen politischen Projekten, um die Teilung zu überwinden. In diesem Bereich spielen lokale Publikationen, aber auch Mailinglisten eine äußerst wichtige Rolle, weil sie kleine Sichtbarkeiten erzeugen. Man sieht die Namen, man weiß, daß die Leute zu Gange sind. Man liest kritische Witze aus Belgrad neben Informationen über Initiativen, albanische und serbische Künstler zusammen auszustellen. Es gibt auch eine Literaturzeitschrift, die in Sarajevo gemacht wird, das Album, indem Texte in vier oder fünf verschiedenen Sprachen publiziert werden. Das alles erzeugt eine Mentalität, die momentan vielleicht überhaupt nichts bewirkt, die aber eine Stimmung schafft, im Sinne von "das ist möglich".

Im April 1999, während des Kosovo-Krieges, veranstalteten wir das Syndicate-Treffen, das eigentlich in Belgrad hätte stattfinden sollen, in Budapest. 35 Leute aus 12 verschiedenen Ländern trafen sich, um ein Wochenende miteinander zu verbringen. Man tauschte sich über die politische Krise, den Krieg und die persönliche Situation der Einzelnen aus. In der Eingangsrunde stellten sich alle Leute vor und verwiesen auf den Krieg immer mit dem Zusatz "in this situation". Dabei wurde allen deutlich, daß jemand der aus Sophia oder Skopie, Belgrad oder Zagreb kommt, mit "in this situation" was ganz anderes meint. Das Treffen selber hatte für die Leute, die da waren, eine ganz konkrete persönliche Bedeutung, nämlich diesen freien sozialen Raum während des Krieges zu schaffen. Das Treffen bekam, glaube ich, für die, die über die Liste davon hörten, eine symbolische Bedeutung. Weil mit diesem Treffen einfach der Beweis erbracht war, daß man während des Kosovo-Krieges, Mitte April 1999, Leute aus Belgrad, Skopje, Zagreb, Budapest und Berlin in einem Raum mitten in Europa zusammensetzten konnte, und sich zudem auch noch verstehen. Das ging so weit, daß Florian Schneider aus München, der auch mit dabei war, einen Artikel schrieb, für "Freitag", eine Zeitung in Berlin. Ein Freund von mir, der diesen Artikel gelesen hatte, erzählte mir von sich aus, daß er zum ersten Mal einen Text über diesen Krieg gelesen hatte, von dem er nicht kotzen müsse. Das zeigt, daß das Treffen über den engen Syndicate-Zirkel hinaus wirkte. Dabei sind wir gar nicht besonders gut im Verwerten dessen, was wir an kulturellem Potential erzeugen. Einerseits ist das fast peinlich, andererseits ist es gut so, weil dadurch kein Funktionärstum entsteht. Ich könnte ja auch "Syndikatsfunktionär" sein. Ich hätte längst den Antrag beim Europaparlament stellen können, daß sie ein Syndikatsbüro finanzieren ...

? Meinst du daß die das akzeptieren würden?

AB: Ja, das wurde mir von Brüssel schon angeboten. Wenn nicht von dort, dann gäbe es von anderswo her Geld. Slowenische Freunde, die an der "Mediaterra"- Konferenz in Athen teilgenommen hatten, erzählten mir gestern Abend, was alles mitgesponsort worden war vom Europäischen Rat. Der Zuständige des Europäischen Rats für Neue Technologien, Kimo Alake aus Finnland, sei auf der Konferenz ständig auf der Suche nach neue unterstützungswürdigen Initiativen gewesen. Seit Jahren versucht der Rat ein kulturelles Netzwerk aufzubauen, das Ost-West verknüpfend sich vor allem mit Medienkultur beschäftigt soll. Wir spielen irgendwie Haase und Igel, denn überall wo die hinkommen, sagen ihnen die Leute: "Ja, aber das besteht doch schon. Es gibt das Syndicate." Syndikate ist aber, weil wir uns selbst kein politisches Profil schaffen, kein institutioneller Rahmen, der für den Europäischen Rat greifbar ist. Deshalb können die mit uns nichts anfangen. ? Institutionalisiert sich Syndicate nicht doch ein wenig?

AB: Für mich liegt das Problem in der mangelnden Mythologisierung. Ich werde richtig böse auf die Leute, die obwohl sie das Problem verstehen, nicht aktiver mitspielen. Es gibt einzelnde wie Nina Czegledy , die sehr bewußt die Syndicate-Karte spielen und ganz bewußt ihre Postings mit "Dear Syndicalists" anfangen und gezielt den Gemeinschaftscharakter unterstützen. Das finde ich super, denn ich glaube, daß solche Formen von unschätzbarem Wert für den Zusammenhalt einer solchen Gemeinschaft werden. Diese Form von simulierter Gemeinschaft zieht dann echte Gemeinschaft und Kollektivität nach sich. Es muß immer erst ein allgemeiner Raum eröffnet werden, in den dann Individuelles reinfließen kann. Je mehr Leute sich mit diesem Raum identifizieren,desto stärker wird der Effekt. Wenn die Beiträge hauptsächlich von mir kämen, dann würde die Stimmung umschlagen. An den Treffen nehme ich jedoch teil. Die sind mir als Bezugsrahmen wichtig. Deshalb glaube ich auch, daß Projekte wie nettime, in den letzten zwei, drei Jahren wirklich gelitten haben, weil dieser Community-Aspekt ohne reale Treffen rausfällt. Nach dem angeblich gescheiterten Treffen in Slovenien '97, "beauty in the east", bei dem soziale Brüche auftraten und es zu Abspaltungen kam, wurde kein Versuch mehr unternommen, noch ein nettime-meeting zu organisieren. Seitdem driftet die Liste immer stärker ab in eine Publikation. Die Liste als Gemeinschaft existiert so nicht mehr.

betacity: Welche wichtigen Meetings/Konferenzen stehen dieses Jahr an?

AB: ISEA (http://www.isea.qc.ca/ ) ist die Internet Society for Electronic Arts, die Mutter aller Mütter der elektronischen Kunst-Netzwerke und wurde bereits in den 70er Jahren gegründet. Wahrscheinlich wurde sie in den Niederlanden gegründet von Roger Malina, Wim van der Plas, Otto Piene... ist dann ganz stark in dem akademischen Bereich angesiedelt worden. Soweit ich das verstehe, wird ISEA heute vor allem von Künstlern aus den USA und Kanada getragen, die sich für elektronische Kunst, das heißt sowohl Bildende als auch Design, Musik, usw. interessieren, die aber häufig über irgendwelche akademische Institutionen eingebunden sind. Alle zwei Jahre wird eine große Konferenz organisiert, die jeweils in einer anderen Stadt stattfindet: '94 Helsinki, '96 Rotterdam, '98 Manchester und Liverpool. Ende 2000 in Paris, organisiert von Art3000, einer Organisation für elektronische Kunst in Paris. Das wird das international größte Treffen für Medienkünstler. ISEA beginnt inzwischen auch außerhalb der Natowelt Veranstaltungen zu organisieren; letztes Jahr in Brasilien. Ich finde es ziemlich unmöglich, daß die ihre Veranstaltungen wie akademische Konferenzen organisieren, d.h. sie verlangen bis zu 1000.-DM Teilnehmergebühr. Durch diesen hohen Betrag werden normale Könstler einfach ausgeschlossen. In Liverpool hat Micz deshalb das Revolting organisiert, um neben der ISEA einen Laborraum zu schaffen. Dort konnten Leute ihre Arbeiten präsentieren. Eine Reihe von Revolting-Teilnehmer konnten zudem in die ISEA-Konferenz eingeschleust werden. Auch Iliyana Nedkova veranstaltete mit "Virtual Revolutions" ein Projekt, das ebenfalls als Schleuse gedacht war, um Künstler in die ISEA Veranstaltung reinzubringen. Das mißlang jedoch, weil die Organisation der ISEA irgendwann so groß und träge wurde, daß man selbst mit solchen subversiven Aktionen niemand mehr einschleusen konnte. Syndicate wird dieses Jahr versuchen im Umfeld der Veranstaltung in Paris etwas anzubieten.

betacity: Vielen Dank für das Gespräch und vielleicht hast du ja Lust auch ein wenig in der betacity Mailingliste aktiv zu werden.

Links:

Policy Initiatives:
The European Cultural Backbone - http://ecb.t0.or.at P2P
From Practice to Policy Conference - http://www.dds.nl/p2p
The Amsterdam Agenda - http://www.dds.nl/~p2p/p2p_journal/agenda.html
New Media Culture Book - http://www.dds.nl/~virtplat
ECB - Projects ENCART - http://www.encart.net
ECX - European Cultural Xchange Programme - http://ecb.t0.or.at/ecx
Multimedia Labs - http://www.mmlabs.org
various related network initiatives: Medialounge - http://www.medialounge.net
Virtual Platform - http://www.dds.nl/~virtplat
Nettime mailing list - http://www.nettime.org
Syndicate - http://www.v2.nl/syndicate/
Xchange - http://xchange.re-lab.net
RIS/ORANG - http://orang.orang.org
Frequency Clock - http://radioqualia.va.com.au/freqclock
V2_OS - http://www.v2.nl/v2_os/
ORF Kunstradio - http://thing.at/orfkunstradio/
Riga E-Lab - http://www.re-lab.net
mikro e.V. - http://www.mikro.org
C8 - http://c8.com
FreeB92 - http://www.freeb92.net
CyberRex - http://www.cyberrex.org
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