Von Dr. Karin Schick am 05. Juli 2002 um 00:00

Aus Anlass der Jubiläen „75 Jahre Weißenhofsiedlung Stuttgart“ und „50 Jahre Baden-Württemberg“ zeigen das Institut für Auslandsbeziehungen und die Galerie der Stadt Stuttgart


Die Weißenhofsiedlung Stuttgart 1927 – Pläne, Zeichnungen, Modelle, Möbel

und

Neues Bauen International 1927 | 2002 – ein imaginäres Museum der
Architektur-Avantgarde in Europa und Amerika


Kuratorin: Karin Kirsch


Eröffnung: 18. Juli 2002, 19 Uhr
Dauer: 19. Juli - 6. Oktober 2002
Ort: Galerie der Stadt Stuttgart, Schlossplatz 2
öffnungszeiten: Di - So 11 - 18 Uhr, Mi 11 - 20 Uhr, Mo geschlossen
Führungen: mittwochs 17 Uhr


Im Jahre 1927 stellten die wichtigsten Architekten des 20. Jahrhunderts im Rahmen der Ausstellung des Deutschen Werkbundes DIE WOHNUNG ihre Lösungsvorschläge der öffentlichkeit vor. Das Ergebnis ist die heutige Weißenhofsiedlung in Stuttgart.

17 Architekten waren eingeladen, Einfamilien-, Mehrfamilien- und Reihenhäuser
zu bauen. Es entstanden 21 Gebäude mit 63 Wohnungen, die nach Abschluss der Ausstellung vermietet wurden. Die Architekten waren Ludwig Mies van der Rohe, Jacobus Johannes Pieter Oud, Victor Bourgeois, Adolf Gustav Schneck, Le Corbusier und Pierre Jeanneret, Walter Gropius, Ludwig Hilberseimer, Bruno Taut, Hans Poelzig, Richard Döcker, Max Taut, Adolf Rading, Josef Frank, Mart Stam, Peter Behrens und Hans Scharoun. Durch die Verwendung neuer Baumaterialien und Konstruktionsmethoden stellten sie das „Neue Bauen“ zur Diskussion.

Die Galerie der Stadt Stuttgart zeigt die ifa-Ausstellung zur Weißenhofsiedlung,
ergänzt um Originalausstellungsstücke – auch aus Stuttgarter Beständen.

Im Rahmen der Ausstellung Die Weißenhofsiedlung Stuttgart 1927 wird erstmalig „Weißenhofsiedlung digital“ präsentiert, ein von der Stadt Stuttgart und IBM erarbeitetes interaktives Informationssystem. Es beinhaltet virtuelle Rundgänge in einem digitalen Modell der Weißenhofsiedlung im Zustand von 1927.

Parallel zur Werkbund-Ausstellung DIE WOHNUNG wurde 1927 in Stuttgart auch die „Internationale Plan- und Modellausstellung neuer Baukunst" eröffnet. Wie in einem imaginären Museum waren hier Beispiele von modernen Bauwerken aus Europa und Amerika zusammengetragen, welche die Gleichartigkeit der Architektur und ihre voneinander unabhängige Gleichzeitigkeit deutlich machten.

Die Ausstellung bedeutete Unterstützung und Bestätigung für die im Sinne des
Neuen Bauens arbeitenden Architekten. Sie diente als Argument gegen die Angriffe erbitterter Gegner aus dem Lager der Traditionalisten und machte den Besuchern klar, wo die Avantgarde zu suchen sei.

Ludwig Mies van der Rohe, künstlerischer Leiter dieser Ausstellung und der Weißenhof-Ausstellung, wählte zusammen mit seinen Kollegen Le Corbusier, J.J.P. Oud und Ludwig Hilberseimer 129 Architekten oder Teams aus 10 Ländern aus (Deutschland, Tschechoslowakei, Italien, Schweiz, Russland, Niederlande, USA, Frankreich, Belgien, österreich). Damit bot das Projekt einen einmaligen überblick über das Neue Bauen und seine internationale Auswirkung.

Neues Bauen International 1927 | 2002 präsentiert über 100 Projekte von 60 Architekten aus dieser Ausstellung mit Plänen, Modellen und Zeichnungen: z. B. das „Hochhaus Friedrichstraße" und Landhäuser von Mies van der Rohe, „La Miniatura" von Frank Lloyd Wright, den „Wolkenbügel" von El Lissitzky, zwei „Architektons“ von Maleviè, das Schröder-Schräder Haus von Gerrit Rietveld, das Fagus-Werk, das Bauhaus-Gebäude und Meisterhäuser von Walter Gropius sowie Bauten von Le Corbusier. Die Ausstellung ist keine Rekonstruktion der Ausstellung von 1927, sondern schließt die Bewertung aus heutiger Sicht mit ein.


Zu beiden Ausstellungen ist ein Katalog erhältlich.


Kontaktpersonen:
Dr. Karin Schick, Galerie der Stadt Stuttgart, Tel. 0711-2162743,
E-mail
Carola Bodenmüller, Institut für Auslandsbeziehungen, Tel. 0711-2225163,
E-mail


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