Von Kunstakademie Stuttgart am 01. Dezember 2009 um 13:44

'Who is that pale man?'
Impulse, Genealogien, Horizonte - Ringvorlesung zu Wirkung und Relevanz des Werks von Andy Warhol der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart in Kooperation mit der Staatsgalerie Stuttgart
Dienstags, 24.11.-15.12.2009 um 19 Uhr in der Staatsgalerie Stuttgart


Dienstag, 8. Dezember
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Henning Engelke (Goethe-Universität Frankfurt):
'Silence and Slow Time: Die frühen Filme Andy Warhols und das New American Cinema'

Henning Engelke ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kunstgeschichtlichen Institut der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Gegenwärtig Arbeit an einem Forschungsprojekt zum US-amerikanischen Avantgardefilm von 1940–1963.

Prof. Dr. Nils Büttner (Kunstakademie Stuttgart):
'Wie wird man Warhol? – Die Erfindung des Künstlers A.W.'

Nils Büttner lehrt Kunstgeschichte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit ist die Sozialgeschichte von Kunst und Künstlern.


'Who is that pale man?' Schon zu Lebzeiten Andy Warhols hat man sich diese Frage immer wieder gestellt. Denn der Künstler liebte es, sich hinter Masken und Rollen zu verstecken oder sich sogar ganz zwischen anderen Akteuren z.B. der mythenbeladenen 'factory' aufzulösen. Immer mehr wurde er zugleich als 'der Manns mit der Perücke' selbst Teil seines Werks, in dessen multimedialer Vielfalt der Künstler als Individuum – offenbar gewollt - zunehmend verlorenging. Als Kunstfigur trat er jedoch immer stärker in den Mittelpunkt und in das Bewusstsein des Publikums. Es gelang ihm das selbsterklärte Ziel 'ein Star für fünf Minuten' zu sein, nachhaltig zu übertreffen: Warhol ist einer der populärsten und teuersten Künstler der Welt. Warhols Werk geht dabei über die übliche Zuschreibung zur Pop Art weit hinaus und legt folgenreiche Spuren bis in die Gegenwart. Auf der Folie einer redundanten Bildschwemme der modernen Medienwelt wird hier auf verstörende Weise die Identität von Kunst und Kunstproduktion in Frage gestellt.

Der 1928 in Pittsburg/Pennsylvania als Andrew Warhola in eine Familie mit osteuropäischen Wurzeln hineingeborene Künstler wäre letztes Jahr 80 Jahre alt geworden. Sich 'den Künstler als alten Mann' vorzustellen, fällt allerdings reichlich schwer, denn sein Werk wirkt gerade auch im Abgleich mit Positionen zeitgenössischer Kunst erstaunlich frisch, unverbraucht und immer wieder provokant, wie zahllose Ausstellungen der letzten Zeit eindrücklich gezeigt haben. Dabei ist sogar das Phänomen kalkulierter Langeweile in vielen seiner Arbeiten immer noch faszinierend. Der allzu bekannten Oberfläche des Werks scheinen konzeptuell wirksame Tiefenebenen eingewoben, denen die erste Ringvorlesung der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste nachforschen will. Dies geschieht in bewusster Kooperation mit der Staatsgalerie Stuttgart, die in ihrer Sammlung über einige bedeutende Arbeiten des Künstlers verfügt.
Um dem Künstler Andy Warhol und seiner Kunst, seinem Werk und seiner Wirkung auf die Spur zu kommen, ist die Ringvorlesung 'Who is that pale man?' im Format des Doppelvortrags geplant. An vier Abenden finden je zwei kurze Vorträge mit unterschiedlicher Thematik statt. Dabei treffen künstlerische Thesen und wissenschaftliche Erkenntnisse der Dozenten der Stuttgarter Kunstakademie auf die vielfältigen Einsichten und Standpunkte der eingeladenen Kuratoren, Kunstpublizisten und Wissenschaftler.


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'Who is that pale man?' – Impulse, Genealogien, Horizonte - Ringvorlesung zu Wirkung und Relevanz des Werks von Andy Warhol der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart in Kooperation mit der Staatsgalerie Stuttgart
Idee/Konzept: Prof. Rolf Bier für 'Cereals' – eine Veranstaltungsreihe zu Typologien und Besonderheiten künstlerischen Denkens und Handelns
Team: Prof. Rolf Bier, Prof. Dr. Nils Büttner, Peter Daners
Ort: Vortragssaal im Stirling-Bau der Staatsgalerie Stuttgart, Konrad-Adenauer-Str. 30-32, 70173 Stuttgart
Information/Eintritt: http://www.staatsgalerie.de
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Der nächste und letzte Termin der Reihe:

Dienstag, 15. Dezember
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Dr. Barbara Straumann (Universität Zürich)
Diva Warhol - mediale Performance, Gender und Versteckspiel

Barbara Straumann, Anglistin und Amerikanistin an der Universität Zürich, arbeitet in den Gebieten Literatur, Film und Kulturwissenschaft.

Prof. Alexander Roob (Kunstakademie Stuttgart)
Der letzte "Tiler" - Warhol in der Tradition amerikanischer Illustrationsgrafik

Alexander Roob (geb. 1956) hat als Comiczeichner, Kirchenmaler und graphischer Berichterstatter gearbeitet. Er lehrt seit 2002 Freie Grafik und Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Seit 2004 erforscht er im „Melton Prior Institut für Reportagezeichnung“ abgelegene Bereiche der Illustrationsgeschichte.

(Texte: Quelle Prof. Rolf Bier)



Abb. (s.a. http://www.abk-stuttgart.de): Grafik Patrick Oltean, Marcel Mendler in Kooperation mit dem Institut für Buchgestaltung und Medienentwicklung der Kunstakademie Stuttgart, Leitung Prof. Uli Cluss.


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