Von Fotowerkstatt & Galerie Norbert Nieser am 29. Oktober 2015 um 10:18

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Einladung

zur Ausstellungseröffnung am

Samstag 14. November 2015 um 20 Uhr





Wolfgang Pietrzok

Quetschungen retrospektiv

Wolfgang Pietrzok studierte von 1970 bis 1971 Kunstpädagogik an der Werksschule Hannover und von 1971 bis 1975 bildende Kunst und Kunstgeschichte an der Kunstakademie Kassel. Seither arbeitet er als Ausstellungsmacher und Fotograf in Saarbrücken und Viens (Provence). In seiner Arbeit knüpft Pietrzok einerseits an den künstlerischen Aktionismus und seine Erfahrungen an der Kunstakademie Kassel, andererseits an das Konzept der Photo-Performance an. Hierbei erweist sich das Quadrat als sein spezifisches Universum, in dem Körper auf einen blauen Abdruck reduziert oder wie im Krampf erstarrt erscheinen, wo sich aber auch Körperteile wie im Puzzle zu einem neuartigem Körperganzen zusammen-fügen. Auf einer großen Glasscheibe, die mit blauer Farbe bedeckt ist, lässt er weibliche und männliche Modelle Posen einnehmen, die sich teilweise aus der Bewegung heraus ergeben, in seinen mehrteiligen Arbeiten jedoch Ergebnis einer exakten Planung sind.

Der Künstler fotografiert seine Modelle von unten nach oben, durch eine Glasscheibe hindurch, die auf ein Gerüst montiert ist. Seine Quetschungen sind die Folge von Druck oder Gravitation, die sich als Deformation der Körper an ihrer Unterseite zeigt. Einerseits ist der orts- und raumlose "Himmel" gegen den der Künstler seine Motive fotografiert tatsächlich ein Gebiet, das man nicht betreten kann. Zum anderen erzeugt Pietrzoks Methode auch die Vorstellung, dass ein Künstler der Gegenwart in einem bildnerischen Medium, das vergleichsweise jung ist, wie ein Freskenmaler der Vergangenheit arbeitet, der ein Deckengemälde ausführt, den Blick und sein Handwerkszeug nach oben gerichtet, wegstrebend vom festen Grund der Konventionen.

Pietrzoks Arbeiten sind geprägt durch Yves Kleins Anthropomorphien der blauen Epoche. Wie bei Klein agieren die Modelle als lebende Inseln, deren Körperabdruck sich durch die blaue Farbe auf Glas als Negativ zeigt. Das Blau wird zum Hintergrund, der durch seine Neutralität den Abdruck als abstrakte Form erscheinen lässt, jedoch den Körper als ganzes und sein Volumen nicht negiert. Diese Abdrücke, oft durch intensiv blaue Konturlinien begrenzt, erinnern bisweilen an Solarisationseffekte der experimentellen Photographie. Die Serie Quetschungen wurde ausschließlich analog mit 6x6 Rollfilm aufgenommen, ohne digitale Verfremdung.

Das Wort "Quetschung" bezeichnet normalerweise einen Vorgang oder einen Zustand geradezu schmerzlicher Art. Pietrzok formt es zu ästhetisch kreativer Aussage.

Der Abdruck des Körpers wird abgebildet im photographischen Spannungsmoment von Schärfe und Unschärfe, von Abdruck und Transparenz. Durch die Verwischungen der Farbe wird das Bild zu einem Dialog von expressiven Farbspuren, Abdrücken vor Körperteilen, die in sich selbst meist verformt und verfremdet sind, und vagen Durchsichten auf Körperrundungen, wo sich das Glas transparent öffnet. Die Reduzierung auf zwei Farben - das Gelbbräunliche der Gliedmaßen und das Wasserbläuliche des sie Umfließenden " verleiht den photographischen Arbeiten ein reizvolles Zusammenspiel mit immer neuen Variationen.

Wolfgang Pietrzok ist 1949 geboren. Seine Arbeiten wurden im Rahmen zahlreicher Ausstellungen im In- und Ausland präsentiert, und sind in diversen Sammlungen zu finden, unter anderem im Museum Ludwig in Köln.


Ausstellungsdauer


14. November 2015 bis 9. Januar 2016


Öffnungszeiten der Galerie


Mittwoch bis Freitag 16 bis 18 Uhr
Samstag 10 bis 13 Uhr


Fotowerkstatt & Galerie
Norbert Nieser

Grosse Falterstr. 31/3
70597 Stuttgart

Phone +49 (0) 711 - 76 56 719
Mobil +49 (0) 172 - 76 44 655

http://www.galerie-nieser.de



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