Von Angela Butterstein am 17. April 2008 um 15:02

E I N L A D U N G / E R I N N E R U N G

art, science & business/dialog
Freitag, 18. April 2008, 20 Uhr, Akademie Schloss Solitude

Wolfgang Ullrich
Jenseits des Fetischismus. Dingkultur im Konsumismus

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Fetisch + Konsum« hält der Kunstwissenschaftler und Medientheoretiker Wolfgang Ullrich am Freitag, dem 18. April nach Jean-Pierre Lefebvre den zweiten Vortrag zum Thema. Er geht davon aus, dass die Gleichung von »Ware« und »Fetisch« den Blick auf alternative Beschreibungen des Konsumismus verlegt. Warum etwa sollten dessen Produkte nicht als Zeugnisse einer Hochkultur gewürdigt werden? Und was passiert, wenn man Konsumgüter als Gipfelpunkte wissenschaftlicher Erkenntnis, als Instrumente der Selbstreflexion oder als real gewordene Wünsche erörtert? Wer den Konsumismus als Fetischismus beschreibt, spricht einen doppelten Verdacht aus. So wird in ihm einerseits ein diffus-religiöses, vor jeder Aufklärung stehendes magisches Phänomen vermutet, andererseits aber bringt man den Konsumismus in Nähe zum Pathologischen: Ist er nicht eine Macht, die emotionale Abhängigkeiten und perverse Prioritätenverschiebungen erzeugt? In Vokabeln wie »Markenkult« und »Kaufrausch« artikuliert sich dieser doppelte Verdacht - der aber vielleicht auch nur ein Ressentiment ist.

Wolfgang Ullrich ist Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Weiterhin arbeitet er als freier Autor und Unternehmensberater im Bereich Marken-, Image- und Trendforschung. Zu seinen letzten Buchveröffentlichungen zählen »Bilder auf Weltreise. Eine Globalisierungskritik« (Berlin 2006), »Habenwollen. Wie funktioniert die Konsumkultur?« (Frankfurt am Main 2006) und »Gesucht: Kunst! Phantombild eines Jokers« (Berlin 2007).

Eine Kooperation mit dem Collège international de philosophie in Paris im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Fetisch + Konsum«.

Das Programm art, science & business wird durch die finanzielle Unterstützung der Landesstiftung Baden-Württemberg, der Landeshauptstadt Stuttgart sowie der LBBW Stiftung für Kunst und Kultur ermöglicht.

Eintritt frei

Die nächsten Veranstaltungen in der Reihe Fetisch + Konsum:
25. April 2008, 20 Uhr: Vortrag »Fetischismus und Perversion« von Catherine Perret im Rahmen des Programms art, science & business
29. Mai 2008, 20 Uhr: Ausstellungseröffnung mit ehemaligen und aktuellen Stipendiaten
31. Mai/1. Juni 2008: Performance-Nacht mit u. a. Ritta Baddoura, Hagen Betzwieser, Andreu Carandell, Dion Doulis, Andrew Hamilton, Hans-Werner Klohe, Min Kyong Lee, Iassen Markov, Andrea Melloni, Maxi Obexer, Alexander Schellow, Claudia Stebler und Harry Walter
12. bis 13. Juni 2008: Abschluss der Veranstaltungsreihe mit dem Symposium »Fetisch + Konsum« im Rahmen des Programms art, science & business mit u. a. Michael Erlhoff, Hans Dieter Huber, Stefano Mirti, Vera Strubi, Caroline Gerschlager und Bertrand Ogilvie



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Angela Butterstein
Akademie Schloss Solitude
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