Von Judith Siegmund am 29. Mai 2013 um 10:28

Zusammen mit Interflugs lade ich zu einem Vortrag von Michael
Makropoulos zur Geschichte des Arbeitsbegriffs ein, der u.a. auch den
Zusammenhang von Arbeit und künstlerischen Ökonomien reflektiert.
Der Vortrag findet am Dienstag dem 4. Juni 2013 in der Universität der
Künste im Medienhaus in der Grunewaldstraße statt.
Ebenfalls von interflugs organisiert ist das Screening von Ausschnitten
aus der dokumentarischen Serie des Filmkollektivs Cinéma Copain "in
arbeit", das am 6. Juni in der Regenbogenfabrik in Kreuzberg stattfindet.
Wir freuen uns über Euer Kommen!
Judith Siegmund



*
Michael Makropoulos**
/Arbeit und Armut/*

04. 06. 2013 / 19:00 / UdK Berlin / Raum 10 / Grunewaldst. 2-5, 10823 Berlin

Der Vortrag wird die Begriffe "Arbeit" und "Armut" historisch und
systematisch bestimmen und mit Bezug auf aktuelle Entwicklungen der
beiden Phänomene besonders im Bereich der "Kreativökonomien" diskutieren.

Michael Makropoulos ist Soziologe mit Schwerpunkt Soziologische Theorie
und Kultursoziologie.
Er schrieb Bücher und Aufsätze über Modernität, Kontingenz und ihre
soziale Normalisierung; über Sicherheits-, Versicherungs- und
Kontrollgesellschaften; über das theoretische Verhältnis von Moderne,
Postmoderne und Klassischer Moderne; über tiefenstrukturelle
Korrespondenzen zwischen konstruktivistischer Ästhetik, abstrakter
Malerei und empirischer Sozialforschung; über historische Semantik,
organisierte Kreativität und das Ende der Arbeit; über Architekturen
organisierter Vergesellschaftung, Räume mobilisierter Selbstentfaltung
und über die politische Logik totalitärer Infrastrukturen; über urbane
Revolten, metropolitane Lebensformen und den Möglichkeitssinn als Modus
der Existenz; über Mittelschicht, Massenkultur und kommunikativen
Konformismus; über Fremdheit, Subjektivität, Melancholie und
Souveränität; über den Wettbewerb, den Fortschritt und über die Apokalypse.

Ausgewählte Texte und Bibliographie unter
http://www.michael-makropoulos.de <http://www.michael-makropoulos.de/>;.

Organisiert in Kooperation mit Judith Siegmund im Rahmen
ihres Seminars "Kunst und Arbeit"


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*Cinéma Copains*
/*in arbeit*/

06. 06. 2013 / 20:00 / Kino in der Regenbogenfabrik / Lausitzer Str. 22,
10999 Berlin

Das Filmkollektiv Cinéma copains zeigt Teile ihrer dokumentarischen
Serie "in arbeit".
Die filmische Recherche portraitiert Kollektive, die in
unterschiedlichen Feldern selbstbestimmt arbeiten. Das Prinzip der Serie
basiert darauf, dass Mitglieder des portraitierten Kollektivs in der
nächsten Folge das Gespräch mit der nächsten Gruppe führen. So entsteht
eine Kette von Akteur_innen und Orten, die vom Pariser Filmlabor
/l'Abominable/ über sizilianische Agrarkooperativen bis hin zu einem
Kollektiv von Sans Papiers reicht.

Wir werden bei dem Screening Ausschnitte aus Teil 1 und Teil 3
anschauen, sowie den zweiten Teil in ganzer Länge.

Die erste Folge portraitiert das kollektive Filmlabor/l'Abominable/. Das
Laborkollektiv hat Maschinen instand gesetzt, die aufgrund der
Digitalisierung in der Filmindustrie freigesetzt wurden und ermöglicht
es Filmemacher_innen, die Arbeit mit dem filmischen Material wieder
selbst in die Hand zu nehmen und somit eine gewisse Autonomie im
Produktionsprozess zu erlangen.

Für das zweite Gespräch trafen sich Mitglieder des /l'Abominable/ mit
Aktivisten der Coordination des Intermittents et Précaires in Paris.
Seit den 60er Jahren gibt es in Frankreich eine spezielle
Arbeitslosenversicherung für Film- und Theaterschaffende. Sie
gewährleistet Techniker_innen wie Künstler_innen bei diskontinuierlicher
Arbeit (Intermittence) ein Mindesteinkommen und die fortlaufende Zahlung
von Sozialbeiträgen. Diese Versicherung dient traditionell dazu, die
"Zwischenzeiten" als Denk- und Recherchezeit zu nutzen oder unabhängige
Projekte zu realisieren. Als die Bedingungen für die Anerkennung als
IntermittentE stark verschärft wurden, bildete sich mit der
"Coordination des Intermittents et Précaires" eine Vereinigung, die
nicht nur gegen die Beschneidung von Privilegien der "Kreativen" anging,
sondern die Lage aller prekär Beschäftigten zum Thema machte. Mit
spektakulären Aktionen wie der Erstürmung der 8 Uhr-Nachrichten im
französischen Fernsehen gelang es ihnen, eine breite Öffentlichkeit in
die Diskussion über prekäre Arbeitsverhältnisse und mögliche
Alternativen einzubeziehen.

Im dritten Teil reisen zwei Mitglieder der Koordination des
Intermittents et Précaires mit den Filmemacherinnen nach Sizilien, um
das Gespräch mit Mitgliedern zweier Agrargenossenschaften
weiterzuführen. Die Teile 1-3 wurden im Berlinale Forum 2012
uraufgeführt. Weitere Folgen sind in Arbeit.

"Die Bezeichnung cinéma copains steht für ein Kino, das ohne Geld im
Freundeskreis produziert wird. Negativ steht es für Selbstausbeutung
plus Ausbeutung der Freund_innen, für Unprofessionalität und
Amateurkino. Ohne bis jetzt ein Rezept gegen die Selbstausbeutung
gefunden zu haben, arbeiten wir an der Umkehrung des Begriffs ins
Positive: cinéma copains steht für unabhängiges Filmemachen mit den
Mitteln, die uns zur Verfügung stehen und zu Fragen, die uns wirklich
interessieren. cinéma copains sind Arne Hector und Minze Tummescheit."

http://www.cinemacopains.org <http://www.cinemacopains.org/>;



Interflugs ist eine selbstverwaltete und von Studierenden geleitete
Organisation an der Universität der Künste Berlin. Seit über 20 Jahren
funktioniert Interflugs als Dachorganisation für verschiedene
unabhängige Projekte. Neben der Freien Klasse gehören hierzu die
Interflugs Lecture Series, die Geräteausleihe und Qcine.

<http://www.judithsiegmund.de/>;






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