Von Manfred Unterweger am 03. Juni 2015 um 10:48

LEE LICHTERLOH - AMBIENT

Kultur am Kelterberg Vaihingen e.V.
Kelterberg 5
70563 Stuttgart (Vaihingen)

http://www.kultur-am-kelterberg.de
und
http://www.facebook.com/kelterberg?ref=hl



Finissage: Sonntag, den 7. Juni 2015 ab 15 Uhr


"Bitte keine Laudatio!

(…) Lee Lichterloh würde es in Anlehnung an ein berühmtes Bertold Brecht-Zitat vielleicht so ausdrücken: "Die meisten Einführungsreden zu kulturellen Produktion der letzten Jahrzehnte wären durch einfaches Turnen oder zweckmäßige Bewegung im Freien mit großer Leichtigkeit zu verhindern gewesen ."

Es war der ausdrückliche Wunsch des Künstlers, dass wir auf erhellende Worte zu seiner Ausstellung AMBIENT verzichten. Lee Lichterloh, begründet dass damit, dass über Kunst im allgemeinen ohnehin schon viel zu viel gesprochen wird. Allzu oft wird dabei alles auf eine Aussage heruntergebrochen. Dadurch verfälscht sich der Gesamteindruck, wesentliche Aspekte bei den Exponaten bleiben unberücksichtigt und der Spielraum für die individuelle Interpretation durch den einzelnen Betrachter wird von vornherein begrenzt. Man verwehrt ihm damit die Möglichkeit, sich auf die Werke einzulassen.

Ein paar Sätze zu Lee Lichterlohs Ausstellung im allgemeinen kann ich mir trotzdem nicht verkneifen. Die Ausstellung hat den Titel AMBIENT. Diesen Begriff kennt man vielleicht auch aus einem anderen Bereich. 'Ambient' ist eine Variante der elektronischen Musik, bei der sphärische, langgezogene Klänge und Endlosschleifen, so genannte Loops dominieren. Die Musikstücke sind meist sehr langsam und lang, bauen sich oft gemächlich auf und gehen ineinander über. Ambient steht für Klangexperimente, die eher im Hintergrund bleiben und sich nicht durch eingängige Refrains oder prägnante Rhythmen aufdrängen. Mit seinen Exponaten, die auf eben solchen Loops basieren, zitiert Lee Lichterloh ganz offensichtlich auch diese Musikrichtung. Er möchte - ganz im Sinne des gleichnamigen Musikgenres - Raum für Inspiration und das Nachdenken schaffen, eine angenehme und interessante Atmosphäre suggerieren und diese Stimmung zum Erlebnis werden lassen."
(Text: Manfred Unterweger / http://www.art-unterweger.de)


"Lee Lichterlohs künstlerische Auseinandersetzung mit grundlegenden Gestaltungsmerkmalen der zweidimensionalen Bildfindung wie Figur, Grund, Asymmetrie und Symmetrie, Farbkontrast und Farbharmonie und anderem mehr hat sich zu einer geradezu seriellen Bildformung entwickelt. Diese besitzt eine eigene Grammatik: symmetrische Figurationen – „Männchen“ – durchdringen beziehungsweise überlagern asymmetrische Texturen – Punkte, Flecken, Flächen, Linien, Schraffuren und anderes mehr, und umgekehrt. Diese Grammatik bietet nicht nur unendlich viele Möglichkeiten der Bildung von optischen Erscheinungen, sondern eröffnet in ihren Ausformulierungen für den Betrachter zugleich Oberflächen von unprätentiösem optischen Reiz. Diesem fügt sich auch die zumeist zurückhaltende Farbigkeit ein. So sprechen Lichterlohs Bilder in ihrer vermeintlich vordergründigen, dekorativen Darstellung von sich selbst und durch sich selbst. Diese Form von Selbstbezug ist Methode und Bedeutung zugleich und entspricht der Vorstellung von Dekoro, die der Künstler mit Ambient benennt: Bilder als Stimulanzen für den Geist, für die Ratio als auch für die Emotion. Bilder, die uns umgeben wie das Licht, die Luft, der Raum, die Gegenstände in einem Raum, dessen besondere Atmosphäre. Als Kronzeuge des Malers tritt der Franzose Eric Satie und seine „musique d‘ameublement“ auf, mit der er die Grundlage für Ambient-Musik legte. Kunst kennt keine Gattungsgrenzen."
(Text: Otto Pannewitz, Städtische Galerie Sindelfingen)

Lee Lichterloh
1950 geb. in Böblingen
1970-74 Freie Kunstschule Stuttgart
bei Gerd Neisser
lebt und arbeitet in Böblingen

Ausstellung von Sonntag 17. Mai bis Sonntag 7. Juni 2015

Öffnungszeiten der Galerie: Fr, Sa, So 15-18 Uhr






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