Von Tina Barankay  am 17. Mai 2010 um 11:46

Öffentliche Ringvorlesung im Sommersemester 2010 an der Merz Akademie
"potentia passiva"

#1 Kathrin Busch, "Lob des Zögerns. Ansätze für eine Kulturtheorie der Passivität"

Dienstag, 18. Mai 2010, 19.30 Uhr, Aula der Merz Akademie

"potentia passiva" lautet der Titel der öffentlichen Ringvorlesung im Sommersemester 2010 an der Merz Akademie Stuttgart. Insgesamt sieben Vorträge von Wissenschaftlern und Kunsttheoretikern beschäftigen sich mit den vielfältigen Zuständen und Formen der Passivität. Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe hält Kathrin Busch, Professorin für Kunsttheorie, am 18. Mai um 19.30 Uhr ihre Antrittsvorlesung zum Thema "Lob des Zögerns. Ansätze für eine Kulturtheorie der Passivität".

Gemeinhin verbindet man mit dem Begriff der Kultur den gesamten Bereich menschlicher Handlungen und Hervorbringungen. Wir leben in einer Welt der scheinbar umfassenden Machbarkeit, in der aktiv zu sein deutlich mehr zählt als der Gegenpart. Das Vermeiden der Tat, das Zögern oder Zweifeln, aber auch Faulheit, zielloses Abschweifen, Schlaf und Langeweile, kurzum: die vielfältigen Zustände und Formen von Passivität scheinen kaum von gesellschaftlichem Wert - aber doch brechen sich an ihnen auf eigentümliche Weise der Anspruch auf Produktivität und Effizienz. Es sind Reflexionsformen der Kultur, die vor allem in den Künsten einen Austragungsort gefunden haben. In den Gastvorträgen soll das Vermögen des Unvermögens in den Künsten sowie der ästhetischen und politischen Theorie sondiert werden. Der Vortrag von Kathrin Busch mit dem Titel "Lob des Zögerns. Ansätze für eine Kulturtheorie der Passivität" schlägt einen Bogen von der "potentia passiva" zu Verfahren künstlerischer Wissensbildung, die sich dem Zwang zur Methode sowie der Effizienz wissenschaftlicher Experimente entziehen.

Kathrin Busch lehrt seit dem Frühjahr 2009 als Professorin für Kulturtheorie und Kulturwissenschaften an der Merz Akademie. Zuvor war sie Juniorprofessorin an der Leuphana Universität Lüneburg und hatte eine Gastprofessur für künstlerische Transformationsprozesse an der Universität der Künste in Berlin inne. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören neben der französischen Gegenwartsphilosophie vor allem Ästhetik, Bild- und Raumtheorien. Ausgewählte Veröffentlichungen: Bildtheorien aus Frankreich (hrsg. mit Emmanuel Alloa und Iris Därmann), München 2010 (im Erscheinen); A Portrait of the Artist as a Researcher. AS - a visual culture quarterly 179 (2007) (hrsg. mit Dieter Lesage); "Pathos". Konturen eines kulturwissenschaftlichen Grundbegriffs, Bielefeld 2007 (hrsg. mit Iris Därmann); Geschicktes Geben. Aporien der Gabe bei Jacques Derrida, München 2004.

Die Ringvorlesung wird in diesem Sommersemester organisiert von Kathrin Busch und Helmut Draxler, beide Professoren für Theorie an der Merz Akademie.

Die Termine:

18. Mai
Kathrin Busch, Professorin für Kulturtheorie an der Merz Akademie Stuttgart
Lob des Zögerns. Ansätze für eine Kulturtheorie der Passivität

25. Mai
Hans-Christian Dany, Künstler, Hamburg
Es ist ganz schwer, nichts zu tun

1. Juni
Juliane Schiffers, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Freien Universität Berlin
Der Architekt und die Zecke. Figuren des Unvermögens bei Aristoteles und Agamben.

8. Juni
Knut Ebeling, Professor für Medientheorie / Semiotik an der Kunsthochschule Berlin Weißensee
Das faszinierte Bild. Blendung, Ohnmacht, Souveränität bei Bataille und Blanchot.

15. Juni
Alexandra Pontzen, Professorin für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Liège
"Ich könnte jetzt nicht zeichnen ... und bin nie ein größerer Maler gewesen" - Passivität und Schöpferkraft der "Künstler ohne Werk"

29. Juni
Erhard Schüttpelz, Professor für Medientheorie an der Universität Siegen
Mediumismus und moderne Medien

6. Juli
Oliver Marchart, Professor für Soziologie an der Universität Luzern
Minimale Politik

Die Veranstaltungen finden jeweils um 19.30 Uhr in der Aula der Merz Akademie statt. Weitere Informationen unter http://www.merz-akademie.de.


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Tina Barankay
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