Von Angela Butterstein am 18. März 2009 um 15:34

EINLADUNG / ERINNERUNG ZU DEN AUSSTELLUNGSERÖFFNUNGEN

MIT EINER PERFORMANCE VON JONATHAN GARFINKEL UND VLADIMIR TARASOV

Donnerstag, 19. März 2009, 20 Uhr, Akademie Schloss Solitude

Die Akademie Schloss Solitude eröffnet am 19. März um 20 Uhr gleich vier Ausstellungen, die sich im weitesten Sinne alle mit dem Thema Identität befassen. Außerdem führen der kanadische Schriftsteller Jonathan Garfinkel und der litauische Künstler und Komponist Vladimir Tarasov die Arbeit »Qalandya Refugee Camp: Seven Scenes in the Study of Fear« auf. Die Idee zu dieser gemeinsamen Arbeit entstand vor drei Jahren während eines Poesiefestivals in Litauen. Sie setzt sich zusammen aus einem Text von Jonathan Garfinkel sowie einer Videoinstallation und einer »spontanen« Percussion-Performance von Vladimir Tarasov. Die Installation »Shehina« von 2003 erinnert an die litauischen Juden, von denen viele während des Nazi-Regimes ums Leben kamen. Jonathan Garfinkel kombiniert in seinem Text Erinnerung, Reportage und Mythos zu einer Chronik seines Besuchs im Flüchtlingslager Qalandya in der West Bank während der zweiten Intifada.

Seit 2003 verwendet Daniel Salomon (*1976 in Kopenhagen/Dänemark) die internationale Plansprache Esperanto als Ausgangspunkt für seine Projekte. An der Akademie zeigt er die Arbeit »Mono« (Geld), eine neue Währung, die nicht an einen Staat oder ein Territorium gebunden ist. Ihr Slogan »Unu Mondo, Unu Lingvo, Unu Mono« (Eine Welt, eine Sprache, eine Währung) verdeutlicht den Anspruch der neuen Weltwährung: Neben Esperanto als Werkzeug internationaler Kommunikation will »Mono« ein praktisches und faires Tauschmedium sein, das für eine Welt frei von Grenzen und ungerechten ökonomischen Spielregeln steht.

Die Videomontage »Travelogue of an Unknown City (2007-2009)« von Helene Sommer (*1978 in Oslo/Norwegen) besteht aus Video-, Foto- und Audiomaterial, das die Künstlerin über einige Jahre hinweg in verschiedenen Ländern gesammelt hat. Die Aufnahmen werden kombiniert mit Erzählfragmenten aus unterschiedlichen Quellen. Die Identität der Orte bleibt dabei stets unklar; die Grenzen zwischen den Ländern verschwimmen. Aus der Perspektive des Anderen - des Touristen - werden neue Länder und Geschichten erzeugt.

Die so genannten »russischen Pavillons« sind ein- bis zweistöckige Gebäude mit niedriger Wohnqualität aus den 1950er Jahren im Belgrader Arbeitervorort Karaburma. Seit 2001 wurden mehr als 30 dieser Häuser durch Dachaufbauten erweitert, sie stellen damit das größte informelle Baugebiet in Belgrad dar. Um die kulturellen Muster zu verstehen, die zu dieser Konstruktion führten, interviewte Dubravka Sekulic (*1980 in Nis/Serbien) Bewohner der alten und neuen Gebäudeteile. Sie untersucht die angewandten Prinzipien und setzt sie in Bezug zu den sozialen Elementen.

Eunjung Hwang (*1971 in Seoul/Südkorea) beschäftigt sich in ihren experimentellen Animationen »Future Creatures« mit Charakteren und Bildern aus der Welt der Träume und der Mystik und versucht diese bruchstückhaften Wirklichkeiten zu einem benutzbaren Bildkatalog zusammenzufügen. Das entstehende kaleidoskopische Bild entwickelt seinen eigenen Symbolismus, denn die Erzählstruktur der Animation gleicht mehr einer rhythmischen Struktur als einer lesbaren Geschichte.

Ausstellungsdauer: Freitag, 20. März bis Sonntag, 3. Mai 2009
Öffnungszeiten: Di-Do 10-12 & 14-17.30 Uhr, Fr 10-12 & 14-16 Uhr, Sa-So 11-16 Uhr


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Angela Butterstein
Akademie Schloss Solitude
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70197 Stuttgart
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