Von Oberwelt am 07. November 2014 um 20:37

Liebe betacity, lieber Verteiler, wir laden herzlich ein zur Eröffnung
der Ausstellung

Flowering Secret

der beiden Künstlerinnen Verena Hahn und Monika Schneider

am Freitag, den 14. November um 19.00 Uhr

Oberwelt e.V., Reinsburgstr. 93, Stuttgart http://www.oberwelt.de

Ausstellung bis 5. Dezember.

geöffnet jeden Montag ab 21h und nach Vereinbarung unter 0711-4102185.

Ausgangspunkt der künstlerischen Untersuchung von Monika Schneider und
Verena Hahn ist das Voynich-Manuskript.

In der Oberwelt wird für die Dauer der Ausstellung eine Anordnung
entstehen, die sich mit den in der Handschrift abgebildeten
Illustrationen auseinandersetzt.

Es handelt sich bei dem 246 Seiten starken Manuskript um eine
Handschrift, die zum Bestand der "Beinecke Rare Books Library" der
Universitat Yale, USA gehört. Das Manuskript ist in einer bisher
unentschlüsselten Sprache verfasst und enthält zahlreiche
Illustrationen. Untersuchungen zufolge wurde es im frühen 15.
Jahrhundert verfasst, der Verfasser ist unbekannt.

Die Illustration der Pflanzen stehen im Mittelpunkt des künstlerischen
Interesses von Monika Schneider: Durch
die Umwandlung der zweidimensionalen Zeichnungen in Modelle aus diversen
Materialien untersucht sie die Glaubwürdigkeit der Illustrationen und
lenkt den Blick auf die vermeintliche Phantasie des ursprünglichen,
unbekannten Autors des Voynichmanuskriptes.

Verena Hahn setzt in ihrer Arbeit die botanischen, balneologischen und
kosmologischen Kapitel des Manuskripts in Beziehung und wird für die
Galerie Oberwelt eine begehbare Installation schaffen, die sich
einerseits auf die Konstellationen in der Handschrift, andererseits auf
den konkreten Galerieraum bezieht.

Durch den Transfer der Illustrationen in Modelle und der Anordnung in
der Galerie entsteht eine Art "Voynich-Kosmos", der vom Besucher
begangen und erfahren werden kann.

Begleitend zur Ausstellung soll ein Katalog entstehen, der einerseits
die Ausstellung in der Galerie Oberwelt dokumentiert und sich
andererseits auf die Kapitel der Handschrift bezieht. Viele Historiker
halten bis heute die geheimnisvolle Handschrift des Voynichmanuskriptes
für eine Fälschung, die der New Yorker Antiquariatsbuchhändler Wilfried
Voynich im Jahr 1912 in Umlauf gebracht haben soll, um sie
zahlungswilligen Handschriftensammlern anzubieten. Voynich soll in der
Villa Mondragone nahe Rom auf eine Truhe aus dem Nachlass des
berühmtesten Gelehrten des 17ten Jahrhunderts, Athanasius Kircher,
gestoßen sein, in der er das Buch fand. Es war Voynich zeitlebens
allerdings nicht gegönnt, das Manuskript zu verkaufen. Nach seinem Tod
gelangte es in den Bestand der „Beinecke Rare Books Library“ der
Universität Yale.

Bis heute sind das genaue Alter, Herkunft und Inhalt des Manuskriptes
unbekannt. Es sind vor allem die zahlreichen Illustrationen des Buches,
die seit fast einem Jahrhundert Anlass zu erstaunlichen Theorien und
abenteuerlichen Spekulationen geben.

Den größten Teil der Bebilderung des Manuskriptes machen Pflanzen- und
Sternenmotive aus, wobei es sich bei den Pflanzendarstellungen des
Botanischen Kapitels des Buches um meist nicht zu identifizierbaren
Pflanzen handelt.

Die Botanik war im Mittelalter noch keine eigenständige Disziplin,
sondern wurde als eine Art Hilfswissenschaft der Magie und Medizin
verstanden. Kräuterbücher dienten dazu, das bekannte Wissen über
Pflanzen zu sammeln und für Ärzte und Apotheker nutzbar zu machen, die
sich bei der Herstellung von Medikamenten an den Vorgaben der Bücher
orientieren konnten. Ursprünglich waren Kräuterbücher reine
Textschriften, später setzte das Bestreben ein, diese Werke auch zu
illustrieren. Oft wusste der Illustrator allerdings nicht, wie die
abzubildenden Pflanzen aussahen, die er selbst nie gesehen hatte. Zudem
wurde die Illustration der Pflanzen oftmals in einen szenischen
Zusammenhang gerückt, um Heilkraft und Anwendungsmöglichkeit der Pflanze
darzustellen.









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