Von Peter Haury am 27. Oktober 2006 um 16:49

Liebe Freunde und Interessierte,
am Freitag, den 3. November 2006 ab 19 Uhr eröffnen wir die Ausstellung

ObW9 goes Stuttgart City! Entwicklungen und Perspektiven seit Verlust
der Räume.
Oberwelt e.V., Reinsburgstr. 93, 70197 Stuttgart

Besichtigung bis 27. 11. Mo 21.30 bis 24h u.n.V. unter 0711-6336565

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„Um ca. 18:00 Uhr versammelten sich einige Leute auf den Treppen des
Rathauses von Stuttgart um dort mal ganz spontan das neue Jugendhaus zu
eröffnen. Schnell wurde der alte Tischkicker aus dem OBW9 und ein Sofa
angetragen und die Getränkekasse kam kurz darauf auch hinzu..."
(Aus einem Bericht über eine Aktion des Jugendhausclubs Degerloch auf
einer Internetplattform.)

Kurz davor, im Sommer 2005, wurde der selbstverwaltete Jugendhausclub an
der Oberen Weinsteige 9 in Stuttgart von seinem ursprünglichen Ort
vertrieben, und das ehemals von der Stadt zur Verfügung gestellte
Gebäude, eine alte Apothekervilla wurde nach sechswöchiger Besetzung im
Auftrag der Stadtverwaltung polizeilich geräumt. Der Jugendhausclub ist
seitdem obdachlos. Ein neues Domizil für die Arbeit des Jugendhausclubs
wurde bisher von der Stadt Stuttgart noch nicht zur Verfügung gestellt.

Der vorher selbstverständlich verfügbare Raum, hat nach seinem Verlust –
nun als Vision – bei den Betroffenen viel Energie freigesetzt. Um auf
die prekäre Situation des Jugendhauses hinzuweisen, werden
allwöchentliche Veranstaltungen, wie z.B. das sog. Punk Café, das
seither im Jugendhaus stattfand, in den öffentlichen Raum, wie z.B. in
öffentliche Verkehrsmittel oder auf den Weihnachtsmarkt, verlegt.
Demonstrationen mit solidarisierten Gruppen in anderen Städten oder im
Stadtraum Stuttgart wurden organisiert, Konzerte wurden auf
nichtkommerzielle Plattformen, wie das U & D - Fest in Stuttgart
Vaihingen, verlagert.

OBW9 on Tour! ist die Parole all dieser Aktionen und gleichzeitig eine
Strategie zur situativen Raumnahme in öffentlichen Zusammenhängen. Der
spielerisch kalkulierte Einsatz von Alltagsgegenständen des alten
Jugendhaus-mobiliars im öffentlichen Raum dient dabei als wesentliches
Identitätsmerkmal, mit dem neue Kommunikationsmöglichkeiten erprobt werden.

Vergleichbare Methoden kommen in der Kunstpraxis unter Einbeziehung
visuell-bildnerischer Kompetenzen, verstärkt seit Beginn der 90er Jahre,
zur Anwendung. Diesen Blickwinkel will die Ausstellung in der Oberwelt
schwerpunktmäßig herausarbeiten. *

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