Von Peter Haury am 02. Mai 2009 um 12:30

Liebe betacity, lieber Verteiler,

wir laden herzlich ein zur Eröffnung von

Peter Prothmann
on cuts and other related works

Besichtigung bis 18. Mai, Mo 21.30 bis 24 Uhr u.n.V. unter 0711 / 65 00 67

Oberwelt e.V., Reinsburgstr. 93 Stuttgart

http://www.oberwelt.de

Peter Prothmann geht es in seinen Arbeiten um die "Disparation"* von
Wahrnehmung und ihrer unzähligen Interpretationsversuche.

Den umfangreichsten Teil zu diesem Thema stellt ein fortlaufender,
durchnummerierter Grafikzyklus dar, an dem der Künstler seit 1997 arbeitet.
Basierend auf einem formalästhetischen Raster und unter ausschließlicher
Verwendung von handelsüblichem Kopiererpapier und Markern, werden in
dieser Arbeit externe und interne Kräfte- und Flächenverhältnisse durch
Zeichnungen aller Art gebrochen oder um diese ergänzt.
Augenscheinlich einfach zu deuten als Reflektionen über Kunst,
Geschichte, Alltag etc. sind die meisten Arbeiten mehrfach verschlüsselt
beziehungsweise "übercodiert"**, kurz: Dinge, die nicht zusammen
gehören, aber zusammen passen, werden in ein gemeinsames, alles
durchdringendes Ordnungssystem gebracht.
Die Einhaltung der Werktreue gegenüber den benutzten Vorlagen, mit der
den Kombinationen und Anordnungen von Motiven und Fragmenten
Konzentration und inhaltliches Gewicht verliehen wird, ist ebenso
wichtig und bestimmend wie mitunter entstehende Material- Kopier- und
Übertragungs- "Fehler", die ebenfalls präzise übernommen werden. Von
dieser Arbeit sollen Auszüge und Entwürfe zu sehen sein.

Des weiteren ist geplant, zum ersten Mal eine aus drei kleineren
Objekten bestehende Werkgruppe zu zeigen, die über einen Zeitraum von
mehreren Jahren entstanden ist und als dreidimensionale Erweiterung der
Zeichnungen betrachtet werden kann.
Dabei handelt es sich - wie in allen anderen Arbeiten - um in
technischer wie sinngemäßer Hinsicht mit Akribie und Präzision verfolgte
Übersetzungsvorgänge von in anderer Form bestehenden Arbeiten.
In ihnen werden jedoch die ursprünglichen architektonischen
Grundhaltungen, künstlerischen Positionen oder Denkmodelle verändert,
sie werden "transformiert"; immer im Bewusstsein, dass ihr Gehalt dem
Vergessen nicht entzogen werden kann.
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* In Ermangelung eines deutschen Wortes, das angemessen die Bedeutungen
des französischen Begriffes "disparaître", wie zum Beispiel
"aussterben", "beseitigen", "entschwinden", "sich verziehen",
"untertauchen", "verschwinden", "abhanden kommen", "verloren gehen"...
wiedergibt, wurde hier eine Neuschöpfung versucht.

**nach Deleuze/Guattari, "Tausend Plateaus"









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