Von NINEL CAM am 10. Mai 2013 um 10:48

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GOLD - ALTIN
performance: NINEL ÇAM



Sa, 11.Mai und So, 12.Mai 12:00-18:00
Kunst Museum Stuttgart

Mi, 22.Mai und Do, 23.Mai 14:00-20:00
Istanbul




Ich warte.

Ich warte auf Sie.
Ich warte auf dich.

Ich sitze und warte

und besinne mich zu diesem Thema.

Weil ich mich erinnern will,

weil ich mich mit diesem Thema auseinander setzen brauch.


Vor 80 Jahren hat man Bücher verbrannt in Deutschland.

Bücherverbrennung, meine ich, war ein Symptom,

Verkörperung einer gesellschaftlichen Krankheit,

die Stimmen unterdrücken will

und gewillt war, alle Mittel einzusetzen,

um dies zu erreichen.


Warum die Stimmen unterdrücken?

Wessen Stimmen?

Wer ist der Andere?

Wie anders ist der Andere von einem selbst?


Wie könnte 'Bücherverbrennung' heute,

im Zeitalter von Information und Internet, Globalisierung der
Kapitalherrschaft aussehen?

Kann es sein, dass die Krankheit nicht mehr den Ausdruck in Form eines
physischen Ereignisses wie der Verbrennung von Büchern braucht, aber doch
noch immer existiert - und in der Unsichtbarkeit schleichend und sogar
stärker seine Wirkung entfaltet.



Wie können wir die Unterdrückung von Ausdruck und Sprache erkennen?

Was können wir tun, wenn wir feststellen, dass dies bewusst und
systematisch erfolgt?


Was genau heißt Hinhören? Sprechen? Miteinander? Mitdenken? Erkennen? Wann
beginnt die Tat? Und woher kommt die „Tatkraft“? Was steht im Kern der
Demokratie? Wie stärkt man den Respekt für den Anderen, für das was man
selbst nicht ist?


Vielleicht ist der erste und wichtigste Schritt der Erkenntnis Sich Zeit
zu nehmen.

Doch erst mit einem Gegenüber,

dem Vis-a-Vis,

entsteht ein gemeinsamer Raum

als Bedingung für Hoffnung.


Deswegen warte ich auf dich, auf Sie.

Um dass wir zusammen uns die Zeit nehmen.


Wir werden aneinander in die Augen sehen

und uns für eine Weile diese Themen widmen.

Wir werden schweigen

und in Räumen unsere Gedanken erforschen.

Ich will mit Ihnen,

unsere Gedanken aneinander weben,

und so unsere Kräfte bündeln.


Die Gedanken, bei denen wir uns aufhalten werden wir immer wieder mit paar
Schlagwörter oder einen kurzen Satz

auf die GOLDENE ROLLE nieder schreiben, um dies miteinander zu
kommunizieren,

um uns aneinander zu orientieren.


Nicht alles was gleich aussieht, ist gleich.

Die Motivation und erstrebte Ziele sind entscheidend. Sprechen kann
Unterdrückung heissen, wenn es nicht mit dem Besinnen einhergeht.

Besinnen mag wie der unterdrückte Stimme erscheinen - und doch ist es
Voraussetzung dafür, dass sich neue Kräfte, Gefühle und Gedanken entfalten.
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