Von Gerhard Friebe am 31. März 2009 um 18:21

Liebe Kunstfreunde,

die Ausstellung: Goldrush - Artist as Prospector endet am 5.4.
und kann noch besucht werden am Samstag und Sonntag von 16 - 19 Uhr.

op-nord Nordbahnhofstr. 45 , 70191 Stuttgart
U-Linie 15: Milchhof

Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Friebe


Stuttgarter Nachrichten 28.309:
GUTEN MORGEN, SAN FRANCISCO - DIE SCHAU „GOLD RUSH" IM
AUSSTELLUNGSRAUM OP NORD
Spaziergang am Seeufer


Ein Areal wie aus dem Vorzeigebuch für die Kriterien urbaner
Randlagen - versteckt, aber leicht zu finden. Nordbahnhofstraße 45.
Künstler arbeiten dort für Künstler, doch die aktuelle Dimension im
Ausstellungsraum OP Nord ist auch für Andrea Zug und Gerhard Friebe neu.

VON NIKOLAI B. FORSTBAUER

„Gold Rush" heißt die Ausstellung, die noch bis zum 5. April zu sehen
ist, und wie der Titel verspricht, gilt die Aufmerksamkeit dem US-
amerikanischen Westen. Zug hat ihre Kontakte aus der Studienzeit bei
Joan Jonas an der Stuttgarter Akademie genutzt - und die in San
Franciso lebende Sonja Hinrichsen für die Idee gewonnen, im OP Nord
dem Blick nach China im vergangenen Jahr nun ein Kunst-Panorama aus
San Francisco folgen zu lassen. Der Mut hat sich gelohnt. Ja, mehr
als das: „Gold Rush" ist ein Ereignis im besten, im eigentlichen Sinn.

Forscher, Analytiker, Archivare sind sie alle in ihrer Stadt - allen
voran Ledia Carroll, die etwa in ihrem „Mission Lake Project" die
Umrisse des einstigen großen Sees im Stadtgebiet von San Francisco
wieder sichtbar macht. Aktion (die Produktion der Umrisslinie des
ehemaligen Sees) und Präsentation (Fotos der Aktion wie auch der
Linie selbst) verbinden sich, und wer sich je die Frage gestellt hat,
wie das wohl geht, als Kunstsammler zu starten - hier ist die
Antwort. Dies gilt nicht weniger für Katherina Porcass und die Teil-
Werke ihres Projekts „Mundane Journeys". Auf Porcass lässt sich San
Francisco auf gänzlich unkonventionelle Weise entdecken. Orte
definieren sich über Kinderzeichnungen, über eigentümliche
Verkehrsschilder oder auch über offiziell unerlaubte Neubauten. Ein
Reisebüro mit sublokalem Glanz hat sich Porcass geschaffen - und die
gebotenen Informationen werden selbst wieder Teil kleinformatiger
Bildtafeln, die ebenso mit der vorgefundenen Ästhetik spielen wie
auch mit Bildfindungen im Informationszeitalter überhaupt.

Am ehesten noch reiht sich Patricia Dart in die Erfolgsreihe der
Handlungskunst ein - eine Küche wird zerlegt und in einem
Ausstellungsraum Stück für Stück wieder aufgebaut. Viele Linien
gesellschaftlicher Analyse werden hier transportiert, zudem das
(transportable) Haus als fat schon gestische Ikone der US-Kultur
vorgeführt. „Kitchen" ist Darts Videoarbeit schlicht betitelt - und
technische Unterstützung aus dem Württembergischen Kunstverein macht
die würdige Präsentation möglich. Sieben weitere Positionen sind zu
entdecken - der Schulterschluss der Förderer Stadt Stuttgart,
Akademie, Ritter-Sport und Landesbank Baden-Württemberg macht es
möglich. Wer über zu wenig Gegenwartskunst in Stuttgart klagt, hat
aktuell keinen Grund. Und „Gold Rush" trägt auf begeisternde Weise
dazu bei.
FORSTBAUER








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