Von SchmidtuSchmidt am 30. November 2009 um 20:35

GRENZKONTROLLE

Teil 2

Kunst und Politik, eine Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe zur inneren und äußeren Abschottung




Dienstag, 8. Dezember 2009, 20 Uhr

Vortrag Elias Bierdel: „Das Sterben an den EU-Außengrenzen“

Ausstellungseröffnung Peter Schmidt: „Festung Europa“



Demokratisches Zentrum

Wilhelmstraße 45/1

71638 Ludwigsburg

WWW.DEMOZ-LB.DE



Die Reihe „Grenzkontrolle – Kunst zur inneren und äußeren Abschottung“ verbindet nicht nur Kunst mit politischen Themen, sondern zeigt auch, dass Kunst politisch sein kann. Zentraler Gegenstand ist dabei die Situation von Flüchtlingen und MigrantInnen im Kontext europäischer Abschottungspolitik, gesellschaftlicher Akzeptanz und psychologischer (Wahrnehmungs-) Prozesse. Insgesamt drei Ausstellungen werden mit Vorträgen eröffnet, die sich mit den genannten Themen beschäftigen.



Elias Bierdel „Das Sterben an den EU-Außengrenzen“




An den EU-Außengrenzen werden Jahr für Jahr Flüchtlinge aus der weiten Welt mit den Auswirkungen einer mititärischen Grenzabschottung konfrontiert. Die EU-Grenzagentur Frontex hindert Menschen mit Hilfe von Polizei, Grenzschutz und Militär sowie armeehafter Ausrüstung am Grenzübertritt. Vor allem an den südlichen Grenzen der EU, die hauptsächlich Flüchtlinge aus Afrika über das Mittelmeer mit Booten zu erreichen versuchen, kommen täglich unzählige Menschen ums Leben.

Im Jahr 2004 nahm Elias Bierdel, ehemaliger Vorsitzender der Hilfsorganisation Cap Anamur-Deutsche Notärzte e.V., auf einer Testfahrt des Hilfsschiffs Cap Anamur 37 in Seenot geratene afrikanische Flüchtlinge an Bord, worauf hin er und der Kapitän des Schiffs in Italien verhaftet, die Flüchtlinge nach kurzer Zeit in ihre Herkunftsländer abgeschoben wurden. Der Prozess hat erfreulicherweise jetzt zum Freispruch geführt.

In seinem Vortrag wird Elias Bierdel von der Situation der Flüchtlinge und von den Maßnahmen der EU berichten, diese fern zu halten. Weiter informiert er über die Hintergründe der Rettungsaktion von 2004 und deren Folgen und über die Arbeit des Projekts Borderline-Europe, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Geschehnisse an den Grenzen der EU zu beobachten und bekannt zu machen.





Peter Schmidt „Festung Europa“




Im wahrsten Sinne des Wortes eine Festung ist die Installation von Peter Schmidt „Festung Europa“. Wie eine mittelalterliche Wehranlage ragt sie aus dem Meer, abgeschottet gegen Eindringlinge durch Grenzpolizisten, die gleichsam den aus der Mitte der Festung aufragenden hochmodernen gläsernen Büro-Turm bewachen. Im die seltsam unterschiedlichen und doch zusammen arbeitenden Gebäude umgebenden Wasser schwimmen winzige Boote mit Menschen, die versuchen, die Festungsinsel zu erreichen. Sowohl die Beschaffenheit des Ufers als auch die Bewachung und das Material der Boote veranschaulichen, wie nahezu unmöglich dieses Unterfangen ist.

Peter Schmidt verdeutlicht hier auf anschauliche Weise, was sich täglich an den EU-Außengrenzen ereignet, wie lebensbedrohlich die Überfahrt der Flüchtlinge über das Mittelmeer ist und mit welchem militärischen und bürokratischen Aufwand die Grenzen gegen flüchtende Menschen abgeschottet werden.



Eine Veranstaltungsreihe des DemoZ und der VVN/BdA Ludwigsburg






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