Von Kathrin Wörwag am 03. Dezember 2009 um 23:33

*Heike Bollig *

Körper und Objekte


Städtische Galerie im Kornhaus Kirchheim unter Teck
Max-Eyth-Straße 18
73230 Kirchheim-Teck



*
Eröffnung: Sonntag 06. 12. 2009, 17 Uhr*


Einführung: Kai Bauer, Stuttgart
Ausstellungsdauer: 06. 12. 2009 - 17. 01. 2010


In der Ausstellung "Körper und Objekte" in der Städtischen Galerie im Kornhaus Kirchheim unter Teck zeigt die in Berlin lebende Künstlerin Heike Bollig alte und neue Arbeiten, die die Künstlerin in den letzten Jahren zum Thema verschiedenster Kommunikationsformen im öffentlichen Raum erarbeitet hat. Diese wurden bereits wie folgt beschrieben bzw. kommentiert:

/"Heike Bolligs Arbeiten zeichnen sich durch einen konzeptuellen und zugleich spielerischen Ansatz aus. Ihr Interesse gilt den unauffälligen Formen und Objekten des Alltags, die sie aufnimmt, abstrahiert und auf ihre ästhetischen Qualitäten hin analysiert. Seit einigen Jahren sammelt die Künstlerin individuell gestaltete Anzeigen und Aushänge im öffentlichen Raum, die sich anarchisch über die Stadt verteilen und eine reglementierte Plakatierung unterwandern. Bollig weist zum einen auf die Vielfalt der Gestaltungselemente hin, mit denen die Anbieter diese Anzeigen versehen, um auf kleinstem Raum die wichtigsten Informationen zu bündeln und die Passanten optisch anzusprechen. Zum anderen verändert sie die Anzeigen für den Ausstellungskontext auf unterschiedlichste Weise und tritt so mit den Kunstbetrachtern in einen neuen Dialog." /

Neben experimentellen Untersuchungen zu Formen der Kommunikation und Repräsentation konzentrieren sich Bolligs Arbeiten auch auf das Verhältnis von Form und Funktion und auf die fliesenden Übergänge zwischen Kunst und Alltagsgegenständen.
Um den Gebrauchsgegenstand in einen Ausstellungskontext zu überführen, löscht die Künstlerin oftmals alle ursprüngliche Information und reduziert die Objekte so auf ihre rein formalästhetische Präsenz. Diese Reduktion auf die Form übersetzt Bollig dann auch in verschiedene andere Materialien -- so kombiniert sie in der Arbeit "Emailleschild ohne Titel Nr. 7", beispielsweise die Form eines kunsthandwerklich angefertigten Emailleschildes mit dem Motiv eines Anzeigenzettels. Durch die zum Teil hobbyartig, unperfekt anmutende Machart der einzelnen Objekte, fordert Bollig tradierte Klassifizierungen und Normierungen heraus, mit denen Kunst in Ausstellungen begegnet und oftmals auch beurteilt wird.

Bei dem Objekt "Vase" (2009) hat Heike Bollig selbst emaillierte Münzen zu einem Blumenstrauß arrangiert und in eine gefundene Kupfervase gestellt. Eine subtile Frage nach dem Wert ihres eigenen Kunstwerkes?

Für ihre minimalen Eingriffe in vorhandene Strukturen und Mechanismen des Sozialen arbeitet die Künstlerin häufig in Kollaboration mit verschiedenen Akteuren wie Chören, Kindern, Lehrern oder Studenten. Ihre Analyse konzentriert sich dabei sowohl auf das persönliche Umfeld als auch auf den öffentlichen Raum. In der Videoarbeit Move (2007/08) beispielsweise, die sie im Kornhaus in zwei verschiedenen Versionen zeigt, bewegt sich eine Gruppe von Besuchern in Bolligs Atelier. Jede Person hat die Möglichkeit, die Dynamik als Ganzes zu steuern, indem sie entscheidet in einem bestimmten Moment stehen zu bleiben bzw. sich und die anderen wieder in Bewegung zu setzen. Den Moment einer Entscheidung in einem sozialen Kontext zu orten und die Kette der darauf folgenden Reaktionen aller Teilnehmer wahrzunehmen ist der Hintergrund dieser Arbeit.


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Heike Bollig*

Geboren 1973 in Karlsruhe
2004 Diplom der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste, München
lebt und arbeitet in Berlin
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Ausstellungen (Auswahl):*

(S)=Einzelausstellung

2009:

Körper und Objekte, Städtische Galerie Kircheim/Teck (S)
Zeigen. Eine Audiotour durch Berlin von Karin Sander, Temporäre Kunsthalle Berlin
Dank an, Galerie Isabella Czarnowska, Berlin
Ein Abend, Samsa, Berlin
Optical Art from Brunswick, Kunstverein Wolfsburg
Montags Bar, Videoscreening Temporären Kunsthalle, Berlin
Failure, Kunsthalle Exnergasse, Wien

Zahlreiche Preise und Stipendien.



Öffnungszeiten:
Di. 14-17 Uhr, Mi.-Fr. 10-12 und 14-17 Uhr, Sa., So. und Feiertags 11-17 Uhr
Die Städtische Galerie im Kornhaus ist am 24. 12., 25. 12., 31. 12. 2009 und am 01. 01. 2010 geschlossen.








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