Von Susanne Jakob am 01. September 2009 um 11:48

nochnichtmehr - Handeln im unmarkierten Raum
Ausstellung: 9.9.2009 - 10.10.2009
Eröffnung: 9.9.2009, 19.00 Uhr
Symposium: 10.10.2009

Adresse: Heinrich-Böll-Stiftung Berlin, Schumannstraße 8, 10117
Berlin-Mitte
Kontakt: , http://www.boell.de

Zur Ausstellungseite:
http://www.boell.de/calendar/VA-viewevt-de.aspx?evtid=6632&crtpage=1

öffnungszeiten: Montag - Freitag 9 - 20 Uhr, Samstag 10. Oktober 2009,
14 - 20 Uhr

Während wir noch dabei waren, die neue Unübersichtlichkeit nach 1989 zu erlernen, wies das Internet bereits neue Wege in ein beschleunigtes und global vernetztes Zeitalter. Und als wir glaubten, die Kultur des neuen Kapitalismus endlich durchschaut zu haben, crashten die Lehmann Brothers und damit eine ganze Wirtschaftsordnung ins Bodenlose. Die Lehre aus dem wiederholten Systemkollaps? Epochen werden zunehmend kürzer, Erkenntnisse immer vorläufiger.

Mit den Mitteln der zeitgenössischen bildenden Kunst möchte die Heinrich-Böll-Stiftung die Haltungen und Handlungsoptionen untersuchen, die sich aus solchen existenziellen Umbruchssituationen ergeben. Das Projekt nochnichtmehr soll gezielt einen Kontrapunkt setzen zum gegenwärtigen Krisen-Lamento, das die öffentlichkeit eher lähmt, anstatt einen produktiven Umgang mit den strukturellen Herausforderungen zu beflügeln. Im Super-Gedenkjahr 2009 schlägt es keine rückwärtsgewandte Perspektive vor, sondern bietet einen Raum, um gemeinsam Zukunftstauglichkeit zu erarbeiten. Bei nochnichtmehr versammeln die Künstler/innen Nevin Aladag, Lucia Dellefant, Ralph Homann, Martin Kaltwasser, Andreas Mayer-Brennenstuhl, Yoko Ono, Elodie Pong, Oliver Ressler, Albrecht Wild, Georg Winter und Hans Winkler ihre unterschiedlichen Positionen. Dabei haben sie vor allem konzeptuelle und temporäre Arbeiten entwickelt– Kunst, die nicht nur in einem geschlossenen Showroom funktioniert, sondern aktiv nach außen verweist, indem sie in öffentliche Räume eingreift oder deren Problematiken bildhaft verdichtet.

Wer von Krise spricht, darf von Kunst nicht schweigen. Denn im künstlerischen Schaffensprozess sind Krisen etwas Alltägliches - der „unmarkierte Raum“ löst hier zwar auch Unbehagen aus, gibt aber gleichzeitig erst die Freiheit, kreativ zu denken und zu handeln. Alles was ist, könnte auch anders sein. Welchen Lerneffekt könnte die Gesellschaft aus der experimentellen Herangehensweise von Kunst beziehen? Inwiefern hat sich Kunst ein Anrecht als „proto-politische“ Sphäre erworben? Auf welche neu entstandenen Interventionsansätze und Teilöffentlichkeiten kann man heute bauen?

Die von Kai Bauer kuratierte Ausstellung beginnt am 9. September und wird am 10. Oktober mit einem Symposium enden: Eine Diskussion mit Beatrice von Bismarck, Alice Creischer und Christoph Menke und dem Moderator Matthias Reichelt soll dem Möglichkeitsraum von Gegenwartskunst nachspüren. Klaus von Beyme wird in einem Vortrag an die Avantgarden der klassischen Moderne erinnern. Lucia Dellefant den „Award of Change 2009“ überreichen und Ralf Homann die nochnichtmehr-Radioplattform betreiben.

Wir möchten Sie herzlich einladen, nochnichtmehr dabei zu sein.


LF.net Netzwerksysteme GmbH :: Internet Service Provider in Stuttgart

Mailingliste/Blog / Archiv