Von Karin Hinterleitner am 06. Juli 2002 um 00:00


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Wir wußten es ja schon immer: Margaret Thatcher kommt sehr wohl ohne Kunst aus, aber nicht ohne Repräsentation. Das hat ihre Spezies, der Machtmensch, so an sich. Kunst kommt hingegen selten ohne politische Handlungsperspektive aus. Ein junger Brite macht uns vor, wie ein langschwelender kulturpolitischer Konflikt um den Ausstellungsort einer umstrittenen Skulptur gelöst werden kann: mit einem Slazenger Cricket-Schläger. Paul Kellerher, 37, griff sich dieser Tage sein Sportgerät, um der marmornen Repräsentation von Margaret Thatcher, einem 2Tonner überlebensgroßen Sozialrealissimo-Trash, den Kopf wegzuklopfen. Als Inspiration diente ihm wohl Bart Simpson, der in einer Tage zuvor ausgestrahlten Folge seine Männlichkeit unter Beweis stellte, indem er ebenfalls einer Statue im öffentlichen Raum den Kopf abschlug.

Der Iconoclastische Anschlag auf die Marble Lady ereignete sich in ihrem temporären Domizil der Guildhall Art Gallery. Dort sollte das brisante Marmormaterial zwischengelagert werden bis fünf Jahre nach Frau Thatcher’s Tod. Erst dann könne die Marble Lady an ihren eigentlichen Bestimmungsort, der Lobby des House of Commons, neben Churchill & Co. gezeigt werden. So will es die eherne Tradition dieses Hauses.

Unbestätigten Meldungen zufolge plant die Stadt London aus diesem äußerst unangenehmen Zwischenfall das Beste zu machen: Sie wird eine Postkarten-Edition rund um den iconoklastischen übergriff publizieren. Die Abbildung mit dem abgeschlagenen Kopf soll sogar separat verkauft werden.


mehr dazu im Daily Telegraph unter der Rubrik News (Registrierung erforderlich):
http://www.telegraph.co.uk

Fan-Site für Margaret Thatcher: http://www.margaretthatcher.com


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