Von Betacity am 30. Januar 2009 um 10:53

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Datum: 29. Januar 2009 10:26


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Ein "Prosit" auf 100 Jahre bewegten Film

Das 16. Internationale Trickfilm-Festival Stuttgart (5. bis 10. Mai
2009) zeigt anlässlich des 100-jährigen Bestehens des deutschen
Animationsfilms eine umfangreiche Jubiläums-Retrospektive. In sechs
Programmblöcken wird die wechselvolle Geschichte dieses innovativen
Genres visualisiert. Zu sehen sind künstlerisch anspruchsvolle Werke,
herausragende Werbeclips und hochmoderne 3D-Animationen.

In kaum einem anderen Leinwandgenre spiegeln sich Vielfalt und Brüche
der deutschen Filmproduktion so deutlich wider wie im Trick- bzw.
Animationsfilm. Gerade der deutsche Animationsfilm hat so
international renommierte Namen wie Lotte Reininger oder Oskar
Fischinger sowie zwei Oscar-Preisträger in der Kategorie "Bester
animierter Kurzfilm" hervorgebracht. Daher war eine kurzweilige und
informative Schau über die historisch-ästhetische Entwicklung dieses
Genres bis zur Gegenwart längst überfällig.

Die Retrospektive unter dem Titel "Prosit! 100 Jahre deutscher
Animationsfilm" im Rahmen des diesjährigen Trickfilm-Festivals
Stuttgart dokumentiert die Vielseitigkeit des Trickfilms in
Deutschland. Der thematische Bogen reicht vom ersten deutschen
Animationsfilm "Prosit Neujahr" aus dem Jahr 1909 über die Werke
früher Avantgardisten der zwanziger und dreißiger Jahre wie Walter
Ruttmann und Hans Richter bis hin zu zeitgenössischen Produktionen wie
den Oscar-gekrönten Kurzfilmen "Balance" (1989) von Christoph und
Wolfgang Lauenstein bzw. "Quest" (1996) von Tyron Montgomery und
Thomas Stellmach.

Nicht zu unterschätzen ist zudem die Entwicklung des Genres während
der Zeit des Nationalsozialismus. Neben "Hitlers Traum von Micky
Mouse" als ferngelenkte Wunschikone einer gleichgeschalteten
Kinounterhaltung gelangen quasi an der NS-Zensur vorbei auch
Kunstwerke wie Hans Fischingers farbgewaltiger "Tanz der Farben"
(1938/39) oder das verspielte "Strich-Punkt-Ballett" (1943) eines
Herbert Seggelke.

Auch in den DEFA-Trickfilmstudios der ehemaligen DDR entstanden sowohl
unter ideologischen Vorgaben realisierte Produktionen als auch
ästhetisch innovative und inhaltlich kontroverse Filme wie etwa Lutz
Dammbecks "Einmart" von 1981, die diese gezielt unterliefen.

Seit Ende der siebziger Jahre kam es durch die Gründung von
Animationsabteilungen an den Kunst- und Fachhochschulen in Stuttgart,
Kassel und Offenbach zu einem Boom im Bereich Animationsfilm, der auch
zur Gründung des Internationalen Trickfilm-Festivals Stuttgart im
Jahre 1982 führte. Mittlerweile hat sich im wiedervereinigten
Deutschland eine äußerst ambitionierte Nachwuchsszene etabliert.
Beflügelt durch die erwähnten Oscar-Erfolge wurden im akademischen
Umfeld etwa der Filmakademie Baden-Württemberg bekannte Titel wie "The
Periwig Maker" (1999) von Steffen Schäffler oder das computeranimierte
Projekt "Hessi James" (2002) von Johannes Weiland realisiert. Beide
erhielten eine Oscar-Nominierung.

Zu den weiteren Filmemachern, deren Arbeiten in Stuttgart gezeigt
werden, gehört der in Deutschland lebende israelische Künstler Gil
Alkabetz ("Rubicon"), ferner Andreas Hykade ("Wir lebten im Gras"),
Mariolla Brillowska ("Morgenröte"), Kirsten Winter ("Clocks") oder das
Künstlerpaar Hanna und Fritz Steingrobe ("Yo lo Vi").

Zusätzlich zu dieser Retrospektive erscheint bei Absolut Medien in
Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut unter dem Titel "Die Geschichte
des deutschen Animationsfilms" eine sechsteilige DVD-Reihe.

Informationen zum Festival finden Sie auf http://www.itfs.de

Herzliche Grüße

Dittmar Lumpp, Kaufmännischer Geschäftsführer
und
Ulrich Wegenast, Künstlerischer Geschäftsführer

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