Von Joerg Elektrofoen am 30. Mai 2006 um 14:12

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Donnerstag, 01. Juni 2006, 20:30 Uhr
Lesung und Vortrag von Andreas Speit und Christian Dornbusch (beide
Hamburg)
ÄSTHETISCHE MOBILMACHUNG
-- DARK-WAVE, NEOFOLK UND INDUSTRIAL IM SPANNUNGSFELD RECHTER IDEOLOGIEN
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"Jenseits der Neonazi-Skinhead-Musik festigt sich innerhalb von Dark
Wave und Industrial eine rechte Musikszene, die sich zwischen Mythos und
Ästhetik bewegt: Doch die Mythen sind nicht ohne Tradition und die
Ästhetik ist nicht ohne Ideologie. Rhythmus, Lyrik und Performance
transportieren antidemokratische und antiemanzipatorische Motive, die
von einer boomenden unkritischen Szene nicht nur toleriert, sondern auch
akzeptiert werden."

In der Gruftieszene verbindet sich eine latente Todessehnsucht mit
Provokation. Gothics oder "Grufties" zeigen diese Verbindung nicht nur
durch ihr Äusseres, sie brechen auch Tabus: Das Makabre wird als
Bestandteil des Lebens akzeptiert und unübersehbar zelebriert. Dabei
spielen Mystik und Romantik eine wichtige Rolle. In diesem Spannungsfeld
finden sich immer wieder Einflüsse und Überschneidungen zu rechten
Ideologien.

Die Aufsatzsammlung "Ästhetische Mobilmachung - Dark-Wave, Neofolk und
Industrial im Spannungsfeld rechter Ideologien" setzt sich mit der
bestehenden Verbindung der "schwarzen Szene" mit rechtsradikalem
Gedankengut auseinander.

Hannes Loh zum Buch:
"Ästhetische Mobilmachung" ist mehr als nur eine Aufsatzsammlung. Die
Beiträge sind gut aufeinander abgestimmt, sauber recherchiert und bieten
treffende nalysen. Wer bereit ist, über die Wechselwirkung zwischen Pop
und Politik nachzudenken, findet hier reichlich Material und Anregung.
Darüber hinaus
leistet das Buch einen wichtigen Beitrag zum Thema "Re-Politisierung der
Popmusik". [...] Die Autoren weisen nach, dass die Neue Rechte schon
lange tief im Popbusiness steckt und von RockNord bis Junge Freiheit
eine ästhetische Mobilmachung rechter, anti-modernistischer und
anti-aufklärerischer Bilder vorangetrieben wird. [...] Jan Raabe und
Andreas Speit [zwei von sieben Autoren, Anm. Verf.] setzen sich mit der
historischen Dimension der "Mobilmachung" auseinander und zeichnen eine
Linie "vom antibürgerlichen Gestus zur faschistoiden Ästhetik".
Christian Dornbusch, Mitherausgeber des in Kürze
erscheinenden Buches "Rechtsrock" (auch beim Unrast-Verlag), beschäftigt
sich mit der Rolle der berüchtigten Nazi-Band Death in June und Thomas
Naumann und Patrick Schwarz nehmen die Entwicklung des Szene-Magazins
Sigill unter die Lupe. [...] Intro 06/2002 -- Johannes Loh


Andreas Speit (Hg.): Ästhetische Mobilmachung Dark-Wave, Neofolk und
Industrial im Spannungsfeld rechter Ideologien
http://www.unrast-verlag.de/unrast,2,5,5.html
ISBN: 3-89771-804-9 / Ausstattung: br., 288 Seiten
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