Von Johanna Markert am 23. Mai 2016 um 12:44

LESLIE JAMISON
Empathy Exams


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Dienstag 24. Mai, 19 Uhr

In Krankheit als Metapher beschreibt Susan Sontag den Höhepunkt einer „nihilistischen und sentimentalen“ Logik aus dem neunzehnten Jahrhundert, die weibliches Leiden reizvoll fand: „Traurigkeit machte einen ‚interessant‘. Traurig zu sein, war ein Zeichen von Sensibilität und vornehmer Art. Das heißt: machtlos sein.“

In diesem Vortrag reflektiert Leslie Jamison den Prozess des Versuchs über weiblichen Schmerz zu schreiben – als ausgeführte Haltung und authentische Erfahrung – und sie stellt sich die umfassendere Frage, wie man Leiden darstellen kann, ohne es zu mythologisieren. Wie beschreiben wir eine Wunde, ohne sie zu glorifizieren? Jamison wird über den Prozess sprechen, wie sie ein möglichst weites Spektrum der Welt heranzuziehen versucht, um sich ihr in diesem Ringen anzuschließen: die persönlichen Geschichten und Träume ihrer Freunde, die blutigen Songtexte ihrer Lieblingsmusiker, die Duschszenen in ihren Lieblingsfilmen. Was heißt es, die Wunde aus dieser reichen Quelle zu schöpfen und was bedeuten uns unsere Wunden?
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Leslie Jamison ist Autorin und lebt in New York. Zu ihren Werken zählen The Gin Closet (2010) und The Empathy Exams (2014). Aufgewachsen in Los Angeles, studierte sie in Harvard und nahm am renommierten Graduiertenprogramm Iowa Writers’ Workshop teil. Ihre Promotion in Englischer Literatur erlangte sie an der Universität Yale.

Der Vortrag in englischer Sprache findet im Rahmen einer Reihe von Veranstaltungen und Screenings statt, welche von den charakteristischen Anliegen und Methoden von Ellen Cantors Werk ausgehen.


Tuesday 24 May, 7pm

In Illness as Metaphor, Susan Sontag described the heyday of a “nihilistic and sentimental” nineteenth-century logic that found appeal in female suffering: “Sadness made one ‘interesting.’ It was a mark of refinement, of sensibility, to be sad. That is, to be powerless.”

In this presentation, Leslie Jamison will reflect on the process of trying to write about female pain – as performed posture and authentic experience – and the broader question of how to represent suffering without mythologising it. How do we describe a wound, without glamorising it? Jamison will talk about the process of trying to recruit as much of the world as possible to join her in this grappling: the personal histories and dreams of friends, the bloody lyrics of her favourite singers, the shower scenes in her favourite movies. What does it mean to crowdsource the wound – or the question of what our wounds mean to us?
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Leslie Jamison is a writer based in New York. Her works include The Gin Closet (2010) and The Empathy Exams (2014). Originally from Los Angeles, she attended Harvard University and the Iowa Writers’ Workshop, and undertook a Ph.D. in English Literature at Yale.

The presentation is part of a series of parallel talks and screenings, departing from some of the key concerns and methods that informed the work of Ellen Cantor.

Image: Ellen Cantor, Remember Me, 1999.

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Open Wednesday–Sunday 12–6pm














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