Von Galerie Michael Sturm am 25. September 2014 um 12:52

Galerie Michael Sturm / AKTUELL
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Ausstellung „Lieven Hendriks: lime green and tangerine“

28.09. bis 15.11.2014


Vor fast genau drei Jahren waren Arbeiten von Lieven Hendriks im Rahmen der Gruppenausstellung „Sie sind hier“ (mit Mary Waters und Martijn Schuppers) in der Galerie Michael Sturm zu sehen. Nun freuen wir uns, die erste Einzelausstellung mit dem holländischen Maler präsentieren zu können.

Das Trompe L’oeil ist eine der Domänen, die die flämische Malerei des Goldenen Zeitalters geradezu perfektionierte. Erfunden haben es zwei andere. Legendär ist der Wettstreit zwischen den beiden besten Malern der Antike, Parrhaisos und Zeuxis: Zeuxis malte Trauben, die so echt aussahen, dass sie von Vögeln angepickt wurden; Parrhaisos wiederum malte einen Vorhang über ein Gemälde, den sein Kollege Zeuxis beiseite schieben wollte, um das Bild besser sehen zu können.

Lieven Hendriks steht dieser Tradition durchaus nahe. Aber er geht noch einen Schritt weiter, indem er keine Motive vortäuscht, sondern die Malerei selbst zum Motiv einer optischen Täuschung deklariert. So erscheint bei Hendriks eine „Vase“ als ausgeschnittenes Motiv, während der Bildmittelgrund in einem betont malerischen Verlauf erhalten bleibt. Ähnlich ergeht es dem „Big Moon“ (Großer Mond“) und den „Stars („Sterne“), die durch die schwarze Grundierung der Leinwand hindurch einfach bloß die dahinterliegende Wand erkennen zu lassen scheinen. In einer weiteren Serie unbetitelter Arbeiten wiederum malt Lieven Hendriks Bleiglasfenster, indem er die bildnerischen Mittel perfekt simuliert – von der Farbgebung über die körnige Semitransparenz des Buntglases und den Lichteinfall bis zu den Bleiruten und deren verlöteten Schnittstellen.

Der Künstler selbst sagt dazu: „Ich versuche immer eine Malweise zu finden, die mehr oder weniger mit dem korrespondiert, was ich zeigen will.“ So resultiert Lieven Hendriks’ „täuschend echte“ Malerei aus einer ebenso breiten wie tiefgreifenden Auseinandersetzung mit der Malerei selbst. Und sie erscheint vor dem Hintergrund der beschriebenen Selbstreferenzialität konsequent und zeitgemäß zugleich. Sie ist konsequent in ihrer Haltung, keine Scheinwelt zu etablieren, die außerhalb der Malerei liegt. Und sie ist zeitgemäß, weil sie im digitalen Zeitalter etwas in Erinnerung ruft, was zunehmend in Vergessenheit gerät: dass die Weisen der Simulation – seien sie malerisch oder multimedial, analog oder digital – keineswegs immer nur als Mittel einem höheren Zweck gehorchen müssen, sondern einen reflektierten Umgang verdienen.

Lieven Hendriks (geboren 1970 in Velp, NL) lebt und arbeitet in Arnhem, NL. Von 1991 bis 1996 studierte er an der Hogeschool voor de Kunsten Utrecht und De Ateliers in Amsterdam. Seit Mitte der 1990er-Jahre war er an zahlreichen internationalen Gruppenausstellungen beteiligt. Die Schau in der Galerie Michael Sturm ist seine erste Einzelausstellung im deutschsprachigen Raum.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Samstag, den 27. September 2014 ab 11 Uhr im Rahmen des Stuttgarter Galerienrundgangs ART ALARM 15 statt. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.galerie-sturm.de sowie http://www.art-alarm.de.


—- Bitte beachten Sie auch unsere neuen Öffnungszeiten Di-Fr 13-19 Uhr und Sa nur nach Vereinbarung —-


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