Von Second Take Stuttgart am 13. März 2012 um 04:21

Ahoj Beta !


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Neuer Name für das Kunst- und Kulturprojekt am Cannstatter Güterbahnhof gesucht!

Noch
bis Dienstag nächste Woche (20.03.2012) suchen wir zusammen mit euch
einen neuen Namen für unsere geplante Kunst- und Kulturplattform - einem
Waggon-Nachfolgeprojekt in Bad Cannstatt. Als Preis für einen
übernommenen Namensvorschlag winkt ein Jahr freier Eintritt bei
Veranstaltungen auf dem neuen Gelände.
Namensvorschläge können unter http://unbenannt.info eingereicht werden (bitte nicht per eMail). Bei den Vorschlägen sollte bedacht werden, dass wir auf mobile Räume setzen und nicht ewig in Bad Cannstatt stehen werden. Unsere Gründe für die Umbenennung des "Umschlagplatz e.V." sind weiter unten zu lesen. Was auf dem neuen Gelände geplant ist und wann es in Bad Cannstatt losgeht erfahrt ihr ebenfalls unter http://unbenannt.info. Wir freuen uns auf eure Vorschläge :)

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Grund für die Namensänderung:

Der Begriff „Umschlagplatz“
ist durch den „Umschlagplatz im Warschauer Ghetto“ historisch belastet:
von diesem Ort aus wurden etwa 300 000 Juden und Jüdinnen in den Tod
deportiert. Wie schwer diese Belastung wiegt, wurde uns erst im Laufe
der näheren Auseinandersetzung mit der Geschichte dieses Ortes bewusst.
Nicht zuletzt die Rede von Marcel Reich-Ranicki anlässlich des
Holocaust-Gedenkttages am 27.01.2012 hat gezeigt, wofür der Begriff
„Umschlagplatz“ steht und wie er verknüpft werden kann.
Zu dieser 'sprachlichen Vorbelastung' gesellt sich eine offensichtliche 'Vorbelastung der Orte': Unsere bisherige Verortung am Stuttgarter
Nordbahnhof - dem Ausgangspunkt für die Deportation von über 2500
baden-württembergischen Juden in die KZ's der Nazis - hat uns
sensibilisiert und unsere Entscheidung beeinflusst. Unser Projekt zieht
um, aber die Geschichte reist mit. Denn es ist davon auszugehen, dass
auch an unserem zukünftigen Projektstandort, dem Cannstatter
Güterbahnhof, während des Nationalsozialismus Zwangsarbeiter und
–arbeiterinnen eingesetzt wurden. Unser Projekt besetzt damit
historische Schauplätze der Entrechtung und Deportation in Stuttgart auf
topographischer Ebene. Gleichzeitig ist unser Anliegen umso größer, als
geschichtsbewusstes Projekt einer sprachlich und inhaltlich
unreflektierten Verknüpfung in Zukunft entgegenzuwirken. Unser
Entschluss, den Projektnamen zu ändern, wirft uns organisatorischum
Wochen zurück: Corporate Design und Präsentationsmaterialien müssen neu
gestaltet, , Amtsgänge und Notarbesuche wiederholt werden. Dennoch
halten wir die Namensänderung für den richtigen Weg. Mit unserer
Verweigerung gegenüber dem leichtfertigen Gebrauch des Begriffs
„Umschlagplatz“ möchten wir auch zum Ausdruck bringen, dass die
Verbrechen der Nationalsozialisten nicht in Vergessenheit geraten
dürfen. Sie fundieren unsere Gegenwart in einer postnazistischen
Einwanderungsgesellschaft. Durch die Umbenennung unseres Vereins möchten
wir uns zugleich klar gegen Antisemitismus, Rassismus,
Menschenfeindlichkeit und Diskriminierung positionieren.

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Wer sich nocht nicht auf http://unbenannt.info in unseren Newsletter eintragen hat, kannd dies jetzt nachholen sich mit ausführlichen Informationen zum
Stand des Projekts versorgen.


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