Von Dis am 06. Oktober 2010 um 14:47


Kunstklub mit Lounge: „NS-Raubkunst?! – Wir forschen nach“
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Hallo zusammen!

Wir möchten euch ganz herzlich zum Kunstklub morgen Abend, am 7. Oktober 2010,
um 19 Uhr einladen. Das Thema unserer Veranstaltung lautet „NS-Raubkunst?! –
Wir forschen nach“.

Frau Dr. Anja Heuß ist seit Oktober 2009 die neue Ansprechpartnerin für den
Bereich Provenienzforschung in der Staatsgalerie Stuttgart und dem
Landesmuseum Württemberg. Sie erforscht die Herkunft von Kunstwerken und deren
Besitzverhältnisse, von der Entstehung bis heute. Dem Forschungsbereich
Provenienzforschung wird international momentan viel Beachtung geschenkt. Mit
der Washingtoner Erklärung von 1998, die neben Deutschland auch von 43
weiteren Staaten unterzeichnet wurde, verpflichten sich diese Länder,
Kunstwerke, die während der Zeit des Nationalsozialismus beschlagnahmt wurden,
in ihren Beständen ausfindig zu machen, deren rechtmäßige Eigentümer zu suchen
und gerechte Lösungen für die Rückgabe zu finden. Durch zusätzliche
finanzielle Mittel unterstützt die Bundesrepublik die eingerichteten
Forschungsstellen im Bereich Provenienzforschung.

Die den meist jüdischen Besitzern zwischen 1933 und 1945 geraubten und
beschlagnahmten Kunstwerke gingen nicht selten in den Besitz von öffentlichen
und privaten Sammlungen über. Noch heute befinden sich sehr viele Kunstwerke
aus ursprünglich jüdischem Eigentum in den Museen. Mit der Einrichtung von
Provenienzforschungsstellen leisten die Museen ihren Beitrag zur Erforschung
der Geschichte und Herkunft der Kunstwerke. Dabei geht es nicht nur um die
Reaktion auf Restitutionsforderungen, sondern um einen eigenen aktiven
Beitrag. So z.B. bei dem Gemälde “Steinbrucharbeiter” von Friedrich von
Keller. Das Gemälde wurde am 17.3.1942 von der Kunsthandlung Otto Greiner in
Stuttgart, für 1.000 RM erworben. Laut Inventarakte handelte es sich um eine
Zwangsversteigerung der Gestapo aus sogenanntem „nichtarischem Besitz“. Bisher
konnte der jüdische Eigentümer nicht ermittelt werden. Das Gemälde wurde
deshalb von der Staatsgalerie Stuttgart in lostart.de veröffentlicht. Die
Datenbank von lostart.de ist eine Informations- und Austauschplattform für
Kulturgüter, die im Zusammenhang mit Ereignissen und unmittelbaren Folgen des
Zweiten Weltkriegs verloren gingen. Dort können Bilder, deren Provenienz nicht
geklärt ist und deren rechtmäßige Erben nicht bekannt sind, online präsentiert
werden. Hinweise auf die Geschichte des Bildes und seine Besitzer können so an
einer zentralen Stelle gesammelt und ausgetauscht werden.

Beim Kunstklub stellen Frau Dr. Anja Heuß und Frau Dr. Andrea Christine Bambi,
zuständig für das Referat Provenienzforschung der Bayerischen
Staatsgemäldesammlungen, im Gespräch ihren Arbeitsbereich vor und zeigen die
Problematik ihres Forschungsgebiets auf. Worauf müssen sich Museen mit großen
Sammlungen wie die Staatsgalerie einstellen? Welche Verantwortung müssen sie
übernehmen?

Moderation: Michael Hübl, Ressortleiter Kultur, Badische Neueste Nachrichten,
Karlsruhe.
Im Anschluss Kunstklub-Lounge mit DJ Mark Lorenz Kysela.

Termin: 07. Oktober 2010, 19 Uhr
Ort: Apsidensaal, Alte Staatsgalerie
Eintritt: 7 Euro/ 4,50 Euro ermäßigt/ Inhaber der Kunstklubkarte und
Galerievereinsmitglieder frei


Kontakt:
Staatsgalerie Stuttgart
Kunstklub, Maria Dis
0711-470 40 454
Neue Internetadresse: http://www.kunstklub-stuttgart.de







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