Von Oberwelt am 11. März 2017 um 11:11

Lieber Verteiler,

die Oberwelt lädt herzlich ein zur Einreichung von Arbeiten für die
Gruppenausstellung „Genius Loci“.

*Ausschreibung:*

In der römischen Mythologie gab es den Begriff des Genius Loci, des
Geistes des Ortes. Es handelte sich dabei nicht nur um einen Schutzgott
religiöser Orte wie Tempel und Kultplätze, sondern auch „profaner“
Bereiche wie Provinzen, Städte, Plätze, Bauwerke oder einzelner Räume
innerhalb dieser Gebäude.

Seither haben sich nicht nur die Orte selbst verwandelt, auch der
Begriff des Geistes hat sich fundamental verändert. Wurde der Genius
Loci in der römischen Mythologie meist durch eine Schlange dargestellt,
so rückte im Christentum das Konzept der Seele an seine Stelle. Mit der
Ausstellung in der Oberwelt möchten wir nun nach der zeitgenössischen
Bedeutung und Interpretation des Genius Loci fragen.

Dazu auch Alastair Bonnet in „Die seltsamsten Orte der Welt“:
/In seiner philosophiegeschichtlichen Abhandlung „The Fate of Place“
konstatiert Edward Casey eine zunehmende „Geringschätzung des genius
loci: eine Gleichgültigkeit gegenüber der Besonderheit des Ortes“. Wir
leben alle mit den Folgen dieser Entwicklung. Die meisten von uns können
sie sogar vom Fenster aus beobachten. In einer hypermobilen Welt lässt
sich die Liebe zum Ort leicht als überholt abtun, ja sogar als
reaktionär. Wo sich menschliche Erfüllung in Flugmeilen bemisst und wo
sogar Geographen sich an der Vor-stellung erfreuen, dass „Gemeinschaften
ihre gemeinsame Grundlage zunehmend im Cyberspace statt auf der terra
firma finden“ (so Professor William J. Mitchell vom MIT), wirkt es fast
ein wenig pervers, wenn man über den Ort nachdenken will. Doch
Ortlosigkeit ist weder intellektuell noch emotional befriedigend.
Utopia, der von Thomas Morus gebildete griechische Neologismus, lässt
sich als „Nicht-Ort“ übersetzten, aber eine ortlose Welt ist keine
Utopie, sondern eine dystopische Vorstellung./

Eingereicht werden können alle Medien und Formate, gerne auch
Performances, Lesungen, Langfilme oder Vorträge. Während des
Ausstellungszeitraums können Veranstaltungen (Performances,
Filmvorführungen, Lesungen, etc.), vornehmlich an Wochenenden, stattfinden.

Aus den Einreichungen kuratiert das Genius Loci-Team die Ausstellung
sowie das Beiprogramm.

*Die Daten im Ãœberblick:*

Bewerbungsschluss 1. September 2017
Anlieferung der Werke 30. + 31. Oktober, 18:00 – 21:00 Uhr in die Oberwelt
Eröffnung3. November 2017, 19:00 Uhr
Ausstellung3. - 25. November 2017
Finissage25. November 2017, 19:00 Uhr
Weitere Veranstaltungsabende nach Absprache mit den Beteiligten
Ort:Oberwelt e.V. Reinsburgstr. 93, 70197 Stuttgart

*Das Bewerbungsformular kann unter **http://www.oberwelt.de*
<http://www.oberwelt.de>;***(current events) heruntergeladen werden.*
*Bewerbungen mit Foto oder Skizze bitte (möglichst per e-mail) an
folgende Adresse senden://***
<mailto:>**

Wir freuen uns auf spannende Beiträge!
Das Genius Loci Team







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