Von Oberwelt am 11. Dezember 2013 um 16:56

Liebe Kunstschaffende,

Oberwelt schreibt hiermit eine zweite thematische Ausstellung zur
künstlerischen Auseinandersetzung mit einem Text der deutschsprachigen
Literatur aus. Sie soll im April 2014 stattfinden. Anmeldeformular unter
http://www.oberwelt.de Anmeldeschluss 28. Februar 2014

Am 17. Oktober 2013 jährte sich Georg Büchners Geburtstag zum 200. Mal -
Grund auch für Oberwelt e.V., den mit 23 Jahren früh Verstorbenen in der
Reihe /*Reflexe*/zu würdigen.

Als Auftakt zu /*Reflexe #*/2 veranstalteten wir in den Räumen der
Oberwelt am 9. November 2013 eine performative Lesung von Büchners
'Lenz' mit Susa Ramsthaler und den literaturtheoretischen Vortrag mit
dem Titel 'Die Vernunft des Wahnsinns -- Georg Büchners Erzählfragment
/Lenz/' von Dr. Gerhard Oberlin.

Dem Charakter der Reihe /*Reflexe*/als Doppelveranstaltung gemäß
(Lesung/Vortrag einerseits, Ausstellung andererseits), lädt Oberwelt
e.V. jetzt zur Teilnahme an der Gruppenausstellung /*Die Vernunft des
Wahnsinns -- Georg Büchners 'Lenz' */ein, die im April 2014 in der
Galerie Oberwelt e.V. ausgerichtet wird. Sie steht allen Künstler/innen
offen, die sich von dieser fragmentarischen und doch vollendeten
Geschichte inspirieren lassen wollen.

Mit 'Lenz' aktualisiert und erweitert Georg Büchner den Topos des
Poetenschicksals und weiter gefasst des Künstlerschicksals auf radikale
Weise. Ausgehend von Quellen zu Jacob Michael Reinhold Lenz stellt
Büchner in seinem Erzählfragment dar, wie zur psychischen Einsamkeit
(loneliness), die ihre Entsprechung auch in physischer Einsamkeit
(solitude) findet, die metaphysische Verlassenheit tritt. Ein
/Unbehaustsein,/das Georg Lukács als /transzendentale Obdachlosigkeit
/bezeichnet hat.

Wenn 'Lenz' das Drama der sich selbst überlassenen Innerlichkeit ist, so
erleidet dieses Drama jeder von uns, absolut jeder, (dann und wann) an
sich selbst.


Im Mittelpunkt der Reihe /*Reflexe*/stehen Werke der deutschsprachigen
Literatur, die es zu Weltruhm gebracht haben und damit eine globale
Rezeption anstifteten. Das Wort /Reflexe/steht dabei für einen Vorgang
der Widerspiegelung, der weniger illustrativ als deutend ist. Wenn Lesen
generell imaginierende /Arbeit am Text/**ist, so zeigt die künstlerische
/Arbeit/, die daraus/darauf entsteht, dies in besonderer Weise. In ihrer
Anschaulichkeit wird der Prozess der Durcharbeitung sichtbar, in dem
sich das literarische Werk gestalterisch individualisiert.

Dokumentation von Reflexe#1 (zu Kafkas 'Urteil') im Sommer 2013 unter
http://www.oberwelt.de, Archive









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