Von Angela Butterstein  am 10. Juni 2009 um 17:10

EINLADUNG / ERINNERUNG

RINGVORLESUNG "HAPPY FRONT END" #6
Hans Dieter Hellige: Medienkombinatorik vs. Disappearing Computer: Lehren aus der HCI-Historie

Dienstag, 16. Juni 2009, 19.30 Uhr, Aula der Merz Akademie

Den Ansätzen des Disappearing Computer stellt der bekannte Medienexperte Hans Dieter Hellige in seinem Vortrag das Konzept der Medienkombinatorik gegenüber, das an der konkreten Medialität und Sichtbarkeit von Interfaces festhält. Kennzeichen der Medienkombinatorik ist die Konzeption neuartiger Medienkonstrukte und Medienanwendungen aus bestehenden und in Entwicklung befindlichen Medienkomponenten und Interfaces. Seit zwei Jahrzehnten werden in der HCI-Community Lösungen anvisiert und entwickelt, die zu komplex gewordene Interaktion mit Computern an intelligente User Interfaces zu übertragen. Diese sollen in Umgebungen, Räume und alltägliche Dinge eingebettet werden und so proaktiv Dienste und Aufgaben für die "Benutzer" ausführen. Computer verlieren damit ihren Werkzeug- und Mediencharakter, sie verschwinden in einem integrierten programmgesteuerten Computerspace.

Die in der Medienkombinatorik zusammengefassten Methoden der Ideengenerierung und des konzeptionellen Medien- und Interface-Designs werden näher vorgestellt anhand von Beispielen der klassischen Meister der Medienkombinatorik (Bush, Licklider, Engelbart, Sutherland, Kay) und neuerer Vertreter (u. a. D. A. Norman) sowie anhand von erstaunlich weitsichtigen Medienantizipationen in Technikutopien, SF-Romanen und informationstechnischen Zukunftsszenarien.

Hans Dieter Hellige, Jahrgang 1943, ist Professor für Technikgestaltung und Technikgenese mit Schwerpunkt Informationstechnik am Forschungszentrum artec der Universität Bremen. Er studierte Geschichte mit den Schwerpunkten neuere Wirtschafts-, Sozial- und Technikgeschichte und promovierte 1976 an der TU Berlin. Seit 1977 ist er als Historiker in der Ingenieurausbildung an der Universität Bremen tätig und lehrt in den Studiengängen Elektrotechnik und Informationstechnik, Informatik, Medieninformatik und Geschichte. 1995 habilitierte Hans Dieter Hellige auf dem Gebiet der historischen Technikgeneseforschung. Er veröffentlichte zahlreiche Publikationen zur Geschichte und Bewertung von Einzeltechniken der Telekommunikation und Computerkommunikation, zur Geschichte des Computing und der Informatik, zur Theorie und Methodik der Technikgeneseforschung und Konstruktionslehre, zur Energie- und Ressourcen-Geschichte sowie zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Deutschen Kaiserreichs. Seit 1993 ist er Sprecher der Fachgruppe Informatik- und Computer-Geschichte der Gesellschaft für Informatik.



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Angela Butterstein
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