Von Richfilm Productions am 27. April 2011 um 00:22

directors lounge special screening
Alina Skrzeszewska -
Songs from the Nickel

Donnerstag, 28 April 2011
21:00

Z-Bar
Bergstr. 2
D-10115 Berlin-Mitte
U-Rosenthaler Platz

Alina Skrzeszewska hat einen farbenfrohen,
traurigen, nachdenklichen aber nicht
hoffnungslosen Film über soziale Schattenseiten
in Downtown Los Angeles geschaffen, und ja, es
gibt Musik, Songs von den Akteuren selbst.

The Nickel, das östliche Downtown ist eine Insel
in dem urbanen Raster von L.A.: heruntergekommene
historische und ehemals ehrwürdige Hotels; die
Zahl der Obdachlosen übersteigt bei weitem die
der Einwohner; es gibt ein dichtes Netz von
Missionen und Hilfsorganisationen, von 22:00 bis
06:30 Uhr ist das Schlafen auf der Strasse
erlaubt, weil über 12.000 Unterkünfte fehlen;
andererseits macht eine massive Polizeipräsenz
das Leben der Obdachlosen möglichst schwer und
beherrscht Crack die Strasse. In dieser anderen
Welt erscheinen die alten, billigen Hotels wie
Inseln in der Insel, und hier ist es, wo Alina
für 1 Jahr ein Hotelzimmer belegt hatte, um ihren
Film zu machen. Die Hotels sind die
preiswertesten Herbergen in der Stadt und die
Zimmer werden oft über Monate oder Jahre
vermietet. Die, die hier wohnen und wie wir aus
dem Film erfahren, haben oft ein Leben auf der
Strasse oder zwischen Gefängnis und Drogen hinter
sich und es geschafft, zumindest ein minimales
Einkommen oder regelmäßige Unterstützung zu
erhalten: Als Hilfskräfte in den Hotels oder
Bars, oder mit der Sozialhilfe für Veteranen,
Behinderte oder Arbeitsunfähige.

Für Aline ist das Hotel selbst ein Ort der
Reflexion, ein Rückzugsort von der Strasse
draußen, wo, wie sie sagt “ein Leben wie im
Krieg" stattfindet. “Auf der Strasse gibt es
keinen Moment der Nachdenklichkeit." Die
Künstlerin benutzt diesen Ort der Reflexion --
und vielleicht auch der Projektion -- um über das
Leben nachzudenken, und über eine Gesellschaft,
die solche hoffnungslose Biografien hervorbringt.

Ihre Bedingung für ein Gespräch vor der Kamera
war die Offenheit, dieses mit Ernsthaftigkeit zu
führen. Wir sehen sehr wenig selbstgefälliges
Posieren für die Kamera, vielleicht auch weil
Alina alle Aufzeichnungen alleine mit den
Protagonisten durchführt, aber auch weil sie in
der direkten Begegnung unter vier (oder fünf!)
Augen ein ernsthaftes Interesse an der Geschichte
des “Anderen" zeigt und so den Graben überbrücken
kann: Eine junge hübsche Europäerin, die am
CalArts studiert und die nun niedergelassenen
Tramps. Einige erzählen Lebensgeschichten, die
sie zuvor mit niemandem anderen geteilt haben. Es
gibt viele Gründe, in den Hotels des Nickels zu
stranden. Einige kamen nicht zurecht mit einer
Gesellschaft, die nur einen Platz für die
fittesten hat, und verloren alles. Andere
beschlossen, nicht “deren Spiel mitzuspielen."
Alle, bis auf eine, scheinen noch nicht von der
seit 2 Dekaden grassierenden Epidemie berührt
worden zu sein: Crack.

So zeigt uns die Künstlerin Alina Skrzeszewska
auch Poesie und die Weisheit des Underground,
alles aufgezeichnet mit einer Kamera, die auch
von Edward Hopper und der Lektüre Charles
Bukowskis inspiriert war, wie Alina sich selbst
zugeben mußte, als sie den Film beendet hatte.
Was im Film wiederum Mut macht, ist die zum Teil
anarchische Art, das Beste aus der Situation zu
machen. Letztendlich gilt auch hier das
amerikanische Lebensmotto, dass jeder seines
Glückes Schmied sei, und dass die amerikanische
Popkultur ihre Basis im Überlebenswillen der
einfachsten Leute hat.

Alina Skrzeszewska, ursprünglich aus Wroclaw in
Polen, pendelt immer wieder zwischen Berlin, Los
Angeles und Wien. Sie wird persönlich ihren Film
vorstellen.

Zusätzlich wird als Vorfilm “Notes from the
Field" 10 mins gezeigt. Filmische Beobachtungen
der Strassenkreuzung 5th St. / Los Angeles St. in
The Nickels.

Kuratiert von Klaus W. Eisenlohr

More infos, German text and film stills:
http://www.richfilm.de/filmUpload/1-framesSkrzeszewska.html

Artist Link:
http://www.songsfromthenickel.com/
Press Links:
http://www.directorslounge.net
http://www.z-bar.de
--
richfilm productions, Klaus W. Eisenlohr, Osnabrücker Str. 25, D-10589 Berlin

eMail Adresse:
Homepage !!! http://www.kw-eisenlohr.de
Film Produktion: http://www.richfilm.de

Telefon: int.- 49 - (0)30 - 3409 5343 (BERLIN)






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