Von Johannes Einfalt am 13. Mai 2005 um 00:00

Von Freitag, den 27.05.2005 bis Montag, den 13.06.2005, werde ich in der
Galerie Oberwelt mein Projekt „Planraum – Denkmodell“ zeigen.

Ich lade herzlich zur Vernissage ein. Freitag, den 27.05.2005 um 19.00
Uhr. Galerie Oberwelt e.V. Reinsburgstraße 93, in Stuttgarts Westen.



Offen:
Wochentags 14.30 Uhr – 21.00 Uhr
Wochenende 16.00 – 00.00 Uhr
Montag 13. Juni 21.30 – 00.00 Uhr
und nach Vereinbarung
Tel.: 0711 / 6150013
http://www.oberwelt.de


Vorträge:
Mittwoch 01. u. Freitag 03. Juni,
Mittwoch 08. und Freitag 10 Juni, jeweils 20.00 Uhr



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Beschreibung:


Planraum – Denkmodell
Hoch dynamischer, nicht linearer, relationaler Prozessorraum
Eine Untersuchung zum Programmatischen

Künstliches Denken


Anhand eines nicht elektrischen, interaktiven Modells, das den
strukturellen Aufbau des Gehirns nachahmt, einer Prozessumgebung für
das Denken, können eigene Denkabläufe bis ins Kleinste, einzeln oder in
Gruppen, hergestellt und überprüft werden. Die Ausstellung gibt einen
überblick über den Stand der Entwicklung.


Niemals gab es eine ausgeprägte Alltagskultur des Denkens. In der
Antike, dem Zeitabschnitt, in dem ein wichtiger Grundstein für unsere
heutigen Denkformen gelegt wurde, gab es neben der Gymnastik noch eine
Forderung nach einem Minimum an Wissen über Grammatik und Musik (5.
Jh.). Der Umgang mit dem Phänomen „Denken“ reicht historisch von der
Regelung durch Gesetze (Symmetrie und Balance bei den ägyptern) über
Gleichgültigkeit in der Zeit der Vorsokratiker bis hin zum Verbot
eigenen Denkens von Untergebenen in hierarchisch geordneten
Gesellschaftsformen (welches immer parallel existent war). Durch das
computative Zeitalter und die damit einhergehende Globalisierung
herbeigeführt wird das eigene Denken wichtiger. Es entwickelt sich zum
einzigen Zugang zu allem. Ein Generalistentum ist im Begriff, sich
wieder auszubilden. In der Zeit, in der Sprache etabliert ist und schon
im Begriff zu inflationieren, ist Sprache noch immer das Wichtigste und
weitesten Verbreitete, was zur Ausbildung eines Denkens beiträgt. Sie
ist aber nicht mehr das alleinig Ausschlaggebende, das Denken
ausbildende Faktum (Trigger), sondern nur noch Vehikel. Alle Mittel,
die das Denken anstoßen, beginnen das Denken auszubilden - vor allem
auch bildnerische.

Dass in ihren Elementen gleichbleibende Apparate es vermögen, das Denken
einzustellen und zu verstellen, ist am Gebrauch von mehr oder weniger
verbreiteten, kulturell entwickelten Gegenständen zu erkennen. Sind sie
weiter verbreitet, kommen einheitliche kulturelle Abläufe und
Handlungen und somit auch synchrone Lebensläufe zustande. Daraus lässt
sich schließen, dass sich auf Grund der Gleichheit der Geräte annähernd
ähnelnde formale Denkstrukturen/-modelle (hier frei von Inhalten [also
physischen Objekten und der Vorstellung von diesen] betrachtet, aber
natürlich anhand dieser sich entwickelnd) ausbilden konnten. Nicht etwa
nur solche übereinstimmenden Einstellungen des Denkens, sondern solche
und jene, die neben Anderen benutzt werden konnten. Nicht etablierte
neben etablierten. Trügerisch ist die Empfindung, dass nicht
übereinstimmende, also asynchrone Denkstrukturen/-modelle unwichtiger
wären als synchrone.

Durch die Erforschung der Künstlichen Intelligenz (die wiederum ihre
Vorbilder in der Geschichte der Produktionsmaschinen sucht (Zuse)) ist
der Umgang mit Rechenmaschinen eingelassen in seine sinnstiftende
Monade. Die Vision von Künstlicher Intelligenz beeinflusst die Art und
Weise, wie geforscht wird und welche Ausrichtung die Forschungsarbeit
bekommt. über diese Treppe manifestieren und bilden sich die formale
Mechanik und die Abläufe des »gedachten« Denkens (ob bewusst oder
unbewusst spielt hier keine Rolle, der Weg ist determiniert von bewusst
nach unbewusst, denn in Bezug auf Lebenszeit und Anwendbarkeit gewinnt
der Mensch heute mehr Erkenntnis von außen als von innen) als
Kulturtechniken des Denkens in den Vorstellungen.

In der Tradition der Erforschung von Künstlicher Intelligenz wurde
gänzlich außer Acht gelassen, dass es Intelligenz ist, die
ausgelagert/delegiert wird (an Automaten, und damit wird sie in einem
Endstadium künstlich) und nicht Denken. Damit wurde der Fokus zu eng
gewählt, das Denken und die Erforschung seiner Formalitäten und
Nichtformalitäten vernachlässigt. Davon abgesehen wurde Denken
trotzdem, mit der Erforschung und Entwicklung von (Künstlicher)
Intelligenz einhergehend, zum wichtigeren Mittel, zur wichtigeren
Fähigkeit des Kognitiven erhoben, allerdings auf der Maschinenseite
vernachlässigt. Dieses Verhältnis verlangt nach der Disziplin des
Künstlichen Denkens. Es gibt einen Bedarf. Intelligenz (Intelligentes)
kann dann als (Neben)Produkt des Denkens angesehen werden, und bleibt
nicht zwingend das Maß aller Dinge.

Das der Kommunikation von Schrift und Sprache Zugrundeliegende, die
Interaktion und - in Verbindung damit - ein unablässiges (Fort)Bewegen
des Stehenden (Fixen), sind Grundlage und erkenntnistheoretische
Voraussetzung für den Umgang mit dem Denken. Sprache dient also auch
mir als Vehikel. Doch nach dem oben Stehenden befinden wir uns, wenn
man so will, auf dem Boden, auf dem Sprache durch eine sie anziehende
Schwerkraft verhaftet ist. Hier angekommen, kann man beginnen, die
Kräfte und Kräfteverhältnisse, ja sogar den Boden zu verändern. So
beginnen wir, uns bei Erkenntnissen von der hermetisierenden
Determination, die Sprache (wie jede andere Kommunikationsform auch; da
es ja um Abgleich zwischen Kommunikationspartnern geht, muss es eine
solche Verflachung geben) liefert, zu lösen. Auf bisher nicht
kommunizierbaren Wegen zu wandeln. Neue und klein bleibende – nur ein
paar werden epochal gesehen groß – Kommunikationsmodelle zu entwickeln,
die sich auch hermetisieren, aber Mischformen und Eigensinniges lesbar
machen.

Um solcherlei kommunizierbar zu machen, ist es nötig, Vorstellungen zu
produzieren – im eigentlichen Sinne und auch im materiell realisierten
Sinne –, um sie über diese Instanz zu kommunizieren. Mein Modell mit
seiner Methode ist eines von dieser Art. Ein holovisueller Ansatz, den
es ins Holographische, besser – aus einer konstruktivistischen
Perspektive gesehen – Holosynästhetische zu überführen gilt (ich
bastardisiere hier den Begriff Holographie). Ich möchte ein Werkzeug
schaffen, das es nach dem heutigen Forschungsstand ermöglicht, Denken
beliebig anfassbar zu machen, auf eine Weise, dass man folgen kann. Ein
Werkzeug, auf das man all seine erlernten und anerzogenen Theorien und
Systeme anwenden kann. Auf dem man sie überprüfen und Fallbeispiele
durchspielen kann, sodass man sie ein- und ausschalten könne.




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Plannig Room – Thinking Model
High dynamic, non linear, relational processor space
An inquary into programmatic

Artificial Thinking

Based on a non-electric physical model, imitating the structural
construction (structure) of brains, a processing environment for
thinking allows to produce and verify own courses of thinking, up to
the smallest degree of its details (i.e. Elements and Parameters). This
may happen in a group-situation or by a single person.


There never was a distinct every day life culture of thinking. In the
ancient world, in the age when an important foundation was laid for
today’s thinking, a demand existed for a minimal knowledge of grammar
and music in addition to gymnastics (5th century). The preoccupation
with the phenomenon of thinking ranges from “ruled by laws” (symmetry
and balance with the Egypts in the 5 th century), unimportant with the
pre-Socratic philosophers, to a ban of autonomous thinking by
subordinates in hierarchical forms of society (which has been in
existence ever since). Brought about by the computer era and the
accompanying globalisation, self-dependent thinking is becoming more
and more important. It is evolving into the exclusive means of access
to all and everything. Once again, the emergence of generalists can be
observed. In this age, where speech is established and inflationarily
spread at the same time, speech is still the driving force behind the
development, the education and the cultivation of thinking. But it is
not the sole most important force anymore; it rather works only as a
vehicle. All of the means that push thinking begin to develop thinking
– that is, primarily pictorial means.


That apparatuses, being unchanged in their composition, own the power to
adjust and variate/shift thinking, can be recognised by the use of more
or less widely spread, culturally developed objects. When they are
widely spread, uniform cultural rituals, behaviours, and also
synchronous curricula vitae emerge. Consequently, similar structures of
thinking/courses of thinking/models of thinking were able to grow
because of the similarity of the pieces of the apparatuses (structures
of thinking, courses of thinking or thinking models mentioned here are
regarded as being free of content. Content is seen in physical objects
and the imagination of them. They certainly are necessary for thought,
but I don’t look at them in the first instance). Not only congruent
attitudes of thinking, but also those that are used next to others.
Non-established ones alongside established ones. The special sentiment,
that courses of thinking not in line with widespread ones, i.e.
non-established and consequently asynchronous courses of
thinking/structures of thinking/thinking models, are less important
than established ones, is deceptive.


Because of the exploration of artificial intelligence (focussing on
intelligence), the dealing with computers (finding their model in the
history of production machines (Zuse)) is embedded in its monad causing
its meaning. The vision of artificial intelligence influences the way
in which it gets explored and its direction. The formal mechanic and
the courses of the »thought« thinking (conscious or unconscious does
not matter here, because the path is determined from conscious to
unconscious. That’s because in relation to lifetime and practicability
human beings accumulate more knowledge from the outside than from the
inside) become manifest in this and develop as a cultural technique of
the idea of thinking.


In the tradition of artificial intelligence research it has been
completely disregarded that it is not thinking but intelligence itself
which is delegated to machines (to automats, and thus, intelligence
becomes artificial in one last instance). By choosing such a narrow
focus, thinking and the exploration of its formalities and
non-formalities has been neglected. All the same, with the exploration
and development of (artificial) intelligence, thinking has been raised
to a more important means; to a more important ability of cognitive
action, certainly neglectet on machine side. This relationship requires
the scientific discipline and the exploration of (artificial) thinking.
There is a demand. Intelligence may be seen as a (by) product of
thinking and will no more remain the measure of all.


The basic principles of written and spoken communication, namely the
interaction and – relating to it – a permanent continuity of standing
still (fix), form the foundation and epistemological prerequisite for
dealing with thinking. I am using writing and speech as a vehicle, too.
With regard to the aforementioned, however, we are standing on the same
ground towards which writing and speech are gravitating. On arrival you
are able to vary and change the relations of powers, to even change the
ground. In a process of recognition, we begin to free ourselves of the
hermetic determination that comes with writing and speech. (Writing and
Speech are in proportion to any other form of communication; because it
is all about a matching comparison). To walk on paths that had not yet
passable for communication. To develop new small and large models of
communication, which are hermetic too, but allow mixing their forms and
making readable obstinate things.


In order to be able to communicate something like that, it is necessary
to produce notions – in their original meaning and in the meaning of
production – to communicate them over this entity. My model with its
method is one of this kind. A holovisual approach, which is to be
transported into a holographic, more precise – seen from a
constructivist perspective – into a holosynaesthetic concept. (I
deliberately bastardise the concept of holography). I want to create a
tool, within the context of the current state of scientific research,
which makes thinking tangible in an easy-to-follow manner. A tool that
makes it possible to verify all of the theories and systems you have
acquired and learned. A tool on which you can test, verify, and go over
case-examples, and which enables you to switch them on and off.


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