Von Betacity am 16. Dezember 2011 um 10:18

---------- Forwarded message ----------
From: transmediale <>
Date: 2011/12/7

transmediale 2012

transmediale 2k+12
31/01 - 05/02
in/compatible
Haus der Kulturen der Welt
Berlin

PRESSEMITTEILUNG PROGRAMMVORSCHAU
English version below

Ausstellung - Dark Drives. Uneasy Energies in Technological Times
Video-Programm - Satellite Stories
Performance-Programm - The Ghosts in the Machine
Symposium - in/compatible: systems | publics | aesthetics
reSource for transmedial culture
CTM.12 - Festival for Adventurous Music and Related Arts
Geschichte der transmediale
Daten und Fakten

Auf der transmediale 2012 dreht sich unter der neuen künstlerischen
Leitung von Kristoffer Gansing vom 31.1. bis zum 5.2.2012 im Haus der
Kulturen der Welt in Berlin alles um das Thema in/compatible.
Inkompatibilität beschreibt den Zustand, der entsteht, wenn Dinge
nicht miteinander funktionieren – in der Technologie ein ständiges
Phänomen. Sowohl Entwickler als auch Hacker arbeiten immer daran,
Systeme zu verbessern. Jedoch mit dem Unterschied, dass Hacker nicht
immer eine funktionelle Motivation verfolgen, sondern Systeme auch
unterbrechen, um dadurch Kritik zu äußern. Gerade in Krisenzeiten
besitzen die damit erzeugten in/kompatiblen Spannungsmomente ein
erneuerndes Potential. Diese Taktik wird auf der transmediale von
technologischen auf politische, ästhetische und andere
gesellschaftliche Systeme übertragen und im Hinblick auf die
produktiven und destruktiven Seiten von Inkompatibilität hinterfragt.
Im Geiste von Brüchen, Lücken und kreativen Hacks präsentiert das
Festival für digitale Kunst und Kultur in seiner 25. Jubiläumsausgabe
ein vielseitiges, internationales Programm aus Diskussionsrunden,
Kunstwerken, Video-Screenings, Workshops, Performances und
künstlerischen Interventionen – wie immer parallel zu und in
Kooperation mit dem CTM – Festival for Adventurous Music and Related
Arts.

Das zweitägige Symposium in/compatible: systems | publics | aesthetics
umfasst interdisziplinäre Panels zur Produktionslogik des
Inkompatiblen in der heutigen Netzwerkkultur. In Anlehnung daran zeigt
die Ausstellung Dark Drives: Uneasy Energies in Technological Times
künstlerische und alltagskulturelle Werke, die auf die dunkle Seite
unseres technologisierten Lebens verweisen. Unter dem Titel The Ghosts
in the Machine reflektiert das Performance-Programm das in/kompatible
Verhältnis von analogen und digitalen Medien – einen Höhepunkt bildet
dabei die legendäre Joshua Light Show. Das Videoprogramm Satellite
Stories stellt die Frage nach der Kompatibilität des Menschen mit den
von ihm geschaffenen Produkten. Anlässlich seines 25. Jubiläums bietet
das Festival zudem einen Einblick in die einzigartige mediale Kunst-
und Kulturgeschichte Berlins. Mit der neu initiierten Plattform
reSource for transmedial culture für einen offenen Austausch zwischen
Medienkünstlern, Wissenschaftlern und Hackern wird gleichzeitig ein
Blick in die Zukunft der Netzwerkkultur geworfen.

Mit Ant Farm, Babak Afrassiabi & Nasrin Tabatabai, Chris Burden,
Jennifer Chan, Shu Lea Cheang, Gabriella Coleman, Jodi Dean, Harun
Farocki, Matthew Fuller, Dominic Gagnon, Goodiepal, Orit Halpern,
Graham Harman, Stefan und Ralph Heidenreich, Tsila Hassine, Susanne
Jaschko, Jodi, Sture Johannesson, Joshua Light Show, Eckart Lottman,
Basim Magdy, Bjørn Melhus, Rosa Menkman, Sergio Messina, Ziv Neeman,
Neozoon, Johannes P Osterhoff, Morten Riis, Roee Rosen, Billy Roisz,
Andreas Schneider, Pit Schultz, Robert Sakrowski, jon.satrom, Igor
Štromajer, Florian Wüst, Siegfried Zielinski u.v.a.

Ausstellung
Dark Drives. Uneasy Energies in Technological Times

Rund 35 künstlerische und alltagskulturelle Werke nähern sich in der
von Jacob Lillemose kuratierten Ausstellung aus unterschiedlichen
Perspektiven den dunklen Seiten der technologischen Kultur an. Unter
dem Titel Dark Drives. Uneasy Energies in Technological Times zeichnet
sich in der Ausstellung ein Feld ab, in dem das menschliche Verhältnis
zur Technologie mehrdeutig, dynamisch und diffus erscheint. Die
Ausstellung greift dabei psychologische, soziale, politische,
materielle und ästhetische Aspekte auf, die sich mit heiklen Themen
wie Sucht, Angst, Frustration, Verwirrung, Widerspruch oder Aggression
verbinden lassen. Sowohl zeitgenössische als auch historische Werke
der Ausstellung verbreiten auf jeweils eigene Weise unruhige Energien.

Die Arbeit Armed Citizen (1998/2006) des Künstlers Daniel García
Andújar spielt auf die kommerzielle Zugangslogik unserer Netzkultur
an. Abbildungen von Handfeuerwaffen, die wie gängige Konsumgüter
online zum Verkauf stehen, werden eine nach der anderen wie in einem
Onlineshop projiziert und verkörpern ihre leichte Verfügbarkeit für
den "bewaffneten Bürger". Ein anderes zu vielen Diskussionen
anregendes Terrain betritt die Künstlergruppe Art 404 mit ihrer
Skulptur 5 Million Dollars 1 Terabyte (2011). Auf einer Festplatte
haben die Künstler unlizenzierte Software im Wert von rund 5 Millionen
Dollar und einer Datenmenge von 1 Terabyte gespeichert. Ein
Verzeichnis listet den Wert, die benötigte Speicherkapazität und den
illegalen Downloadlink von Dateien wie AutoCAD Programmen,
Videospielen oder Romanen auf. Eine ganz andere verstörende Ästhetik
entwirft der Künstler JK Keller mit seinem Video Realigning My
Thoughts On Jasper Johns, einer 'Glitch' Version der Simpsons Episode
Mom and Pop Art (Season 10, Episode 19) samt Gastauftritt des
Pop-Art-Künstlers Jasper Johns. Keller ästhetisiert Fehler in Bild und
Ton, indem er beide Bereiche absichtlich durch eine standardisierte
digitale Manipulation verzerrt. Seine Technik verwandelt das
popindustrielle Massenprodukt in eine eigensinnig abstrakte Animation
und erinnert damit an die Wachs-Collagen dieses Pop-Art-Künstlers.
Neben künstlerischen Arbeiten vertieft eine Reihe von
alltagskulturellen Zeugnisse die Thematik der Ausstellung. Vibek Raj
Maurya und Jack Caravanos veröffentlichten ihre fotografische
Dokumentation der gewaltigen Mengen von Elektroschrott in Ländern der
Dritten Welt auf Flickr. Eine Auswahl von rund 60 Bildern nimmt die
Besucher der transmediale mit auf eine Reise zu einer düsteren Seite
unserer Lifestyle-Kultur, die permanent nach dem neuesten Stand der
Technologie strebt.

In der Ausstellung vertreten sind u.a. 0100101110101101.ORG, Art 404,
Ant Farm, Antony Balch / William S. Burroughs, Heath Bunting, Chris
Burden, Bureau of Inverse Technology (BIT), Costanza Candeloro / Luca
Libertini, Jack Caravanos (Blacksmith Institute), Jennifer Chan, Tracy
Cornish, Chris Cunningham / Aphex Twin, Constant Dullaart, [epidemiC],
Daniel García Andújar, Matteo Giordano, Goodiepal, Bjørn Erik Haugen,
Jaromil, JODI, Sture Johannesson, Junko & Mattin, JK Keller, TR
Kirstein, Mistress Koyo / Karla Grundig, Peter Luining, Paidia
Institute, Vibek Raj Maurya, jon.satrom, SPK, Nikola Tesla,
UBERMORGEN.COM, Steina and Woody Vasulka, VNS Matrix, Marcelina
Wellmer und Ruth White.


Video-Programm
Satellite Stories

Das von Marcel Schwierin kuratierte Video-Programm Satellite Stories
stellt die Frage nach der Kompatibilität des Menschen mit den von ihm
gestalteten Produkten. Ob man nun Politik, Finanzwelt, Architektur,
Verkehr, Kleidung oder ganz besonders die Medien betrachtet, der
Mensch schafft sich eine Umgebung, die einerseits seine Bedürfnisse
befriedigen soll, ihn dabei aber andererseits beständig überfordert.
Die Produkte scheinen eine Art von Eigenleben zu entwickeln – sie
werden nicht mehr an den Menschen angepasst, vielmehr muss der Mensch
sich ihnen anpassen, um nicht seinerseits inkompatibel zu werden. Ins
Zentrum der künstlerischen Beobachtung rückt dabei mehr und mehr das
Internet.

Dominic Gagnons Pieces and Love All to Hell basiert auf zensierten
YouTube-Clips, die der Künstler kurz vor ihrer Entfernung
heruntergeladen hat und zu einem bedrückenden Gesellschaftsbild aus
sozialen Ängsten, Verschwörungstheorien und automatischen Waffen
verwebt. Einem scheinbar völlig belanglosen Thema widmet sich dagegen
Andreas Schneider in Eight Characters and Two Syllables. Er beobachtet
mehrere Protagonistinnen einer Make-Up Community auf ihren YouTube
Channels. Es sind die neuen Stars von kleinen, aus mehreren tausend
"Followern" bestehenden Gemeinschaften. Doch spätestens wenn Kritik
aufkommt, entpuppen sich die harmlosen Selbstdarstellerinnen als
Furien – natürlich nach wie vor perfekt geschminkt, ganz wie ihre
medialen Vorbilder. Good Boy – Bad Boy des Kollektivs Neozoon verfolgt
den Umgang mit dem vielleicht beliebtesten YouTube-Motiv, dem
dressierten Haustier. Was auch hier zunächst ganz allerliebst
daherkommt ("Good Boy"), verwandelt sich schon bald in demütigende
Strafexzesse, die die ausgelieferte Kreatur über sich ergehen lassen
muss ("Bad Boy"). Der virtuelle Raum des Internets, der lange Zeit als
ein utopischer Ort des freien, unzensierten und egalitären Austausches
von Ideen galt, erscheint in der künstlerischen Reflexion mehr und
mehr als ein Spiegel der real existierenden Gesellschaft – mit all
ihren Abgründen.

Als Würdigung des 25-jährigen Jubiläums der transmediale wird jedes
der acht Video-Programme von einem historischen Werk aus den Anfängen
der transmediale eröffnet. Auf diese Weise werden sowohl thematische
Kontinuitäten als auch Brüche in der Videokunst der letzten Jahrzehnte
offengelegt. Gastkuratorinnen des Arab Short Programms sind Maha
Maamoun und Sarah Rifky aus Kairo.

Mit Videoarbeiten u.a. von Babak Afrassiabi & Nasrin Tabatabai, Basma
Al Sharif, Hanspeter Ammann, Nadav Assor, Jeremy Bailey, Thomas
Balzer, Dalibor Baric, Claus Blume, Susan Bowman, Michaela Buescher,
Daya Cahen, Peter Callas, Christiane Dellbrügge & Ralf de Moll,
Anthony Discenza, Haris Epaminonda, Harun Farocki, Dennis Feser, René
Frölke, Dominic Gagnon, Jos de Gruyter & Harald Thys, Reza Haeri,
Henna-Riikka Halonen, Isabelle Hayeur, Laura Horelli, Sophie Kahn,
Nina Kurtela, eteam, Basim Magdy, Jesse McLean, Norbert Meissner &
Mike Krebs, Bjørn Melhus, Neozoon, Till Nowak, Rotraut Pape & Andreas
Coerper (Raskin), People Like Us, Nicolas Provost, Steve Reinke, Roee
Rosen, Aura Satz, Andreas Schneider, Maria Vedder, Paul Wong und
Stefan Zeyen.



Performance-Programm
The Ghosts in the Machine

Das von Sandra Naumann kuratierte Performance-Programm The Ghosts in
the Machine reflektiert die Kompatibilität und Inkompatibilität von
alten und neuen, analogen und digitalen Medien. Die Künstler bedienen
sich medienarchäologischer Praktiken, indem sie digitale Instrumente
zur Erforschung von analogen Medien verwenden. Mit dieser Taktik
offenbart eine Reihe von audio/visuellen Performances die besonderen
Eigenschaften der älteren Medien und lockt in diesem Sinne die
"Geister aus der Maschine".

Gemeinsam mit dem CTM.12 – Festival for Adventurous Music and Related
Arts präsentiert die transmediale 2012 als ein Highlight des
Performance-Programms die Joshua Light Show. Seit den 60er Jahren
arbeitet die Künstlergruppe um den Gründer Joshua White immer live und
verwendet dabei einen Material- und Medienmix aus Film-, Dia- und
Overhead-Projektionen, Farbrädern, reflektierenden Objekten und
Scheinwerfern. Die von ihnen analog und inzwischen auch digital
erzeugten magischen und biomorphen Formen gelten als visuelles
Äquivalent der psychedelischen Ära und werden unmittelbar mit Rock 'n'
Roll Konzerten von Größen wie The Who, Jimi Hendrix, Janis Joplin und
The Doors verbunden. Heute kann die Joshua Light Show als Kunstform
betrachtet werden, die neben der zeitgenössischen Lichtkunst die
popkulturelle Verwendung von Lichtprojektionen wie beim VJing prägte.
Außerdem kann die Joshua Light Show als ein frühes Beispiel betrachtet
werden, in dem Künstler die Idee einer Netzwerkkultur in eine
ästhetische Form übersetzten. Die Lichtmagier kombinierten scheinbar
unvereinbare Technologien und audiovisuellen Medien, bevor ein solches
Zusammenspiel zur materiellen Realität wurde, um die daraus
hervorgehenden Spannungen für ihre kreative Zwecke zu nutzen.
Außerdem entwickelt die österreichische Video (feedback)-Künstlerin
und Musikerin Billy Roisz für die transmediale 2012 mit den Musikern
dieb13 und Mario de Vega eine neue Performance mit dem Titel
ideomotoric chatroom. Die Künstler beziehen sich dabei auf den
ideomotorischen Effekt, der das Phänomen beschreibt, dass die
Vorstellung einer bestimmten Bewegung einen Impuls zur Ausführung eben
dieser Aktion auslöst und damit an Erscheinungen wie das Gläserrücken
erinnert – demnach agieren Künstler und Maschinen in dieser
Performance wie von Geisterhand bewegt und die inneren Zusammenhänge
der reflexartigen, unbewussten Interaktion zwischen Klang- und
Bildsignalen werden durch eine sich überlagernde Dreifach-Projektion
auf einer Leinwand sichtbar gemacht. Wolfgang Spahn und Martin Howses
Geräusch- und Licht-Performance Liquid State Machine wiederum
verbindet hingegen chemische, biologische und physikalische Prozesse
in einer komplexen Maschinerie, die ein kontinuierliches
Raum-Klang-Kontinuum generiert. In der simultanen Vereinigung und
Trennung von Howses Noise-Maschinen und Spahns digitalen/analogen
Projektoren entsteht ein Universum sich permanent verändernder
organischer Strukturen in Form von fließenden kaleidoskopartigen
Bildern und hypnotisierenden Klängen, die eine starke Sogwirkung
erzeugen.

Mit Performances u.a. von der Joshua Light Show, Billy Roisz, dieb13
und Mario de Vega, Flora Könemann, Valerio Tricoli, Wolfgang Spahn,
Martin Howse.



Symposium
in/compatible: systems | publics | aesthetics

Das Symposium in/compatible: systems | publics | aesthetics widmet
sich vom 3. bis 4. Februar 2012 in Form von interdisziplinären Panels
und Künstlerpräsentationen den aktuellen Entwicklungen der
Netzwerkkultur sowie der Problematik und Produktionslogik des
In/kompatiblen. Ob in Politik, Wirtschaft oder Kultur – das Phänomen
des In/kompatiblen scheint mit seinen produktiven und zugleich auch
destruktiven Kräften alle gesellschaftlichen Systeme zu durchdringen.
In der heutigen Netzwerkkultur treten diese Kräfte jedoch nicht immer
in einem rein dualistischen Sinne auf, sie entstehen vielmehr in
komplexen Situationen, die einem konstanten Wandel unterliegen.
In/kompatible Momente wie Systemzusammenbrüche, technologische Fehler
und soziokulturelle Widersprüche werden auf dem Symposium als
Ausgangspunkte für die Entwicklung einer modularen und in/kompatiblen
Reflexivität untersucht, um die gegenwärtige Netzwerkkultur besser
verstehen zu können. Die drei Themenstränge des Symposiums lauten:
in/kompatible Systeme, in/kompatible Öffentlichkeiten sowie
in/kompatible Ästhetiken. Künstlerische Produktionen und
Interventionen bilden als performative Wissensproduktion einen
zentralen Bestandteil der Veranstaltung.

Der erste Strang in/kompatible Systeme beschäftigt sich mit den
spezifischen Bedingungen für eine politische Ökonomie innerhalb der
heutigen Netzwerkkultur. In dem Panel in/compatible War: Global
Neoliberalsim as a War Machine diskutieren die israelischen Künstler
und Forscher Tsila Hassine und Ziv Neeman mit dem deutschen IT- und
Sicherheits-Experten Sandro Gaycken über die Verschaltung
militärischer und ziviler Gesellschaften in Israel und darüber, wie
technologische und militärstrategische Politiken ein Wirtschaftsmodell
kreieren, das den Kriegszustand einer Gesellschaft zur Signatur
innovativen Unternehmertums macht. Im Panel Business as Unusual
untersuchen Teilnehmer wie die Brüder Stefan und Ralph Heidenreich die
kybernetischen Netzwerke der globalen Finanzkrise.

Der Symposiumsteil In/kompatible Öffentlichkeiten diskutiert Formen
des Aktivismus und des gesellschaftlichen Widerstands, die sich ebenso
aus dem Kontext von in/kompatiblen Systemen ergeben. Anonymität,
Spamming, Störung, Unterbrechung und Besetzung sind beispielhafte
Strategien, die von öffentlichen und nicht-öffentlichen Akteuren
genutzt werden, um Systeme zu kritisieren. Einige der Gruppen sind
heutzutage nicht immer als legitime Akteure der öffentlichen Sphäre
anerkannt. Das Anonymous Netzwerk bildet das Diskussionsthema des
Panels Disruptive Non-Publics – Anonymity as an Intervention Strategy
der Wissenschaftlerinnen und Hacking-Expertinnen Gabriella Coleman und
Tatiana Bazzichelli. Im Panel Mapping the Crisis – Production,
Regulation and Control of Publics werden die jüngsten Ereignisse der
politischen, finanziellen und ökologischen Krisen in London, Athen und
Tokio von Wissenschaftlern aus den jeweiligen Ländern einander
gegenübergestellt und in einem Keynote-Gespräch erläutert die
Politikwissenschaftlerin Jodi Dean die Möglichkeiten des Politischen
sowie Formen von Öffentlichkeit, die jenseits der regulativen
Analysen, Reflexionen und Strategien neoliberaler und konsumistischer
Logiken liegen.

Was macht eine in/kompatible Ästhetik aus? Der dritte Teil des
Symposiums greift das Paradox künstlerischer Praxis und kultureller
Produktionen auf, die in den Zwischenräumen der unebenen Landschaft
in/kompatibler Systeme und Politiken stattfinden. In den Panels wird
hinterfragt, wie Künstler, Anwender und Konsumenten vergessene Kanäle,
Risse und Funktionen im Exzess der vernetzten Kommunikation ausnutzen,
um mit absichtlich oder zufällig störenden Aktionen den Kontext zu
verändern, in den sie eingreifen. In seiner Keynote Knotty Problems in
the Fables of Computing, erläutert der Künstler und Medienforscher
Matthew Fuller, wie klassische Probleme der Informatik sich nicht nur
mit technischen Parametern auseinandersetzen, sondern auch räumliche,
soziale und ästhetische Dimensionen offenbaren.

Mit Jacob Appelbaum, Gabriella Coleman, Jodi Dean, Michael Dieter,
Matthew Fuller, Sandro Gaycken, Orit Halpern, Graham Harman, Tsila
Hassine und Ziv Neeman, Stefan und Ralph Heidenreich, Kathy Rae
Huffman, Olia Lialina & Dragan Espenschied, Eckart Lottman, Rosa
Menkman, Thomas Munz, Jussi Parikka, Pit Schultz, Igor Å tromajer,
Robert Sakrowski, Jon Satrom, Krystian Woznicki, Florian Wüst u.v.a.



reSource for transmedial culture

reSource for transmedial culture ist eine neue Initiative der
transmediale in Zusammenarbeit mit CTM / DISK und dem Kunstraum
Kreuzberg / Bethanien, um eine Plattform für den gegenseitigen
Austausch von Methodologien und Wissen zu fördern. reSource wird auf
der transmediale 2012 von Tatiana Bazzichelli kuratiert und durch
verschiedene Projekte wie Workshops, Talks und Performances zu den
Themen reSource method, reSource activism, reSource networks, reSource
markets und reSource sex vorgestellt.

Internationale Künstler, Kulturschaffende, Hacker, Aktivisten und
Gender-orientierte Kreise innerhalb und außerhalb Berlins sowie aus
dem weiteren Feld regionaler und internationaler Netzkultur werden
eingeladen, um anhand von gemeinsamen Untersuchungen, Experimenten und
Reflexionen neue Erfahrungen zu sammeln. Die Vorgehensweisen von
Künstlern und Hackern sind nicht nur als Quelle für die Produktion
kultureller Innovationen, sondern auch als eine strategische
Herausforderung für die Erzeugung einer Medien-Kritik im Allgemeinen
und einer Meta-Reflexion künstlerischer Produktion in digitaler Kultur
und Netzwerk-Wirtschaft im Speziellen gedacht. Indem eine Reihe von
Fragestellungen aufgeworfen wird, die die lokale und überregionale
Gemeinschaft im Bereich der digitalen Kulturproduktion (und darüber
hinaus) betreffen, wird das Ziel verfolgt, den gegenseitigen Austausch
und die gemeinsame Nutzung von Ressourcen und Wissen zu fördern.
reSource wirkt dabei als ein Bindeglied zwischen den kulturellen
Produktionen von Kunst-Festivals und kollaborativen Netzwerken im
Bereich von Kunst und Technologie, Hacktivismus und Politik.

Mit Geoff Cox, Katrien Jacobs, Jaromil, Joasia Krysia, Steve Lambert,
Linux Virgins, Sergio Messina, Telekommunisten, Johannes P. Osterhoff,
Morten Riis, Shu Lea Cheang u.v.a.



CTM.12
Festival for Adventurous Music and Related Arts

In einem umfangreichen Konzertprogramm, mit Diskursveranstaltungen
sowie einem Ausstellungsteil widmet sich CTM.12 – Festival for
Adventurous Music and Related Arts mit dem Festivalthema SPECTRAL der
gegenwärtigen Konjunktur des Geisterhaften, Mysteriösen und Dunklen im
Pop. Witch House, Hypnagogic Pop, Hauntology, Neo-Industrial oder
Drone setzen auf die negative Energie der Verlangsamung und
Bewusstlosigkeit. Quer durch die Stile hindurch arbeitet man mit dem
Rückgriff auf Vergangenes bis hin zur Archaik. Zerfall, Vernebelung,
Verrauschen, Deformation, Geheimnis, Nostalgie, Kitsch, Leere, Verlust
und Sich-Entziehen sind Stichworte einer Haltung, die nicht das
Hinzufügen neuer Ideen, sondern die Transformation von Bestehendem zum
Ziel hat. Ist das eine Antwort auf die Empfindung einer totalen,
postmodernen Umhüllung, in der alles bereits da, getan und endlos
wiederholbar ist und nichts Neues in Sicht zu sein scheint? Angesichts
exponentiell wachsender Archive und der Krise als Dauerzustand scheint
es, als läge unsere Zukunft von nun an in der Vergangenheit.
Weiterführender Perspektiven entbehrend, schöpfen Kunst, Musik und
Gesellschaft aus den Strömen von Medien, Stilen und Materialien. Ob
die universelle Verfügbarkeit kultureller Zeugnisse nun ein
paradiesischer Zustand, die totale Ãœberforderung oder ein Leben auf
der Müllhalde bedeutet, weiß man nicht. Aber gerade das Unheimliche
bewahrt uns davor, uns behaglich in der Vergangenheit einzurichten
(und dabei selbst zu Geistern zu werden). Neben einem umfangreichen
Musikprogramm werden ein in Zusammenarbeit mit dem Philosophen,
Psychohistoriker und Autor Andreas L. Hofbauer entwickeltes
Diskursprogramm sowie ein gemeinsam mit dem Kurator, Kunstkritiker und
Architekten Thibaut de Ruyter erstellter Ausstellungsteil den Fragen
des Themas zwischen Kunst, Theorie und Musik nachgehen. Die
CTM.12-Ausstellung im Kunstraum Kreuzberg / Bethanien wird bereits am
27. Januar eröffnet.

30.1. – 5.2.2012, Berlin
sowie 27.1.2012 Eröffnung der CTM.12-Ausstellung (bis 19.2.2012).
Spielorte: HAU, Berghain, Kunstraum Kreuzberg / Bethanien,
Passionskirche, Gretchen, Kater Holzig und Horst Krzbrg.

Mit Balam Acab, Conrad Schnitzler, Eleh, Éliane Radigue, Grouper with
Jefre Cantu-Ledesma, Harmonious Thelonious, Haxan Cloak, Hieroglyphic
Being, Hildur Gudnadottir, Holy Other, Hudson Mohawke, Ital, Jana
Winderen, Kanding Ray, Mark Fell, Mika Vainio, Morphosis, Mouse on
Mars, oOoOO, Qluster, Solistenensemble Kaleidoskop, Stellar Om Source,
Tim Hecker, Wolfgang Seidel, u.v.a.

Weitere Informationen: http://www.ctm-festival.de



Geschichte der transmediale

Die transmediale wurde 1988 als VideoFilmFest als ein Nebenprogramm
der Sektion "Internationales Forum des Jungen Films" der Berlinale ins
Leben gerufen. Damit wollte der Mitbegründer und künstlerische Leiter
Micky Kwella eine Plattform für Produktionen elektronischer Medien
schaffen, die von reinen Filmfestivals wie der Berlinale
ausgeschlossen waren. In den folgenden 20 Jahren entwickelte sich das
Festival stetig weiter: 1997/98 änderte es seinen Namen von
'VideoFest' zu 'transmediale'. Diese Änderung reflektierte die
programmatische Erweiterung des Festivals, welches inzwischen ein
weites Spektrum multimedialer Kunstformen umfasste. 1999 wurde der
"club transmediale" - seit 2011 CTM genannt - gegründet, der sich mit
experimenteller und elektronischer Musik befasst und seither von einem
eigenständigen Kuratorenteam mit unabhängiger Finanzierung organisiert
wird.

Nach der Ernennung von Dr. Andreas Broeckmann zum künstlerischen
Leiter im Jahr 2001 wurde die transmediale neu strukturiert. Zur
transmediale.02 konnte erstmals eine umfassende Ausstellung gezeigt
werden, die Medienkunst sinnlich und räumlich erfahrbar machte. 2006
änderte sich der Untertitel des Festivals, das nun nicht mehr
'international media art festival', sondern 'festival for art and
digital culture' heißt und damit eine Abkehr von reiner Medienkunst
und die Öffnung hin zum Spannungsfeld von Kunst, Technologie und
unserem digitalisierten Alltag beansprucht.

Stephen Kovats wurde Anfang 2007 zum neuen künstlerischen Leiter der
transmediale bestimmt. Mit dem Ziel, der wachsenden Zahl der
Einreichungen theoretischer Arbeiten für den transmediale Award
gerecht zu werden, wurde der Wettbewerb zur transmediale.08 um den
Vilém Flusser Theory Award erweitert. Darüber hinaus wurde die von nun
an jährlich erscheinende Buchedition 'transmediale parcours' ins Leben
gerufen, die Bestandsaufnahmen ausgewählter thematischer Entwicklungen
in der Medienkunst vor dem Hintergrund der jeweiligen Festivalthemen
präsentiert. Für das Festival transmediale 2011 wurde zudem der Open
Web Award ins Leben gerufen und das Festival setzte sich zunehmend mit
der Beziehung zwischen Netzkultur und Biopolitik auseinander.

Seit April 2011 ist Kristoffer Gansing künstlerischer Leiter des
Festivals. Mit ihm wird das Festival 2012 sein 25-jähriges Jubiläum
mit einem Programm begehen, das sowohl durch den Rückblick auf die
Vergangenheit als auch durch die mögliche Zukunft des Festivals
definiert ist. Im Vorfeld fanden dazu bereits strukturelle
Veränderungen statt. Für das Festival 2012 wird es keinen Open Web
Award und auch keinen allgemeinen transmediale Award mehr geben. Diese
Änderung spiegelt eine neue Art der Produktion des Festivals wider,
indem die frühe Aneignung einer thematischen Herangehensweise auf eine
kuratorische Kohärenz zwischen den einzelnen Programmbereichen sowie
auf ein direktes Engagement innerhalb der transmediale Community
abzielt. Zudem nimmt der Vilém Flusser Theory Award jetzt die Form
eines Stipendienprogramms für künstlerische Forschung an, das im
Frühjahr 2012 in Form einer Artist-in-Residency stattfinden wird.



daten und fakten

transmediale 2012
Eröffnung: 31.1.2012 um 18:30 Uhr
1.2. – 5.2.2012, 10–23 Uhr
Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin

Earlybird Tickets
Earlybird Tickets sind erhältlich auf http://www.transmediale.de/festival/tickets

Pressebilder
Eine erste Auswahl an Pressebildern können Sie von unserem Flickr
Account herunterladen:
http://www.flickr.com/photos/transmediale/collections/72157628110507005/

Presseakkreditierung
Die Möglichkeit, sich für transmediale und CTM als Medienvertreter
online zu akkreditieren, besteht bis zum 15. Januar 2012 auf
http://www.transmediale.de/festival/press

Einen kostenlosen transmediale und CTM Katalog, sowie ihren Pressepass
und ihre Pressemappe können Sie am Presse-Counter im Haus der Kulturen
der Welt zu den folgenden Öffnungszeiten abholen.
30.1.2012, 10–13 Uhr
31.1.2012, 17–21 Uhr
1.–5.2.2012, 10–20 Uhr

Bitte beachten Sie, dass ein Besuch der Eröffnung am 31. Januar 2012
kostenlos und ohne Akkreditierung möglich ist.

Pressekonferenz und Pressevorbesichtigung
Die Pressekonferenz der transmediale 2012 und des CTM.12 findet am 30.
Januar 2012 von 11 Uhr bis circa 12 Uhr im Haus der Kulturen der Welt
statt. Teilnehmer, Kuratoren und Veranstalter werden anwesend sein, um
Ihnen die inhaltlichen Schwerpunkte und das Programm der beiden
Festivals vorzustellen.

transmediale ist ein Projekt der Kulturprojekte Berlin GmbH in
Kooperation mit dem Haus der Kulturen der Welt, gefördert durch die
Kulturstiftung des Bundes.

transmediale 2012
Künstlerische Leitung: Kristoffer Gansing

Weitere Informationen
Giannina Lisitano // +49 30 24749 716 // //
transmediale.de








LF.net Netzwerksysteme GmbH :: Internet Service Provider in Stuttgart

Mailingliste/Blog / Archiv