Von Brigitte.morhardt Esslingen am 25. Februar 2010 um 13:42


Pressemitteilung:
Nummer: 0081
Datum: 23.02.2010

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| Villa Merkel | villaMERKEL|BAHNWÄRTERhaus|
| Galerien der Stadt Esslingen am Neckar | Galerien der Stadt Esslingen|
| 28. März ? 6. Juni 2010 | am Neckar|
| | Pulverwiesen 25, D-73728|
| | Esslingen|
| | T. +49 711 3512-2640 Fax|
| | -2903|
| ?Man Son 1969. Vom Schrecken der Situation? | e-mail:|
| | |
| | http://www.villa-merkel.de|
| | Information: Andreas Baur|
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Das Jahr 1969 oder die Ambivalenz der Extreme



Die Villa Merkel und das Bahnwärterhaus, Galerien der Stadt Esslingen am
Neckar, zeigen die Ausstellung ?MAN SON 1969. Vom Schrecken der
Situation? und widmen sich dem Reiz und der Gefahr der Extreme.
Ausgangspunkt sind bedeutende historische Ereignisse in Politik,
Gesellschaft, Gegenkultur und Kunst der 1960er Jahre. Rund 25
internationale Kunstschaffende sind eingeladen, im Rückblick auf das Jahr
1969 die Frage der Ambivalenz der Extreme dieser Zeit weit reichender
gesellschaftlicher Reformprozesse durch neue Arbeiten aufzugreifen. Die
Ausstellung ?MAN SON 1969. Vom Schrecken der Situation? ist von 28. März
bis 6. Juni 2010 in den Galerien der Stadt Esslingen am Neckar, in der
Villa Merkel und dem Bahnwärterhaus zu sehen. Charles Manson, eine
zentrale Figur der amerikanischen Hippie-Kultur, gilt als Anstifter der
Morde an Sharon Tate und sechs weiterer Personen. Er befindet sich bis
heute in Haft. Sein Name und das damit verbundene Image, das zwischen
Hippie-Messias und Psychopath oszilliert, dienen als Stichwortgeber der
Ausstellung. Die Schreibweise Man Son (frei übersetzt als ?Menschensohn?)
war eine von Manson zeitweilig selbst gewählte Bedeutungsverschiebung
seines Namens.



Das Jahrzehnt der 1960er Jahre steht im Zeichen des Wandels,
fundamentaler Zäsuren und der Protestkultur. Weltweit ist es
gekennzeichnet durch Kolonialkämpfe und Liberalisierungen. Der
beispiellose Krieg in Vietnam ruft in Europa oder den USA Protest- und
Friedensbewegungen hervor. 1967/68 finden politische Studentenproteste in
Deutschland (Notstandsgesetzte der Großen Koalition), in den USA,
Italien, Tschechoslowakei, Polen, Japan und weiteren Ländern wie
Frankreich statt, wo sich in deren Verlauf erstmals die Arbeiterbewegung
mit den Studierenden solidarisiert. Der Prager Frühling, der Versuch
eines Sozialismus mit menschlichem Antlitz, wird im August 1968 durch
einmarschierende Truppen des Warschauer Pakts niedergeschlagen. Ende des
Jahrzehnts erscheinen die freiheitlichen Lebensformen der Flower-Power
als nicht erfüllbar und vielen nicht länger als unschuldiger
Friedenswunsch. Alternative Lebensentwürfe und gesellschaftliche Utopien
verkehren sich vielerorts in ihr gewalttätiges Gegenteil ? manche
scheitern, andere passen sich den Gegebenheiten an. Heute sind die
damaligen Leitmotive Selbstverwirklichung, Kreativität und Flexibilität
zu Schlagworten mutiert, die einen viel zitierten ?neuen Geist des
Kapitalismus? durchsetzen.

1969: Die ersten Menschen betreten im Zuge der Mission Apollo 11 den Mond
(20. Juli). Fünf weitere bemannte Mondlandungen sollen folgen. Im August
(15. bis 18.) findet das legendäre Woodstock-Festival statt, das als
musikalischer Höhepunkt der US-amerikanischen Hippiekultur gilt. Kurz
zuvor schockieren die Morde der so genannten Manson-Family in Hollywood
(9. und 10. August 1969) die Medienöffentlichkeit. Zukünftige Terroristen
der RAF fliehen im November 1969 aus Deutschland nach Paris. Ihre Gewalt
gegen Sachen eskaliert später im Mord. ? Die zum Ausstellungs-Essay
eingeladenen Künstlerinnen und Künstler verhandeln die Ambivalenz der
Extreme um 1969 aus einer aktuellen Warte und streifen sowohl die Person
als auch die Geschehnisse um Charles Manson nur am Rande. Sie fokussieren
die Themen Gewalt, Entgrenzung, freie Liebe und Selbstverwirklichung. Sie
entwickeln Perspektiven, die beispielsweise Gruppenbildung als ein
Geschehnis zwischen Freiheit und Zwang ansprechen, die Manipulation,
Erziehung und Anpassung zum Thema machen, die den musikalischen
Hintergrund der Zeit und das Phänomen einer nahezu religiösen
Legendenbildung aufgreifen. Der Ausstellungs-Essay macht sich
überkreuzende Logiken und Widersprüche zwischen aufwühlenden
Geschehnissen erkennbar und lässt einen erneuten Blick auf die Zeit der
1960er Jahre viel versprechend erscheinen.

Die Präsentation der Ausstellung ?MAN SON 1969. Vom Schrecken der
Situation? wurde im Jahr 2009 zunächst in der Hamburger Kunsthalle
gezeigt und wird für die besonderen räumlichen Bedingungen der Villa
Merkel überarbeitet.



Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler:


Mario Asef, Achim Bitter, Günter Brus, Joe Colemann, Dellbrügge & de
Moll, Peter Friedl, Till Gerhard, Gerhard Halbritter, Elmar Hess, Laura
Honse, Stephan Huber, Stefan Hunstein, Susanne Klein, Elena Kovylina,
Thomas Kunzmann, Sigalit Landau, Almut Linde, Stefan Micheel, Aurelia
Mihai, Roland Nameth, Bruce Nauman, Karin Missy Paule, Susi Pop, Astrid
Proll, Annamaria und Marzio Sala, Cindy Sherman, Die tödliche Doris,
Susanne Weirich
und aus der Graphischen Sammlung
Max Beckmann, Charles Gaines, Martin Kippenberger


Zur Ausstellung liegt ein Katalog auf mit der Dokumentation aller
künstlerischen Beiträge, einem Interview zwischen Truman Capote und
Robert Beausoleil, Essays von Bommi Baumann, Ursula Cyriax, Belinda
Grace-Gardner, Gunnar Gerlach, Tom Kummer, Jan Metzler, Susanne Pfeffer,
Nora Sdun, sowie einer Einführung von Frank Barth und Dirck Möllmann.

Kuratoren der Esslinger Ausstellung:

Andreas Baur, Villa Merkel, Esslingen; Frank Barth, Hamburger Kunsthalle;
Dirck Möllmann, freier Kurator



http://www.villa-merkel.de

http://www.hamburger-kunsthalle.de/manson/



Andreas Baur
Leiter der Galerien der Stadt Esslingen am Neckar
Villa Merkel


Für die Medien:

Für die Vertreterinnen und Vertreter der Presse und Medien besteht die
Gelegenheit zur Vorbesichtigung der Ausstellung ?MAN SON 1969. Vom
Schrecken der Situation? am Freitag, 26. März 2010, um 11 Uhr.

Sie sind sehr herzlich auch zur Eröffnung am Sonntag, 28. März 2010, 11
Uhr, eingeladen.

Weitere Informationen:

Für weitere Informationen sowie Bildmaterial wenden Sie sich bitte an die
Villa Merkel, Galerien der Stadt Esslingen am Neckar, Tel. 0711 3512
2640, , http://www.villa-merkel.de





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Büro des Oberbürgermeisters Neues Rathaus Postfach 10 03 55 73726
Esslingen am Neckar Telefax 0711 / 3512 -3181

Verantwortlich: Pressereferent Roland Karpentier, Telefon 0711 / 3512 -
2732 oder 2570

E-Mail : oder


Internet: http//http://www.esslingen.de








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