Von Peter Grohmann am 29. Mai 2006 um 14:26

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civil rights campaign: Aktiv, streitbar und couragiert für Frieden und
Gerechtigkeit. Ausgabe Nr. 19 – 29.5.06

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Ein gebrochenes Nasenbein, eine Querschnittslähmung kann ein böses Zeichen
der Erinnerung sein.

No-Go-Areas sind ein alter Hut in den neuen Ländern. Die AnStifter haben
schon seit 10 Jahren auf diesen Umstand aufmerksam und auf die Tatsache
aufmerksam gemacht, dass es z.B. für Asylbewerber brandgefährlich ist, mit
blutenden Nasen gleich der Polizei zu rennen. So bleiben in Neufünfland
wenigstens 50 % rechtsradikaler Übergriffe in den Statistiken außen vor.
Freilich, wenn’s denn mal wieder richtig brennt wie in Hoyerswerda, wenn
kurz vor dem großen Kommerz der Handelsmarke FIFA in Weimar ein paar
Schwarze Prügel beziehen ist guter Rat billig. Das Landesparlament bewilligt
quasi für jeden Schwerverletzen hunderttausend Euro für Gewaltprävention –
70 % davon erhält die Werbeagentur für Konzept, Plakatgestaltung und
Aushang. Dutzende von Jugendzentren sind längst in rechter Hand. Steckt
nicht in vielen gelernten DDR-Bürgern ein Stück der Fa. Schönbohm & Platzeck
= Imageschaden verhindern? Umso schöner, dass Sie, die anstiftenden Spender,
Förderer, Mitglieder, Wolfram Hülsemann als Träger des Stuttgarter
Friedenspreises 2006 gewählt haben! Der profilierte Streiter gegen rechte
Gewalt und Leiter des Instituts für Gemeinwesenberatung, Demokratie und
Integration in Potsdam bekam 69 Stimmen, gefolgt von Monika Hauser, Medica
Mondiale (59) und Alvaro Ramazzini, dem radikalen Bischof aus Guatemala
(49). Vorschlagsliste + Wahlergebnisse: bei uns anfordern. Der Friedenspreis
wird am 17.11. (FriedensGala) übergeben, im Vorfeld gibt’s ein Seminar über
„gebrochene Nasenbeine“ und wie es dazu kam. Wir freuen uns natürlich auch
über Ihr Interesse an unseren LeseZeichen gegen Gewalt und Vergessen am 9.
November. Wenn Sie mitlesen wollen: <mailto:>
(mehr: http://www.die-anstifter.de)



Trotzt der Fifa - Spaß und Sport

Die Weltmeisterschaft und „die Firma“ sind ein gigantisches Unternehmen mit
riesigen No-Go-Areas für Bier nach dem Reinheitsgebot, den Berliner Freitag
oder die Stuttgarter Zeitungen: In der demokratisch gesegneten Bannmeile
dürfen nur Druckerzeugnisse aus dem Hause Bertelsmann verscheuert werden.
„Die Fifa rechnet allein bei den Fanartikeln mit den WM-Logos mit einem
Umsatz von 1,5 Milliarden Euro. Natürlich fließt bei alldem der Reingewinn
in ihre Kassen, wir als Steuerzahler bezahlen hingegen nur in den Umbau der
Stadien, die Schaffung der nötigen Infrastruktur und die Kosten für die
Sicherheitskräfte“, schreibt der AnStifter Helmut Böttiger in der
Stuttgarter Zeitung. (Die Fifa) „…ist eine Vereinigung, die nach
undurchsichtigen Machtprinzipien funktioniert, am ehesten vergleichbar
vielleicht mit der Mafia. Das weiß jeder, und jeder fügt sich.“ Die Firma
Fifa ist natürlich von Steuern aller Art befreit. Wir lassen uns den Spaß
dennoch nicht verderben und werden den Handverkauf der kritischen
Wochenzeitung Freitag in der Sperrzone am Neckarstadion eher als sportliche
Herausforderung sehen. Vielleicht sieht man sich ja, auf jeden Fall in einer
der vielen Überwachungskamera, Platzverweise inbegriffen. Näheres dazu Do,
14. Juni 2006, 19.30 h, Theaterhaus: Vorspiel Deutschland-Polen- Grohmann zu
Gast bei Feinden. Kabarett.



Kein Volksaufstand am „Hotel Silber“: Zeichen der Erinnerung.

18 lange Jahre dauerte es, bis sich SS-Aufseher von Auschwitz für die
Massenmorde verantworten mussten. Vergessen und Verdrängen. Schweigen über
die eigene Schuld bis 1963. Keine Frage, dass 2004 auch ein Ex-Nazirichter
den Bundespräsidenten mitwählen durfte - in Deutschland ist man nicht
pingelig in diesen Dingen. Dieses Schweigen zu brechen, war in den 50er und
60er Jahren schwer. Gewerkschaftsjugend, Naturfreunde und Falken fuhren als
erste in die vergessenen Lager nach Bissingen bei Balingen, besuchten
Natzweiler, Lidice, Ouradour, Auschwitz, Dachau, Buchenwald, waren mit
Jugendgruppen 1963-1965 beim Auschwitzprozess in Frankfurt. Wir sahen
unsere Nachbarn auf der Anklagebank, freundliche, sympathisch wirkende Leute
wie mein Onkel Reinhold. Wir fuhren mit einem Sack voller Fragen zurück,
fragten Eltern und Lehrer. Dürftige Antworten. Wir machten uns in unserer
Stadt auf die Spurensuche, trafen Zeitzeugen, fanden Quellen und Orte der
Erinnerung, aber keine Verantwortlichen, Nutznießer, Finanzier des Systems.
Der streitbare Fritz Lamm erzählte Widerstand und Flucht, Willi Bleicher von
Verfolgung und Befreiung. Margot + Max Fürst berichteten aus der Emigration,
Richard Schmid, Sozialist, Naziverfolgter und Generalstaatsanwalt, zeigte
uns, wo im Hof des Oberlandesgerichts Stuttgart das Fallbeil stand. Eugen
Eberle, Betriebsratsvorsitzender im ehemaligen NS-Musterbetrieb Bosch und
Stadtrat seit 1948, nervte Gemeinderat und Verwaltung mit Fragen nach Weg
und Schicksal der Stuttgarter Juden, forderte die Aufarbeitung der
Stadtgeschichte 1933-45. Lange Zeit war er der einsame Rufer in der Wüste
und antifaschistischer Stadtführer: Er zeigte uns den Weg der Deportierten
vom Killesberg zum Nordbahnbahnhof, führte uns in die Werderstraße, wo
Hitlergegner mit einem Beilhieb die Rundfunkübertragung der Führerrede
stoppten. Der Hausbesitzer mochte kein Hinweisschild anbringen lassen, und
so erhielt dieser Ort wie viele andere ein kleines Denkmal in unserem Buch
Stuttgart zu Fuß. Mit den Zeichen der Erinnerung tut man sich schwer in der
Stadt. Die Manuskripte zu Stuttgart unterm Hakenkreuz schmuggelten wir unter
abenteuerlichen Umständen aus dem Rathaus. Kein Mensch mochte für den Druck
des 500-seitigen Bandes auch nur eine Mark Zuschuss geben. So lernten wir
rechtzeitig, wie nützlich Unabhängigkeit ist! Welches Theater, in der
Urbanstraße mit einem Denkmal an die Ermordeten zu erinnern, mit einem
Straßennamen Widerstand zu ehren! Welch ein Kampf um das Mahnmal für die
Opfer des Faschismus am Karlsplatz – und natürlich gibt’s keinen
Volksaufstand, geschweige denn einen kritischen Pressekommentar, wenn
Demonstranten 2005, also gestern, am so genannten Hotel Silber in der
Dorotheenstraße von der Polizei gehindert werden, einen Kranz des Gedenkens
niederzulegen. Heute (am 14. Juni 06, 11.30 h) übergeben wir unter
Polizeischutz im Inneren Nordbahnhof, in der Stuttgarter Otto-Umfrid-Straße,
endlich wieder ein Zeichen der Erinnerung. Vor allem Michael Kienzle, Roland
Ostertag und Beate Müller (Die Namen der Toten), uns als AnStifter verbunden
seit vielen Jahren, haben neben vielen Mitstreitern dafür gesorgt, dieses
Zeichen der Erinnerung zu realisieren. Ganz besonders empfehlen wir Ihnen
die Website <http://www.zeichen-der-erinnerung.org/>;
http://www.zeichen-der-erinnerung.org, ein Projekt, dass wir ebenfalls begleitet
haben. Seien Sie mit uns dabei am 14. Juni 2006. Dies alles schrieb Ihnen
mit herzlichen Grüßen Ihr Peter Grohmann



Kommt die Energiekrise oder ist sie schon da?

Neuer Montagskreis 19. Juni, 19 h, Theaterhaus: Rolf Linkohr und Hermann
Scheer (AnStifter). Anmeldung + Infos:

Suche kleine Wohnung in der Stadt

nach Möglichkeit Altbau oder 1-2 Zimmer in einer AnStifter-WG. Martin (übers
AnStifter-Büro)

Bücher + Materialien:

Präambel + Satzung Stiftung Stuttgarter Friedenspreis / Stuttgart zu Fuß /
Giuliana Sgrena: Friendly Fire / / Peter Kammerer: Willi Hoss, Komm ins
Offene, Freund.

Übrigens: Wir drucken bei Freunden. http://www.online-druckhaus.de
<http://www.online-druckhaus.de/>; . Und der Stankowski gibt uns die Zeichen.
http://www.atelier-stankowski.de

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