Von Wand 5 am 25. Mai 2010 um 14:49

Liebe betacities,

zur Erinnerung: Morgen, Mittwoch 26.05.2010, 19 Uhr:

MEDIA-SPACE Teil 2 im Filmhaus

Vortrag von Hans D. Christ,
Direktor des Württembergischen Kunstvereins



SEOUL: SOFT CITY – HARD CITY



Zurzeit gibt es diverse staatliche Programme zur Etablierung der
so
genannten Kreativindustrie in Südkorea, die durch erhebliche
urbane
Umstrukturierungen und Investitionsprogramme in den großen Städten
der
Halbinsel realisiert werden sollen. In Seoul sind dies insbesondere
der
Hangang Renaissance Master Plan,“ zu dem auch Großinvestitionen wie
der
„Dream Hub“ in Yongsan gehören. Andere Projekte wie der „Design Plaza
&
Park“ in Dongaeum verweisen auf das Vorhaben Seoul als Standort
der
Kreativindustrie zu etablieren.
Die Schlagworte sind „Digital Media City
Seoul, Design City Seoul, Eco City
Seoul“. Diese dem Stadtmarketing
entlehnten Begriff stehen unter dem
zusammenfassenden Oberbegriff „Seoul:
Soft City“. Das Versprechen, dass hier
intendiert ist, ist die Entwicklung
einer ökologischen, an Hochtechnologie
orientierten Metropole. Diese
Marketingansätze werden heutzutage von fast
allen Bürgermeistern in
Metropolen von Sao Paulo, Peking, Dubai, Barcelona,
London, Luanda über
Bangkok bis Mumbai vorgetragen. Hier zeichnet sich eine
weltweite
Korporatisierung von Städten ab, deren Zukunft im Kern auf
großmaßstäblichen
Projekten der Immobilienwirtschaft und deren symbolischer
Verwertung für
progressive Entwicklungen beruht. Die symbolische Funktion
ist zudem
wesentlich mit einer kleinen Gruppe international operierender
Investoren
(z.B.: Samsung, „Burj Tower,“ Dubai, „Dream Hub,“ Seoul) und
einer ebenso
exklusiven Gruppe von Architekten („Dream Hub,“ Daniel
Libeskind, Dongaeum
„Design Plaza & Park,“ Zaha Hadid) verbunden. Der Effekt
ist die benannte
Korporatisierung, die eine effektive Betrachtung der
jeweils spezifischen
Kontexte zugunsten scheinbar verbürgter Standards
aufgibt. Die „Soft City
“ wird zwar virtuell entworfen, letzten Endes aber in
Glas und Beton
realisiert. Die Zukunft verweist zurück auf klassische
Investitionsmuster,
wie sie der alten Idee der „Hard City“, dem Fakten
Setzen durch
überdimensionale Bauvorhaben entspricht. Aufgeladen wird diese
konservative
Idee von Stadt durch aufwendige Architekturanimationen, die das
fiktionale
Narrativ über Stadt für eine komplexe Betrachtung der
spezifischen
Gegebenheiten versiegeln.


Der Vortrag wird im Schwerpunkt den Kontext Seoul entlang der
digital
hergestellten Versprechungen und deren Verleugnung der realen
Gegebenheiten
betrachten. Am Rande werden zudem digitale Methoden zur
Herstellung von
Wirklichkeit überprüft, die scheinbar Komplexität abbilden
können.



Nach dem Vortrag können sich die Besucher das Material auf
mitgebrachten
USB-Sticks abspeichern.






MEDIA-SPACE 2010



DIGITALE SIMULATIONEN, ARCHITEKTURUTOPIEN UND STUTTGARTER BAUSTELLEN


Vorträge – Diskussionen – Filmscreenings – öffentlicher Raum – Ausstellung



Programm und Infos unter http://www.media-space.org


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