Von Annette Aulke Merz Akademie am 13. Mai 2011 um 11:50

Ringvorlesung der Merz Akademie im Sommersemester 2011

Dienstag, 17.Mai 2011, 19.30 Uhr, Aula der Merz Akademie
Prof. Johannes Gfeller: Signal, Code und Aspect. Erhaltung und Wiederaufführung von Medienkunst


Hervorgegangen aus einer Initiative des Bundesamtes für Kultur im Rahmen von sitemapping.ch, entwickelt das Schweizer Forschungsprojekt AktiveArchive seit 2002 Erhaltungsstrategien für elektronische Kunst. Während bei der Mehrzahl der Erhaltungsprojekte vor allem die Frage der Migration der Träger im Vordergrund stand mit dem ganzen Fragenkomplex der digitalen Langzeiterhaltung, war und ist dies bei AktiveArchive zwar ein wichtiges Standbein - jedoch haben wir früher als andere auch eine Systematik der historisch informierten Wiederaufführung dieser Werke entwickelt. Restaurierethische Prinzipien der Substanzerhaltung konkurrieren mit der berechtigten Forderung nach Funktionserhaltung der Werke. Die Frage der Materialität der Werke muss in der elektronischen Kunst differenzierter gestellt werden als in den klassischeren Künsten. Begriffe wie Signal- und Codeintegrität beispielsweise werden zu neuen Massstäben, während wir aktuell mit dem Verschwinden der 4:3 Röhrenmonitore und ihrem Ersatz durch Flachbildschirme mit dem Seitenverhältnis 16:9 eine noch ungelöste Herausforderung für die zukünftige Präsentation historischer Werke haben - wenn der Zollstock wieder zum Massstab wird. Dies gilt nicht bloss für die "alte" Videokunst, sondern auch für die über 20 Jahre alte Medienkunst nach Video. Auch sie ist historisch geworden und stellt uns vor entsprechende Herausforderungen.
Prof. Johannes Gfeller ist Leiter des AktiveArchive an der Berner Fachhochschule

Der Vortrag von Prof. Gfeller findet statt im Rahmen der Ringvorlesung "Shared Memory":

Shared Memory
Digitale Speichermedien und Netzwerke haben in den letzten Jahren neue Konventionen in der Kommunikation und im Umgang mit Information hervorgebracht. Nicht nur, dass wir selber "Content ins Netz stellen", weiterbearbeiten, neu sortieren, bewerten und kommentieren können. Die neuen Medien sind längst fester Bestandteil unterschiedlicher Formen und Intentionen der Meinungs- und Wissensbildung geworden. Sie stellen ortsunabhängige Speicher- und Kommunikationsmittel bereit, die von unterschiedlichen Institutionen und Personen genutzt werden.
Von Lösungen der Langzeitarchivierung digitaler Daten über die Entwicklung neuer interaktiver Formen des Zugriffs auf Archivmaterialien bis hin zu Nutzungsmöglichkeiten sozialer Netzwerke möchte die Ringvorlesung Shared Memory unterschiedliche Aspekte der digitalen Wissensproduktion und -nutzung thematisieren. Hierbei geht es weniger darum, einen detaillierten Einblick in die Thematik zu geben. Vielmehr soll anhand ausgewählter Beiträge ein erster Einstieg in die Vielfalt der Aktivitäten rund um "Shared Memories" aufgezeigt werden.

Weitere Termine:
24.Mai
Prof. Dr. Alexander Repenning: Computational Thinking Tools: Creating Games to Learn

31.Mai
Femke Snelting: The filing cabinet and other stories

7.Juni
Konstantin Ott: Dark Archives - Konzepte für die Langzeitarchivierung digitaler Daten

14.Juni
Sylvain Gardel: GameCulture - das Erfolgsgeheimnis des neuesten Programms der Schweizerischen Kulturstiftung Pro Helvetia

_____________________________________

Annette Aulke
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Merz Akademie
Hochschule für Gestaltung, Kunst und Medien, Stuttgart
staatlich anerkannt

Teckstraße 58
70190 Stuttgart

Telefon +49-711-268 66-78
Telefax +49-711-268 66-21
<mailto:>
http://www.merz-akademie.de
http://www.facebook.de/merzaka
http://www.twitter.com/merzakademie

HRB Stuttgart 11801
Geschäftsführung: Markus Merz







LF.net Netzwerksysteme GmbH :: Internet Service Provider in Stuttgart

Mailingliste/Blog / Archiv