Von Milena Franziska Schäufele am 09. Juni 2016 um 10:00

BEUYS, TWOMBLY UND DAS WORT

Kunst treffen mit Jannis M. Keuerleber

Donnerstag, 30. Juni, 18.30 – 21.30 Uhr

Die aktuell gezeigten Arbeiten von Joseph Beuys sind verschwiegen.
Erklärungen verhallen nichtssagend. Zum Jahrestag der Einschmelzung
einer Zarenkrone in die Form eines Hasen durch Joseph Beuys lädt die
Sammlung Froehlich ein: den Künstler lieber beim eigenen Wort zu nehmen.

Auf die Frage, »wozu ein Hase«, antwortete er: »Das ist bewusst eine
Form, die jedes Kind kennt!« Wie ein Kind steht Josef Froehlich oft vor
einer Zeichnung, darauf steht »dass das der Hase Dir sagt« – und weitere
Worte und Sätze, teils unleserlich, sodass der Sammler stammelnd
Buchstabe um Buchstabe und Laute entziffert…

Steht sich Josef Froehlich vergeblich die Beine in den Bauch oder hat er
verstanden und mit dem Knie mitgedacht? Denn Joseph Beuys malte die
Beine des Sammlers mit Bauchnabel ins Bild; über Kopf gesehen zeigen
sich zwei lange Hasenohren mit Stupsnase.

Ist das Motiv des Hasen kinderleicht zu verstehen? Hilft es, wie ein
Kind davor zu stehen? Was sagt uns der Hase? Wozu Sprachfetzen und
Wortwirbel? Sind die Kritzeleien mehr als Spielerei, Kinderei? Hat der
Hase, das Langohr, etwa ernsthaft mit Sprache zu tun?

Words which can hear/–/ die Zeichnung verweist auf diese Serie des
Künstlers, die leitmotivisch den Ton angibt: Im spielerischen Austausch
erproben wir, ganz Ohr zu werden, dorthin zu kommen, wo Worte fehlen,
Stimme versagt – an den Ort der Selbstwirksamkeit, auf dass Sprache
wieder wie zum ersten Mal erklingt.

»Mein Weg ging durch die Sprache«, Joseph Beuys folgen wir zur Sprache
als künstlerischem Akt. Wie Sprechen wir selbst (ein paar Takte)
künstlerisch? Welche Rolle spielt das Wort im Werk anderer Künstler,
etwa für Cy Twombly?

Je weniger Vorwissen wir einbringen, desto schlauer werden wir
herausgehen. Einzige Voraussetzung ist die Bereitschaft, sich
einzulassen, Spaß am Experiment und Lust auf Improvisation mitzuführen.
Die Gruppe entfaltet ihre eigene Dynamik, dezent moderiert. Zu entdecken
gibt es einen sonoren Schlüssel zur Kunst, zu lernen fürs Leben, zu
gewinnen ein Stück Selbsterkenntnis im Rhythmus extremer Verlangsamung
mit sozialer Resonanz.

Sammlung Froehlich, Kohlhammerstraße 20, 70771 Leinfelden-Echterdingen
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Anmeldung über
<mailto:>, Milena Franziska Schäufele







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