Von Peter Haury am 17. November 2016 um 00:56

Liebe betacity, lieber Verteiler,

aufgrund des groÃen Interesses wird die Forschungsgruppe Untertage am
letzten Ausstellungstag der vielbeachteten Ausstellung "Musik im Bunker"
am Samstag, den 19. November 2016 von 15 bis 18 Uhr noch einmal vor Ort
sein.

Oberwelt e.V. Reinsburgstr. 93 Stuttgart http://www.oberwelt.de

Musik im Bunker

Ansichten zum Beitrag ehemaliger Luftschutzbunker zur lokalen
Musik-Szene in Stuttgart
Forschungsgruppe Untertage e.V.

Die Ausstellung kombiniert Bilder Stuttgarter Musiker und Bands in
âihremâ Bunker mit einer jeweiligen kurzen Bunker-Vita und einer kurzen
Band-Info. Diesen Bildern werden z.T. weitere architektonische Eindrücke
des jeweiligen Bunkers zur Seite gestellt. Von jeder Band wird auf einem
mp3-Player ein Stück zur Verfügung gestellt, das einen akustischen
Eindruck vom Schaffen im Bunker vermittelt.
In der Zusammenführung der Disziplinen Fotokunst â Fotodokumentation /
Architekturfotografie âBandfotografie mit den Themen Lokalgeschichte â
lokale Musikgeschichte - lokale Musikszene entsteht ein spezifischer
Einblick in den Anteil der ehemaligen Luftschutzbauwerke an rund 45
Jahre musikalischer Aktivität in Stuttgart, der sich stilistisch nicht
festlegen lässt.

*Rahmenprogramm:*
Zur Ausstellung sind Live-Musik und Lesungen in der Oberwelt geplant,
die hauptsächlich aus den Reihen der beteiligten Musiker heraus
entstehen werden.
Hardy Sikler wird aus seinem Buch âSpot Onâ lesen, das die Geschichte
der 70er-Jahre Band âSpratzel Strullâ beschreibt. Die Band wurde in
ihrem Proberaum im Bunker BadstraÃe von dem Kunststudenten Jonnie
Doebele fotografiert, der Motive für seine lebensgroÃen Portraits
suchte. Die Ausstellung wird eines dieser Bilder zeigen.
Die musikalischen Beispiele stammen aus 10 verschiedenen Bunkern im
Stadtgebiet, die zum Teil noch heute als Proberäume genutzt werden und
reichen von Blues-Jazz-Fusion-Rock über Pop, NDW und Punk bis hin zu
Metal und Death Metal.

*Hintergrund:*
Ab 1939 wurden in Stuttgart öffentliche Luftschutzbunker gebaut. In
Militärkreisen und der Bauwirtschaft waren Konzepte für unterirdische
(Tiefbunker) und oberirdische (Hochbunker) Bauten schon seit Anfang der
1930er Jahre diskutiert worden. Von den 20 während des 2. Weltkriegs in
Stuttgart gebauten Hochbunkern stehen noch 16, von den 13 Tiefbunkern
existieren noch 10. Sie erfuhren häufig diverse Nachkriegsnutzungen und
haben eine entsprechend bewegte Geschichte.
Spätestens ab Anfang der 1970er Jahre begann die Stadt Stuttgart Räume
in den Bunkern an Musiker zu vermieten, die dort Proberäume
einrichteten. Pioniere waren Bands wie âMüllâ oder âSpratzel Strullâ.
Manche dieser Bands traten bundesweit oder sogar international auf. Bis
heute beherbergen mehrere Bunker im Stadtgebiet Ãbungsräume und damit
die Basen, von denen aus lokale Bands sich die Bühnen der Stadt, der
Region und darüber hinaus erschlieÃen. Für sie sind Bunker keine toten
Kriegsrelikte, sondern essentieller Bestandteil einer lebendigen
Musikszene der Stadt.
Der gröÃte und prominenteste Musikbunker Stuttgarts war âdie Röhreâ,
deren Räumlichkeiten während des 2. Weltkriegs als Teil des
âGroÃluftschutzraums Wagenburgtunnelâ geschaffen wurden. Hier traten 26
Jahre lang zahllose internationale, nationale aber auch lokale Acts auf,
die in Stuttgart unvergessen sind.







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