Von Peter Haury am 06. März 2012 um 22:50

Liebe Betacity, lieber Verteiler,

wir laden herzlich ein zu einer vorbereitenden Einführungs-Veranstaltung
zu "Eine grundlegende Tätigkeit - a basic exercise", einer Einladung,
die mit großem Setting nächste Woche im Rahmen der Museumsnacht von der
Berliner Künstlerin Ayumi Matsuzaka an die gesamte Region geht:

Die eigenen Körperausscheidungen zu sammeln und fermentieren zu lassen.

Alle, die sich von dieser Idee ernsthaft angesprochen fühlen, können

über die Möglichkeit hinaus, während der Museumsnacht, am Samstag den
17. März, von 19.00 bis 02.00 Uhr, ihre Fäkalien mitzubringen oder
spontan zu spenden,

am Sonntag, den 11. März, von 16.00 bis 17.00 Uhr eine Sammel-Ausrüstung
und Hinweise erhalten, wie auch über mehrere Tage hinweg zuhause auf
unkomplizierte Weise Körperausscheidungen gesammelt werden können,

- um eine individuell fermentierbare Mindestmenge zusammenzubekommen
- oder einen kollektiven Fermentierungsprozess zu unterstützen,

mit dem Ziel, nach einigen Monaten Dauer einen vollwertigen Dünger
zurückzuerhalten, mit dessen Hilfe die Künstlerin dann versucht haben
wird, Blumen wachsen zu lassen.

Die Künstlerin wird Teilnehmende und Interessierte mit einer Methode zur
Herstellung schwarzer Amazonas-Erde bekanntmachen, die insbesondere
Belange der Hygiene und Seuchenvorbeugung berücksichtigt.
Ein leckeres, reichhaltiges, selbstbereitetes Buffet mit Kompostsammlung
der Abfälle und Trockentoilette bilden Elemente der Einladung, während
der Museumsnacht im urbanen Kontext Stuttgarts den eigenen Körper in den
natürlichen Kreislauf einzubeziehen und einen ersten Schritt zur
Beschäftigung mit versteckten oder unaussprechlichen Aspekten unseres
Alltags zu tun.
Unsere Ausscheidungen bergen viele nützliche Nährstoffe für Pflanzen,
und seit Urzeiten verwendet die Menschheit sie für die Landwirtschaft
wieder.
Die Intention der Übung ist es, unsere Werte zu hinterfragen und
möglicherweise zu verändern.
Die Künstlerin wünscht sich, dass Teilnehmende die Erfahrung machen,
dass das Material Fäkalie weder schmutzig noch beschämend ist.
Darüberhinaus mag man im Umgang mit Material, das als unwert angesehen
wird, eine persönliche Rolle in Prozessen der Natur (wieder-)entdecken,
die durch soziale und technische Fortschritte vergessen oder unterdrückt
wird.

Teilnehmende (und Öffentlichkeit) werden während des Frühjahrs den
Prozess dieser Umwandlung bis zu ihrer Vollendung verfolgen können.









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