Von Karin Hinterleitner am 17. Januar 2003 um 00:00

Den ersten Festivaltag (Donnerstag) starte ich mit den NewMedia-Nominierungen, genauer den Websites. Wanda verzichtet scheinbar bewusst auf Begriffe wie Netzkunst. Unterschiedlichste Genres sind vertreten und mit dem Print/Flash-Hybrid http://www.thisisamagazine.com wird browsen wieder zum blättern. Die Auswahl bietet spannend konzipierte Projekte, die fast alle professionell produziert wurden – Generation Flash setzt neue Maßstäbe. Achtung PC-Nutzer vor dem Projekt „Homeless“ - derzeit stürtzt der Browser gleich nach dem Entern ab. Schmalbandnutzer warne ich vor „Nothing but the truth“. Selbst mit DSL riß bei mir der Geduldsfaden – Weboptimierung für dieses Flashprojekt wär 'ne feine Sache. DasDing stiftet erstmalig den Publikumspreis für Websites - zur Linkliste und zum Abstimmen: http://www.dasding.de/community/events/archiv/filmwinter/vote/projekte.html?hl=de


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Beta-Trailer Tag1 wmv
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Die CD-Rom-Auswahl wird im Ex-Ikeagebäude präsentiert. Mehrheitlich arbeiten die Projekte mit nonlinearer Narration: durch Klicken auf Hotspots werde ich weitergereicht. Diese Art von Pseudointeraktivität mag ich nicht mehr. Da finde ich bei den Websites überzeugendere Beispiele nonlinearer Narration (http://www.skop.com/brucelee/ , http://www.abc.net.au/longjourney). Aus deren Index wähle ich meine Clips und kontrolliert stelle ich meinen Film zusammen. Unter den CD-Roms bietet nur Cafè Tassl diese Orientierung über ein Indexmenü. Vielleicht auch, weil das Café Tassl nur in kleineren Dosierungen bekömmlich ist. Laune macht Piktomovies und kommt sogar ohne Sound aus.

Echte Games bietet der Filmwinter dieses Jahr keine. Immerhin hält heute am 2. Tag um 16:00 Uhr Paul Mariano einen Vortrag über seine Produktionsformen der Machinimas – für Quake-Liebhaber ein Muß! Um 18:00 zeigt die Künstlerin Annette Hollywood ihre Videos. Anläßlich des Filmwinters stellt sie eine Installation in der Gedok aus.

Installationen – das bietet der Filmwinter auch dieses Jahr wieder im Keller des Ex-IKEA Gebäudes.

Der diesjährige Filmwinter mußte sein Programm aus einer Flut von Bewerbungen filtern und zeigt dennoch insgesammt weniger Arbeiten als in den vorherigen Jahren. Das tut insbesondere der Ausstellung gut. Jede Arbeit ist gut präsentiert - Musealisierung hin oder her. In der Ausstellung werden vorwiegend Video-Projektionen gezeigt. Eine Ausnahme und gleichzeitig mein Highlight sind die vier Mensch-ärgere-dich-nicht! Spieler – laßt euch überraschen.

Die experimentelle Aufführung teutscher Lehrfilme aus den 30igern ohne Tonspur – unter dem Motto: Der Triumph der Bilder - wird akustisch live begleitet von MBK – eine experimentelle Elektronik-Combo aus Stuttgart. Heute findet eine ähnliche Vorfühung um 16:00 im Filmhaus statt.

Wer’s gern unterhaltsamer hat, besucht das Referenzen-Studio von Uwe Kassei. Dort wird täglich eine TV-Talkshow inszeniert: Talkmaster Andreas Vogler (HI Club) unterhält sich mit Publikumsgästen. Das Gesprächsthema wird durch ein gezogenes Stickwort zufällig vorgegeben. Vier Kameras zeichnen auf. Die Liveprojektion ist im Schaufenster zu sehen, das sich hinter dem ebenerdigen Set in der Kronenstrasse befindet. Die Talkgäste sitzem mit dem Rücken zum Fenster; die Zuschauer werden im Blick der Passanten zu Protagonisten.

Die Parties bieten wieder feine Musik. Am ersten Tag debuggt DJ Bleed das "BETT" im Ballroom. Hoffentlich spendiert das "Bett" wenigstens heute für Arj Snoeks und Whirlepool eine Tanzfläche.

16.01.03


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